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Eine Frau überreicht einer anderen Frau eine Einkaufstasche in einem Kaufhaus, davor ein Paragraphenzeichen.

SENDETERMIN Mo, 4.2.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Gut zu wissen Diese Rechte haben Sie beim Online-Kauf

Es ist nur ein Klick - schnell mal ein Buch oder ein paar neue Klamotten im Internet gekauft. Aber wie es ist eigentlich, wenn man seine Sachen wieder zurück schicken möchte?

Für viele beginnt Stress nicht beim, sondern nach dem Einkauf: Wenn nämlich beispielsweise der online bestellte Pulli nicht passt oder dem Beschenkten gefällt. Und jetzt?
Genau an diesem konkreten Beispiel zeigt sich auch gleich der größte Unterschied zwischen einem Kauf im Internet und einem „normalen“ Kauf im Laden: Online-Käufe zwischen einer Privatperson und einem Unternehmen gelten als Fernabsatzgeschäft. Das berechtigt den Besteller, seinen Kauf innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen – und das ohne Angabe eines Rückgabegrundes.
Anders bei einem Kauf im Laden: Ohne Rückgabegrund wie z.B. einem Loch im Pulli, haben Sie eigentlich keinen Anspruch auf einen Umtausch. Da können Sie nur auf Kulanz des Geschäfts hoffen.

So berechnen Sie die Widerrufsfrist beim Onlinekauf

Haben Sie etwas online bestellt, beginnt die Widerrufsfrist erst mit Erhalt der Ware zu laufen. Für das Einhalten der Frist reicht es noch, wenn Sie die Ware am letzten Tag der Frist losschicken. Das Paket muss also nicht schon am letzten Tag der Widerrufsfrist beim Versender sein.

Nicht jede Ware lässt sich so einfach widerrufen

Es gibt auch Online-Waren, die sich nicht so einfach wieder widerrufen und zurückschicken lassen. Beispielsweise versiegelte Produkte wie etwa DVDs, Computerprogramme oder CDs, die eventuell heruntergeladen werden könnten. Gleiches gilt für personalisierte Waren wie z.B. ein Pulli mit extra Namensstickerei, verderbliche Frischwaren oder Sonderanfertigungen.

Kommentarloses Zurückschicken ist noch kein Widerruf

Wenn Sie Ihren Online-Kauf widerrufen wollen, müssen Sie ausdrücklich z.B. vorab in einer Mail oder später in einem, der Rücksendung beiliegendem Brief schreiben, dass Sie den Kauf widerrufen.
Damit stellen Sie klar, dass Sie auch Ihr Geld wieder zurückhaben und nicht nur einen Umtausch tätigen wollen. Natürlich können Sie auch Ihren Online-Kauf telefonisch widerrufen: Allerdings ist so ein nur mündlicher Widerruf schwer nachweisbar, weswegen Sie es besser schriftlich tun sollten.

Welche zusätzlichen Rechte Sie noch haben

Entdecken Sie erst nach dem Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist z.B. nach dem Waschen, dass der bestellte Pulli einen Mangel hat, können Sie das dem Versender unverzüglich, nachdem Sie ihn bemerkt haben, anzeigen.
Denn zusätzlich neben der 14-tägigen Widerrufsfrist bleiben Ihnen als Online-Käufer noch die Gewährleistungsrechte, die jeder Käufer hat. Die verjähren grundsätzlich nach (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB) innerhalb von zwei Jahren gerechnet ab dem Kauf.

Wie schnell Sie bei einem Mangel reagieren müssen

Einfacher ist es, wenn sich der Mangel innerhalb der ersten 6 Monate zeigt. Dann nämlich geht das Gesetz zugunsten des Käufers davon aus, dass das gekaufte Produkt schon von Anfang an mangelhaft war. Danach müssen Sie als Kunde beweisen, dass Sie den Fehler nicht selbst verursacht haben.
Trotz Mangel können Sie Ihr Geld nicht sofort zurückverlangen, sondern Ihr Verkäufer darf erst noch einen Reparaturversuch starten bzw. die Ware umtauschen.
Wichtig: Nach Ablauf der 6 Monate ändert sich die Beweislast zulasten des Käufers:

Zu spät geliefert: Und jetzt?

Seit 2014 müssen Versandunternehmen einen Termin nennen, bis zu dem sie die Ware spätestens liefern. Dabei dürfen sie keine unverbindlichen Angaben wie "Lieferung in der Regel innerhalb von einer Woche" oder Ware "bald verfügbar" machen. Die Angabe, dass die „Lieferzeit ca. 5-7 Tage" beträgt, ist dagegen wegen Nennung einer Höchstfrist zulässig.

Wer die Rücksendekosten zahlen muss

Eine Frau sitzt mit einer Kreditkarte vor einem Notebook

Online-Banking hat seine Tücken (Symbolbild)

Die Portokosten für das Zurücksenden reklamierter Ware muss immer der Verkäufer zahlen. Liegt jedoch kein Mangel vor, sondern wollen Sie die Ware nur deswegen zurückschicken, weil sie nicht passt oder gefällt, müssen Sie als Onlinebesteller die Rücksendekosten zahlen, sofern der Verkäufer Sie rechtzeitig vor Vertragsabschluss auf die Kostenübernahme hingewiesen hat.
Fehlt dieser Hinweis, muss der Verkäufer Ihnen auch die Kosten für die Rücksendung erstatten. Viele Online-Händler übernehmen allerdings freiwillig die Kosten der Rücksendung.
Schauen Sie deswegen ruhig einmal in Ihre Widerrufsbelehrung, ob sich dort ein entsprechender Hinweis auf die Rücksendekosten findet. Häufig nutzen Verkäufer die freiwillige Übernahme der Rücksendekosten auch zu Werbezwecken. Deswegen versteckt sich eine Zusicherung zur Übernahme der Rücksendekosten oft bei der Artikelbezeichnung oder auf der Startseite des Shops.

Was kann ich machen, wenn jemand in meinem Namen online bestellt?

Ich hafte grundsätzlich nicht für Bestellungen, die ich nicht selbst abgeschlossen und für die ich niemanden beauftragt habe. Da der Täter oft unbekannt ist, wenden sich Händler und Inkassobüros aber meistens an die Kunden. Wenn man verdächtige Abbuchungen auf seinem Konto bemerkt oder sogar schon eine Mahnung erhalten hat, sollte man umgehend Anzeige erstatten. Eine Kopie kann man dann an Inkassounternehmen schicken und der Zahlung widersprechen. Außerdem sollte man sofort den Händler benachrichtigen, um weiteren falschen Bestellungen vorzubeugen.