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SENDETERMIN Fr, 21.4.2017 | 12:15 Uhr | Das Erste

Gesundheit Impfschutz für Erwachsene

Regelmäßige Auffrischimpfungen stellen bis zum Lebensende sicher, dass der notwendige Impf­schutz erhalten bleibt. Auch ist es bei neuen Lebensumständen (z.B. chronische Krankheit oder neuer Arbeitsplatz) ebenfalls sinnvoll, sich selbst oder andere durch Impfungen zu schützen.

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Interview mit Dr. Lothar Zimmermann

Welche Impfungen werden routinemäßig für Erwachsene in Deutschland empfohlen?

Dr. Lothar Zimmermann

Dr. Lothar Zimmermann

Die meisten Deutschen sind zumindest einmal in der Kindheit gegen Diphtherie, Tetanus, Polio oder Keuchkusten immunisiert worden. Doch dieser Schutz hält leider nicht ewig. Er sollte alle 10 Jahre erneuert werden. Und viele, die ihren Impfpass jetzt suchen und auch finden, werden feststellen: Die letzte Impfung liegt viel länger zurück. Deshalb sollte jeder der keinen oder nur noch geringen Schutz gegen diese Krankheiten hat, sich erneut impfen lassen. Keine große Sache, denn gegen diese Krankheiten kann mit einer einzigen Spritze geimpft werden, sie enthält sozusagen vier Impfstoffe für die oben genannten Krankheiten.

Diese Immunisierung schützt einen selbst, aber sie hilft auch, gefährliche Krankheiten auszurotten. Wenn jeder vor ihnen geschützt ist, können die Erreger auch keinen Menschen mehr befallen. Sie haben dann sozusagen keinen Wirt mehr, in dem sie sich vermehren können. Auf diese Weise sterben dann Erreger und mit ihnen die Krankheiten aus. Wer zum Beispiel nach Osteuropa fährt, sollte unbedingt gegen Diphtherie geimpft sein. Denn dort gibt es noch relativ häufig Diphtherieerkrankungen. Wir können uns auf einer Urlaubsreise zum Beispiel ins Baltikum anstecken, den Erreger mit nach Hause bringen und so andere anstecken.

Warum ist Tetanusschutz wichtig?

Tetanus wird durch ein sporenbildendes Stäbchenbakterium übertragen, das Giftstoffe bildet. Hitze und Desinfektionsmittel können diesem Bakterien nur wenig anhaben, sie können über Jahre in der Erde überleben. Diese Bakterien kommen fast überall im Erdreich vor, aber auch zum Beispiel im Darm und Kot von Pferden. Wenn wir uns zum Beispiel bei der Gartenarbeiten auch nur leicht verletzten, können so diese Bakterien in unseren Körper gelangen und dann dort ihre Gifte produzieren, die unseren Nerven schädigen und Krämpfe auslösen können. Die Krankheit ist dann lebensgefährlich. Während weltweit fast 300 000 Menschen jährlich an Tetanus sterben, erkranken in Deutschland nur ca. 15 Menschen daran. Der Grund liegt auf der Hand: Die meisten von uns haben einen Impfschutz gegen Tetanus.

Warum ist es aktuell sinnvoll über FSME nachzudenken?

FSME ist einer der beiden Krankheiten die durch Zecken übertragen werden werden. Wer in einem Zeckengebiet wohnt, oder von berufswegen häufig in einem Zeckengebiet unterwegs ist (Förster oder Landwirt), für den kann eine Impfung gegen FSME sinnvoll sein. Die Krankheit kann die Hirnhäute und das Gehirn befallen, es können dadurch dauerhaft Schäden zurückbleiben. Allerdings schützt eine aktive Immunsierung nur 3 Jahre, das heißt danach muss die Impfung aufgefrischt werden. Auch etwas, was dann leicht vergessen wird.

Was kann ich tun, wenn der Impfpass verloren gegangen ist - wie kann ich Impfungen nachweisen?

Wenn jemand nicht nachweisen kann, dass er geimpft ist, dann geht der Arzt davon aus, dass kein Impfschutz besteht und impft seinen Patienten. Der langjährige Hausarzt hat natürlich die Impfungen in seinen Akten vermerkt und kann ggfs. einen Ersatzimpfpass ausstellen. Theoretisch lässt sich auch ein sogenannter Antikörper Titer in unserem Blut bestimmen. Allerdings sind diese Untersuchungen nicht billig und werden auch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet, müssen also aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Da können schon einmal 50 -100 Euro bei mehreren Titeln zusammen kommen. Daher wird darauf meist verzichtet und gleich geimpft.


aus der Sendung vom

Fr, 21.4.2017 | 12:15 Uhr

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