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SENDETERMIN Mo, 18.2.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Autounfall Was tun, wenn es kracht?

Alle 12 Sekunden nimmt die Polizei im Schnitt einen Unfall auf – pro Tag sind es fast 7300. Und es kracht noch öfter, denn nicht zu allen Unfällen wird die Polizei gerufen. Doch wie sollte man sich verhalten, wenn es passiert ist… was ist zu tun?

Was ist – rein rechtlich – als erstes zu tun?

Als erstes ist die Unfallstelle abzusichern (Warnblinker, Warndreieck, Warnweste anziehen). Sollte es Verletzte oder Gefahren geben, sofort einen Notruf absetzen.
Mit dem Unfallgegner müssen die Personalien ausgetauscht werden (Personalausweis und Führerschein zeigen lassen, Kennzeichen notieren).

Für die spätere Schadensregulierung ist es wichtig, Zeugen mit Namen und Anschrift zu finden und Fotos von der Unfallstelle zu machen. Gut ist es, einen europäischen Unfallbericht im Handschuhfach zu haben, der von beiden Fahrzeugführern gemeinsam auszufüllen ist.

Muss bei jedem Unfall die Polizei gerufen werden?

Immer wenn es Personenschäden gibt, muss die Polizei gerufen werden. Ebenso, wenn Gefahren für andere bestehen (gefährliche Flüssigkeiten laufen aus, uneinsehbare Unfallstelle usw.). Handelt es sich nur um kleine Blechschäden, muss man keine Polizei rufen. Ausnahme: Bei Mietwagen ist oft in den Mietbedingungen festgelegt, dass immer die Polizei gerufen werden muss.

Gibt es am Unfallort Ärger mit dem Gegner, will er sich nicht ausweisen oder steht scheinbar unter Drogen- oder Alkoholeinfluss, ist polizeiliche Hilfe unbedingt auch bei Blechschäden anzuraten. 

Wer zahlt für den entstandenen Sach- und Personenschaden?

Für fremde Personen- und Sachschäden kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auf. Für Schäden am eigenen Auto bietet bei einem selbstverschuldeten Unfall eine Vollkaskoversicherung Schutz.

Welche Versicherung lohnt sich neben der KFZ-Haftpflichtversicherung?

Eine Teilkaskoversicherung springt zum Beispiel ein, wenn es zu einem Diebstahl des Autos kommt oder es abrennt. Ebenso sind Wildunfälle versichert oder auch wenn es zu Glasschäden am Auto kommt. 

Wer ein teures Auto hat oder seinen Wagen finanziert, sollte eine Vollkaskoversicherung abschließen. Die übernimmt den Schaden am eigenen Kfz, wenn man selbst einen Unfall verursacht.

Eine Insassenunfallversicherung, die oft angeboten wird, ist eher überflüssig. Die Mitinsassen sind über die Kfz-Haftpflichtversicherung bei einem Unfall abgesichert. Für den Fahrer lohnt sich eher eine private Unfallversicherung.

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung ist absolut sinnvoll, die auch die Kosten für einen Anwalt und ein Gerichtsverfahren nach einem Verkehrsunfall übernimmt, sei es im Rahmen der Schadensregulierungen oder wegen eines Bußgeld- oder Strafverfahrens. Eine gerichtliche Auseinandersetzung nach einem Verkehrsunfall kann sehr kostspielig werden.

Wann sollte ein Anwalt eingeschaltet werden?

Ist man Schuld am Unfall, reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung, die man sofort informieren muss, den Schaden des Gegners. Dann ist zunächst kein eigener Anwalt erforderlich, es sei denn, es wird ein Bußgeld- oder Strafverfahren eingeleitet.

Ist man nicht Schuld am Unfall oder ist die Unfallurasche streitig, sollte man immer einen Anwalt einschalten. Der Geschädigte muss sich mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung auseinandersetzen und da sitzen viele Juristen. Da sollte man auf jeden Fall „Waffengleichheit“ herstellen.

Quelle: Kay Rodegra, Rechtsanwalt

aus der Sendung vom

Mo, 18.2.2019 | 12:15 Uhr

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