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SENDETERMIN Mo, 13.5.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Hammerzehen und Hallux valgus Schmerzhafte Fußfehlstellungen vermeiden

Hallux valgus und Hammerzehen gehören zu den häufigsten Fußproblemen. Gezieltes Training kann Schmerzen lindern und eine Operation manchmal überflüssig machen.

Was ist Hallux valgus?

Beim Hallux valgus, auch "Ballenzeh" genannt, verschiebt sich der Mittelfußknochen des großen Zehs in Richtung des anderen Fußes - also beim rechten Fuß nach links, beim linken nach rechts. Dadurch wird der Vorderfuß breiter und es entsteht ein "Hubbel" an der Stelle, wo das Mittelfußköpfen heraustritt - der Ballen. Der große Zeh biegt sich zu den anderen Zehen, die sich dadurch ebenfalls verformen können. Hat sich der Hallux valgus erst einmal ausgeprägt, ist er nicht mehr rückgängig zu machen.

Ursache können zu enge Schuhe und schwaches Bindegewebe sein - aber auch eine erbliche Veranlagung kann eine Rolle spielen. Wem Fälle von Hallux valgus in der Familie bekannt sind, der sollte besonders auf seine Fußgesundheit achtgeben.

Außerdem sind Menschen mit Spreizfüßen besonders gefährdet, einen Hallux valgus zu entwickeln. Der Spreizfuß bleibt häufig unerkannt - Schwielen an den Fußsohlen können auf diese Fußfehlstellung hinweisen.

Hallux valgus

Beim Hallux valgus verschiebt sich der Mittelfußknochen der Großzehe.

Was sind Hammerzehen?

Wenn sich die Zehen krallenartig einrollen, spricht man von Hammerzehen (Hallux malleus, Digitus malleus). Die Zehendeformation wird vor allem durch Stöckelschuhe begünstigt, da hier das Gewicht vom vorderen Fuß getragen werden muss und sich die Zehen unter dem Druck häufig krümmen. Begünstigt wird dies durch weiches Bindegewebe.

Anfangs lassen sich die gekrümmten Zehen noch mit der Hand gerade biegen. In fortgeschrittenem Stadium ist dies nicht mehr möglich, die Zehen versteifen sich. Spätestens jetzt können Hammerzehen sehr schmerzhaft werden - es bilden sich Druckstellen, Hornschwielen und Hühneraugen.

Auch ein Hallux valgus kann Hammerzehen begünstigen, wenn die Großzehe die anderen Zehen wegschiebt.

Geeignete Schuhe können Hammerzehen vorbeugen und in einem frühen Stadium der Verformung eine Operation überflüssig machen. Orthopädische Einlagen können zusätzlich helfen.

High Heels

Hohe, enge Schuhe begünstigen Fußfehlstellungen und -verformungen.

Die richtigen Schuhe tragen

Grundsätzlich empfiehlt es sich, im Alltag flache, nicht zu enge Schuhe zu tragen, um Hallux valgus und Hammerzehen vorzubeugen. Die Schuhe sollten den Fuß stützen - in Sandalen ohne Fußbett, in denen der Fuß herumrutscht, ist dies zum Beispiel nicht der Fall. Auch in zu weiten Schuhen wird der Fuß nicht genug stabilisiert.

Die Zehen sollten vorne eine Daumenbreite Platz haben, damit sie nicht gestaucht werden. Auf die Größenangaben der Hersteller ist hier nicht immer Verlass - Anprobieren ist unerlässlich. Schuhe sollte man übrigens eher nachmittags kaufen, da sich der Fuß im Laufe des Tages ausdehnt.

Spezielle Gymnastik

Der linke Fuß rollt mit der Fußsohle über einen Igelball.

Mit dem Igelball über die Fußsohle rollen.

Wer dennoch gerne hohe Schuhe trägt, sollte versuchen, dies nicht zu lang am Stück zu tun und danach die Fußmuskulatur durch gezieltes Training stärken.

So ist beispielsweise häufiges Barfußgehen eine gute Prophylaxe. Physiotherapie mit gezielten Übungen stärkt und dehnt die Fußmuskulatur.

Folgende Übungen können Sie zuhause leicht nachmachen:

  • Einen Igelball auf den Boden legen und mit der Fußsohle im Stehen oder Sitzen darüber rollen. Wichtig: Die Ferse muss am Boden bleiben. Dabei bemerkt man, wie sich die Muskeln an- und entspannen, außerdem wird der Fuß massiert. Den Druck nur soweit erhöhen, wie es noch angenehm ist und nicht weh tut. Die Übung kann man zum Beispiel bequem während des Zähneputzens machen, drei Minuten genügen.
  • Einen halben Tennisball auf den Boden legen. Den Fuß mittig auf den Ball sinken lassen, Kniegelenk über dem Sprunggelenk. Die Zehen hängen entspannt nach unten. Mit dem Fuß den Ball wie eine Krake umgreifen. Fußposition beibehalten und den Fuß anheben - der Ball bleibt auf dem Boden liegen. Nicht mit den Füßen versuchen, den Ball zu greifen - die Zehen sollen gerade bleiben, die Bewegung kommt aus dem Fußgewölbe.
  • Den Fuß flach auf den Boden aufsetzen, Ferse und großen Zehen auf den Boden drücken. Nun versuchen, das Fußgewölbe anzuspannen und vorzurobben. Vorsicht: Die Zehen nicht verkrallen! Es geht eher um die Muskel An- und Entspannung im Fuß.

Hier finden Sie weitere einfache Übungen bei diversen Fußproblemen.

Wer Verformungen an seinen Füßen feststellt, sollte damit möglichst bald zum Arzt gehen. Krankengymnastik, Einlagen, Schienen und Bandagen können die Schmerzen lindern. Ist der Leidensdruck jedoch zu groß, muss operiert werden. Die Fehlstellungen können damit im Idealfall dauerhaft beseitigt werden.


Der Text gibt den Stand zum Sendedatum wieder.

Filmautor: Patrick Jauß | Online: Sola Hülsewig
© SWR Marktcheck

aus der Sendung vom

Mo, 13.5.2019 | 12:15 Uhr

Das Erste