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SENDETERMIN Do, 26.9.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Gelb, rot oder grün So gesund sind Äpfel

Wir verzehren pro Jahr durchschnittlich ganze 21 Kilogramm Äpfel - da kann kein anderes Obst mithalten. Grund genug, unser Lieblingsobst mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Äpfel könnten glatt als Medizin durchgehen

Zu verdanken haben die Äpfel diese ernährungswissenschaftliche positive Bewertung ihrem großen Reichtum an Inhaltsstoffen. Zwar ist der Apfel bei keinem einzelnen Wirkstoff Spitzenreiter, doch enthält er mehr als 30 verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente, zudem wichtige Vitamine:

  • Äpfel werden oft als Vitamin-C Spender gerühmt; je nach Sorte, Wachstum und Lagerbedingungen schwankt der Vitamin-C-Wert aber "nur" zwischen 0 und 35 mg. Dieser Wert ist nicht sehr hoch im Vergleich zu anderen Früchten.
  • In der Schale sitzen 70 Prozent der Vitamine. Außerdem wertvolle ungesättigte Fettsäuren, Magnesium und Eisen.
  • Fruchtsäuren fungieren als biologische Zahnbürste;
  • Apfelsäure löst Harnsäure auf und ist somit ein natürliches Mittel gegen Rheuma oder Gicht.
  • Farb- und Gerbstoffe (Phenolsäuren und Karotinoide) können eine vorbeugende Wirkung gegen Herz-/Kreislauferkrankungen und Krebs haben.
  • Was den Apfel zusätzlich auszeichnet ist sein hoher Ballaststoffanteil. Vor allem das lösliche Pektin, das den Cholesterinspiegel senken hilft und auch gegen Darmkrebs vorbeugen kann.
  • Das Apfelpektin quillt im Darm, regt die Verdauung an und sorgt für ein anhaltendes Sättigungsgefühl. Für Kinder und Säuglinge ist ein geriebener Apfel ein altbewährtes Mittel gegen Durchfall.
  • Mit seinem hohen Fruchtzuckergehalt ist der Apfel ein idealer Muntermacher.

Noch ein Pluspunkt: Mit nur etwa 60 kcal pro 100 g sind Äpfel als Zwischenmahlzeit ideal.

Gelber, roter oder grüner Apfel?

Zu Beginn der Reife sind alle Apfelsorten grün. Reifen die Äpfel, können sie aber je nach Sorte unterschiedliche Farben annehmen.

  • Grüne Äpfel enthalten besonders viel Chlorophyll - den grünen Farbstoff, der auch die Blätter von Pflanzen grün färbt.
  • Einige Apfelsorten bauen diesen Farbstoff beim Heranreifen langsam ab - und werden gelb. Gelbe Apfelsorten enthalten große Mengen des gelben Farbstoffs Carotin, der in vielen gelben und roten Gemüsen und Früchten zu finden ist.
  • In roten Äpfeln, wie zum Beispiel der Sorte Red Delicious, werden während der Reifung besonders viele Anthocyane gebildet. Die roten Farbstoffe in der Apfelschale wirken als Antioxidationsmittel und können Schäden durch zu hohe Sonneneinstrahlung vorbeugen. Sie schützen die Früchte vor den schädlichen ultravioletten Strahlen der Sonne. 

Die meisten Apfelsorten sind jedoch nicht einfarbig, sondern zeigen zwei oder sogar drei Farben. Diese Äpfel enthalten dementsprechend alle drei Farbstoffe.

Dass rote Apfelsorten per se süßer sind als grüne, ist ein Mythos. Ein süßer Geschmack ist kein Indikator für einen hohen Zuckergehalt - die sauren Sorten enthalten lediglich mehr Säure.

In der Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe unterscheiden sich die Sorten jedoch mitunter erheblich - insbesondere beim Vitamin-Gehalt. Rote Apfelsorten enthalten meist deutlich mehr Vitamine. Ein Braeburn-Apfel etwa hat bis zu 35 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm. Ein Apfel der grünen Sorte Granny Smith enthält weniger als ein Drittel dieser Menge.


Im Studio: Dr. Barbara Bjarnason, Ernährungswissenschaftlerin