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SENDETERMIN Mi, 15.5.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Endloser Speicherplatz Das sollten Sie über die Cloud wissen

Unterwegs mal eben ein Dokument, ein Foto oder ein Video anschauen, auch wenn man die Datei gar nicht dabei hat. Das geht, wenn die Daten in der Cloud liegen, auf einer Internet-Festplatte. Das ist gar nicht so schwierig.

Die richtige Cloud

Kostenlos unbegrenzter Speicherplatz klingt gut, aber wenn der Anbieter und die Geheimdienste in meinen Fotos schnüffeln dürfen und ich die Nutzungsrechte abgebe, klingt das nicht mehr gut. Ein guter Cloudanbieter darf Geld verlangen, für 1 TB zum Beispiel zwischen 7 und 10 Euro pro Monat. Dafür sollten die Daten in Deutschland oder Europa liegen und vom Anbieter regelmäßig gesichert werden.

Soviel Speicher braucht man

Bei den meisten Anbietern gibt es ein paar Gigabyte kostenlos. Damit kommt man nicht besonders weit, das soll aber die Kunden an den Anbieter binden. Wer einmal dort ist, soll später kostenpflichtig Speicherplatz aufstocken. 5GB reichen für 1000 Fotos oder 5000 Musiktitel, wer aber viele Dokumente und Videos ebenfalls ablegen möchte, kommt damit nicht aus. Wer Backups vom Rechner machen möchte, braucht mindestens 1 TB.

Cloud eingebaut

Viele Nutzer haben oft schon Zugang zu einer kostenlosen Cloud, ohne das zu wissen. Wer ein Apple-Gerät nutzt, hat automatisch ein iCloud-Konto mit 5 GB Speicherplatz. Bei Android ist ein Google Drive dabei, mit 15 GB Speicherplatz. Und jeder mit einem Windows-Computer hat über sein Microsoft-Konto oft schon einen Zugang zum Onedrive mit 5GB, Nutzer anderer Systeme können einfach die App herunterladen und darüber auf den Speicher auch auf einem mobilen Endgerät zugreifen.

Einfach bedienbar

Ohne Probleme lässt sich von überall mit einem Browser auf den Cloud-Speicher zugreifen. Bequemer geht es mit einer App vom Anbieter. Gerade auf einem mobilen Endgerät. Am PC lässt sich die Cloud als Laufwerk einbinden, auf das man genauso zugreifen kann, wie auf ein „echtes“ Laufwerk.

Verschlüsseln macht Sinn

Wer seine Daten bei einem Anbieter speichert, muss ihm vertrauen oder seine Daten verschlüsseln. Das ist aber nicht so einfach, da muss man sich schon recht gut auskennen. Auch muss man dann immer den „Schlüssel“ dabei haben, wenn man ggf. von einem fremden Gerät – etwa im Urlaub – auf die Daten zugreifen will.

Daten umziehen

Ist die Cloud zu voll oder zu teuer, stellt der Anbieter seinen Betrieb ein, müssen die Daten umgezogen werden. Von Cloud zu Cloud auf direktem Weg ist das oft nicht möglich. Hier hilft der Umweg über ein Gerät zuhause und Geduld. Zunächst müssen die Daten von der alten Cloud etwa auf lokalen Rechner, dann von dort in die neue Cloud. Je nach Datenmenge kann das viele Stunden dauern. Hat alles geklappt und sind die Daten sicher an der neuen Stelle angekommen, sollten sie beim alten Anbieter gelöscht werden und dabei drauf achten, dass auch die Backups dort gelöscht werden.

Die private Cloud daheim

Wer sich technisch etwas besser auskennt, kann auch daheim seine eigene Cloud einrichten. Das ist eine Festplatte, die im Heimnetzwerk hängt und auf die ein Zugriff aus der Ferne möglich ist. Hier sollte besonders großer Wert auf die Sicherheit gelegt werden, damit nicht unbefugte Zugriff bekommen können. Vorteil: Die Daten bleiben daheim. Und auch finanziell rechnet sich das bei größeren Datenmengen. Ab ca. 150 Euro gibt es den privaten Netzwerkspeicher, das Geld hat man je nach Datenmenge nach gut einem Jahr wieder raus, gegenüber dem Cloudspeicher der Anbieter. Man muss sich dafür aber selbst darum kümmern, dass man das System pflegt und Backups auch für die eigene Heim-Cloud macht.

Andere Speicher mit Mindesthaltbarkeitsdatum

Eine CD/DVD/Bluray hält ca. 5-10 Jahre, eine herkömmliche Festplatte kann auch 10 Jahre halten. USB-Sticks, SD-Speicherkarten, SSDs sind im Grunde die selbe Technologie (Flash-Speicher) und dürften mit 10 bis 20 Jahren wohl am längsten halten, weil keine bewegten Teile eingebaut sind und der Kunststoff der Chips haltbarer sein dürfte als das Plastik der optischen Datenträger.