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Gesundheit Wie schädlich ist Alkohol?

Ist ein Glas Wein am Abend wirklich in Ordnung? Oder doch schon zu viel? Dr. Lothar Zimmermann beantwortet Fragen zum Thema Alkohol und Gesundheit.

Ist es eine gute Idee, während der Fastenzeit auf Alkohol zu verzichten - aus gesundheitlicher Sicht?

Eine sehr gute Idee. Denn der Körper freut sich über einen Pause. Alkohol macht in Maßen Spaß, bringt Freude, im Übermaß ist er aber schädlich. Viele von uns haben sich daran gewöhnt, am Abend ein Glas oder auch ein zweites zu trinken und schneller als man denkt, trinkt man einfach zu viel. Daher ist es sinnvoll, sich zum einem bewusst zu machen, welchen Stellenwert Alkohol im eigenen Leben hat und im Zweifel den Genuss dauerhaft zu reduzieren. Wenn man auf etwas ganz verzichten muss, merkt man schnell, wie sehr man sich an etwas gewöhnt hat.

Und alkoholische Getränke enthalten auch noch jede Menge Kalorien, also auch wer abnehmen will, erreicht mit Null Alkohol etwas.

Warum ist Alkohol gesundheitsschädlich?

Alkohol wird in der Leber abgebaut. Das schafft unser Entgiftungsorgan auch gut, solange nicht eine bestimmte Menge überschritten wird. Zu viel Alkohol kann dazu führen, dass die Leber sich entzündet oder verfettet und schließlich sogar in eine Leberzirrhose münden, das bedeutet die Leber wird sozusagen durch den Alkohol zerstört.

Auch die Krebsgefahr steigt und zwar nicht nur in der Leber, sondern auch im Mund, Rachen oder Dickdarm. Wer einen gereizten Magen hat, sollte mit Alkohol vorsichtig sein, denn unter Alkoholgenuss kann sich eine Entzündung der Magenschleimhaut verschlimmern. Daneben kann Alkohol auch das Herz schädigen, beispielsweise zu Herzrhythmusstörungen führen.

Wie viele Menschen haben in Deutschland ein Problem mit dem Alkohol?

Zwischen Genuss und Abhängigkeit liegt ein schmaler Grat. 1,3 Millionen Menschen sind in Deutschland alkoholkrank und meist beginnt der Weg in die Sucht schleichend, das heißt die Alkoholmenge steigert sich, ohne dass der Betroffene es so richtig merkt.

Es ist erschreckend, wenn man sich die Zahl der Menschen vorstellt, die jedes Jahr an den Folgen von zu viel Alkohol sterben. In Deutschland sollen es 74.000 Menschen sein, eine Kleinstadt.

Daher macht es gerade in der Fastenzeit Sinn auch einmal über das Thema Alkoholgenuss nachzudenken. Wenn ich beobachte, dass jemand über den sogenannten Durst trinkt, heimlich, auch am Arbeitsplatz zur Flasche mit Alkohol greift, dann sollte ich nicht darüber hinweg sehen, sondern den Betroffenen ansprechen und auch nicht davor scheuen, eine weitere Person, zum Beispiel den Hausarzt, hinzuziehen. Dem Alkoholkranken hilft es nicht, wenn er gedeckt wird, das führt ihn nur weiter in die Abhängigkeit oder Isolation.

Was genau bewirkt er im Körper?

Für Kinder und Jugendliche ist der übermäßige Alkoholgenuss besonders gefährlich, da ihr Körper, ihr Gehirn noch in der Entwicklung ist. Unter Alkohol sind wir weniger leistungsfähig, je mehr wir trinken desto stärker verlieren wir unsere Wahrnehmungsfähigkeit. Was zunächst als eine angenehme Lockerheit daherkommen mag, führt zur Selbstüberschätzung bis hin zum Tunnelblick und der Gefahr, nicht nur sich selbst sondern auch andere zu schädigen.

Unsere Sinne sind nicht mehr so wachsam, auch das Schmecken oder Fühlen verändert sich. Alkohol bewirkt auch, dass das Hungergefühl steigt. Die Blutgefäße erweitern sich im ganzen Körper, unser Gesicht bekommt eine deutlich sichtbare Röte.

Wer sehr viel Alkohol im Blut hat, kann auch sterben, denn dann ist die Funktionsfähigkeit des Gehirns gestört, die Atmung und auch das Herz können still stehen und ein Vollrausch so tödlich enden.

Die Dosis macht das Gift, heißt es oft. Wie viel Alkohol dürfen wir also trinken?

Wer gesund ist, sollte folgende Richtwerte beachten:

  • Frauen: etwa 0,5l Bier oder 0,2l Wein bzw. 0,2l Sekt
  • Männer: etwa die anderthalbfache Menge.

Und dann empfehlen Experten, immer mal wieder den Alkohol wegzulassen. Am besten zweimal die Woche.

Alkohol am Steuer - eine andere Art von Gesundheitsgefahr. Wie steht es damit?

Alkohol am Steuer gefährdet nicht nur das eigene Leben, sondern auch das anderer Verkehrsteilnehmer.

Daher sollte man als Autofahrer am besten den Alkohol komplett weglassen und auch als Radfahrer darauf verzichten, denn das Gleichgewicht kann gestört sein und die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit sind eingeschränkt.


Im Studio: Dr. Lothar Zimmermann, Arzt und SWR Redakteur