Bitte warten...

SENDETERMIN Do, 9.1.2020 | 12:16 Uhr | Das Erste

Ernährung So gesund ist Dosenfisch

Der Dosenfisch ist in Deutschland sehr beliebt. Rund 14 Kilogramm Fisch isst jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr, fast 30% davon kommt aus der Dose. Kann der Dosenfisch mit frischem Fisch mithalten? Ernährungswissenschaftler Dr. Stephan Lück hat sich den beliebten Fisch aus der Dose genauer angeschaut.

Wie gesund ist Dosenfisch?

Seefische enthalten besonders viel Jod und Zink, die durch Erhitzen oder Lagerung nicht kaputt gehen. Darüber hinaus enthalten sie hochwertige und gut verdauliche Proteine. Die Fettfische wie Hering, Sardine oder Thunfisch besitzen sehr hochwertige Omega-3-Fettsäuren, die nicht nur essenziell, sondern auch gesundheitsfördernd sind. Sie beugen Zivilisationskrankheiten wie Fettstoffwechselstörungen und damit Arteriosklerose vor. Außerdem unterstützen sie das Immunsystem und wirken entzündungshemmend. Da die Fische frisch verarbeitet und direkt eingekocht werden, werden sie nicht vorher gefroren.

Gehen Schadstoffe von der Dose in den Fisch?

Grundsätzlich haben wir eine Belastung mit Bisphenol A in den meisten Dosen durch die Schutzkunststofffolie im Innenbereich. Dieses BPA löst sich heraus und befindet sich dann im Lebensmittel. Es steht im Verdacht unter anderem fruchtschädigend zu sein. Ein Konsum von 1-2 Dosen pro Woche sind aber unbedenklich.

Der beliebteste Dosenfisch: Hering in Tomatensoße.

Beim Hering in Tomatensoße immer auf die Zutatenliste schauen. Dort sollten keine Zusatzstoffe aufgelistet sein. Ideal sind natürliche Zutaten.

Thunfisch aus der Dose… in Sonnenblumenöl, Olivenöl oder im eigenen Saft?

Das ist eigentlich Geschmacksache. Wer aber auf sein Gewicht achten muss, sollte auf den fettarmen zurückgreifen. Ob Sonnenblumenöl oder Olivenöl richtet sich nach der Qualität und dem Geschmack. Extra Virgin Olivenöl ist da natürlich hochwertiger.

Und die Ölsardine… wie sieht es da aus?

Die Ölsardine wird sehr unterschätzt! Es gibt hervorragende Produkte mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Gut sind in der Regel Ölsardinen aus der Bretagne. Dort werden sie noch klassisch gefangen und verarbeitet. Es gibt sogar Jahrgangs-Ölsardinen, die hervorragend gereift sind und bis zu zehn Euro die Dose kosten. Ölsardinen sind aufgrund des hervorragenden Fettes sehr gesunderhaltende Lebensmittel. Wegen des hohen Salzgehaltes sollten sie aber eher als Beilage oder Würzlebensmittel verwendet werden. Übrigens: Mindestens 1 Jahr sollten sie schon in der Dose sein, damit sie gut gereift auf den Tisch kommen.

Wie zuverlässig sind Fisch-Siegel?

Wir haben es weltweit mit einer Überfischung zu tun. Deswegen werden Begrenzungen der Fangmengen jedes Jahr festgelegt. Grundsätzlich sollte der Fischverzehr hauptsächlich aus der Zucht stammen. Es ist wichtig, dass umweltschonend und unbelastete Fische gezüchtet werden. Empfehlenswert sind Zuchtfische aus dem europäischen Raum.

Das MSC-Siegel und das Siegel “Friends of the sea” oder „Safe Dolphin“ geben eine grobe Richtlinie.

Generell sollte man auf hellen oder weißen Thunfisch verzichten und nicht immer die günstigsten Dosen kaufen.

aus der Sendung vom

Do, 9.1.2020 | 12:16 Uhr

Das Erste