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SENDETERMIN Do, 22.4.2021 | 12:16 Uhr | Das Erste

Energiesparen in der Küche Wasserkocher schlägt den Topf

In der Küche geht es vor allem um Genuss, aber wer clever kocht, kann dabei Energie und somit auch Geld sparen. Günther Merkel, Energieberater der Verbraucherzentrale Berlin, verrät wie.

Wie wichtig ist der richtige Topf?

Die Größe muss zur Herdplatte passen, der Topf sollte weder zu groß, noch zu klein sein. Auch das Material ist wichtig, denn es leitet unterschiedlich gut bzw. schnell Energie. Ein Beispiel: Das Frühstücksei kocht man am besten in einem kleinen Topf, am besten mit Kupferanteil, der gut Energie leitet. Immer gilt: Mit dem Deckel drauf, spart man Energie.

Was ist besser: toasten oder im Ofen aufbacken?

Den Toaster sollte man zum Aufbacken von zwei bis vier Brötchen nutzen, bei großen Mengen ist der Backofen geeigneter. Doch für mich geht nichts über frische Backwaren vom Bäcker.

Ist der Schnellkochtopf zu empfehlen?

Ja absolut - er verkürzt die Kochzeit und spart damit Energie.

Wie erhitzt man das Wasser besser - im Topf oder im Wasserkocher?

Immer im Wasserkocher! Geht einfach am schnellsten und verbraucht damit weniger Energie. Mein Tipp hier: Oftmals erwärmt man viel zu viel Wasser. Ideal ist es natürlich, die Menge abzumessen, zumindest sollte man aber nicht übermäßig viel Wasser unnötig erhitzen.

Wie wärmt man Essensreste am besten auf - in der Mikrowelle, im Backofen oder auf dem Herd?

Aus energetischer Sicht muss man klar sagen: Mikrowelle an erster Stelle, dann im Topf auf dem Herd und zuletzt im Backofen. Außer man hat gerade einen Kuchen gebacken, der Ofen ist noch warm, und man nutzt die Restwärme.

Um beim Backofen zu bleiben: Ober-/Unterhitze oder Umluft/Heißluft – macht das einen Unterschied?

Ja - denn die meiste Energie wird beim Erhitzen verbraucht. Daher ist Umluft immer energetisch besser als Ober-Unterhitze. Bei beiden Arten gilt gleichermaßen: Viel Energie wird beim Vorheizen des Backofens verbraucht. Wenn im Rezept aber explizit Ober-/Unterhitze angegeben ist, sollte man sich aber daran halten.

Wenn ich die Wahl habe: garen im Topf oder Backofen?

Das lässt sich pauschal nicht klärend beantworten. Es ist abhängig vom Lebensmittel, der Größe des Gargutes und der Dauer der Zubereitungszeit. Gemüse gare ich immer im Topf auf dem Herd, ebenso Gulasch. Einen Braten oder eine Ente/Gans bereite ich im Backofen zu.

Welcher Herd ist am effizientesten?

Der Induktionsherd. Dieser erwärmt nur den magnetischen Teil im Topf und darüber dann die Speisen. Das geht schnell, und es gibt wenig Verluste wie beispielsweise Restwärme und Übergangswiderstände (Wärmeverlust zwischen zwei Oberflächen, wie Platte und Topf). Auf Platz 2 liegt das Ceranfeld, Schlusslicht ist der Herd mit gusseisernen Platten.

Ist der Zeit-Faktor daher entscheidend beim Energiesparen?

Neben dem Material und dem Stromverbrauch des Gerätes kommt es natürlich darauf an, wie lange es in Betrieb ist. Je länger, desto mehr Energie wird verbraucht. Aber das ist natürlich alles aus energetischer Sicht. Denn der Genuss spielt am Ende ja auch eine Rolle.