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SENDETERMIN Mi, 3.4.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Ernährung Das hilft bei Bluthochdruck

Fast jeder Dritte in Deutschland hat Bluthochdruck. Im schlimmsten Fall kann das zum Schlaganfall führen. Doch dazu muss es nicht kommen, denn Hauptgrund für Bluthochdruck ist in vielen Fällen eine falsche Ernährung. Ernährungswissenschaftlerin Dr. Claudia Laupert-Deick weiß, was Sie beachten müssen.

Wer hat ein besonders hohes Risiko für Bluthochdruck?

Personen die übergewichtig sind, gerne salzreiche Lebensmittel wie Fast Food und wenig Gemüse, Salat, Rohkost und Obst verzehren, haben ein erhöhtes Risiko. Weiterhin steigt die Zahl Hockdruckkranker bei Bewegungsmangel, Stress und mit zunehmendem Alter, weil sich dadurch die Elastizität der Gefäße verschlechtert.

Mit Ernährung den Blutdruck senken – wie geht das?

An erster Stelle steht ein gesundes Körpergewicht, d.h. ein BMI unter 25 kg/ m2 wäre optimal. Wer massiv übergewichtig ist, profitiert auch schon deutlich von den ersten 10 kg die abgespeckt werden. Weiterhin sind grundlegende Veränderungen, wie zu jeder Mahlzeit Salat, Gemüse, Rohkost oder zuckerarmes Obst zu ergänzen, sinnvoll. Es ist außerdem empfehlenswert so oft wie möglich frisch zu kochen. Greift man doch mal zu Fertiggerichten, ist darauf zu achten, dass nur wenige Zutaten und auch wenig Salz enthalten sind.

Salz und Bluthochdruck… hat das auch miteinander zu tun?

Ja, immer wieder verleugnen Vertreter der Industrie diesen Zusammenhang. Auch wenn eine Salzreduktion alleine häufig nicht zum gewünschten Erfolg führt und die Betroffenen unterschiedlich auf eine Einschränkung der Salzzufuhr reagieren, ist es wichtig, den derzeit in Deutschland durchschnittlich verzehrten Salzkonsum von täglich 12 g auf die Hälfte zu begrenzen. Aufgrund des negativen Einflusses von Salz auf die Gesundheit hat sogar die WHO eine Empfehlung für weniger als 5 g Salz pro Tag ausgesprochen.

Spielt Alkohol eine Rolle?

Alkohol wirkt sich in zwei Phasen aus, d.h. in den ersten Stunden nach der Aufnahme größerer Mengen kann der Blutdruck sinken, nach 10-15 Stunden steigt er dann an! Zudem kann Alkohol die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente herabsetzen.

Patienten mit Hochdruck sollten vom regelmäßigen oder gar täglichen Genuss von Alkohol Abstand nehmen! Maximale Menge: für Männer (20-30g) - für Frauen (10-20 g)
Weiterhin erschwert der regelmäßige Alkoholkonsum die Gewichtsabnahme erheblich.

Wie sieht es mit Süßigkeiten aus?

Zucker hat keinen direkten Einfluss auf den Blutdruck. Indirekt wirkt er sich dadurch ungünstig aus, dass er Körpergewicht, Blutzuckerspiegel und Darm negativ beeinflussen kann (Gewichtszunahme, Blutzuckerschwankungen und möglicherweise verschlechterte Darmflora).

Kann man durch eine Ernährungsumstellung auf Medikamente verzichten?

Das kommt immer auf das Ausmaß des Bluthochdrucks und begleitende Erkrankungen an. Eine leichte Hypertonie kann man zunächst für mehrere Wochen/Monate mit Lebensstilveränderungen behandeln (40-50% erreichen Normalwerte)! D.h. ein gestresster Patient mittleren Alters mit Übergewicht und Bewegungsmangel kann seine Blutdruckwerte durch eine Änderung seines Lebensstils häufig normalisieren und somit auf Medikamente verzichten. Ein herz- oder nierenkranker Patient mit Bluthochdruck wird durch eine Lebensstiländerung eher eine Reduktion der Medikamente nicht jedoch einen Verzicht erreichen können. 

Das hilft bei Bluthochdruck:

  • Abnehmen (BMI unter 25)
  • Mehr Salat, Gemüse und zuckerarmes Obst essen
  • Salz reduzieren
  • Fertiggerichte meiden
  • Wenig Alkohol
  • Mehr Bewegung
aus der Sendung vom

Mi, 3.4.2019 | 12:15 Uhr

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