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SENDETERMIN Di, 7.1.2020 | 12:15 Uhr | Das Erste

Aber bitte mit Hülle Der richtige Schutz fürs Smartphone

Smartphones sind kleine und zumeist empfindliche Westentaschencomputer, besonders der Bildschirm kann beim Gebrauch in Mitleidenschaft gezogen werden. Darauf können hässliche Kratzer entstehen, wenn das Smartphone etwa gemeinsam mit einem Schlüsselbund in einer engen Jeanshosentasche steckt. Bereits ein Sturz auf den Fußboden kann das Display springen lassen. Dann hat man sich die gefürchtete „Spider-App“ eingehandelt, sieht aus wie ein dauerhaftes Spinnennetz auf dem Bildschirm. Aber das Smartphone lässt sich schützen, Folien machen das Display widerstandsfähig, Gummihüllen fangen den Sturz ab.

Schutzschicht für den Bildschirm

Die Hersteller werben gerne damit, dass sie das Display des Geräts von Werk aus mit einem besonders kratzfesten Glas ausstatten. Doch im täglichen Gebrauch zeigt sich, egal wie toll das beworben wird, die Kratzer sind da. Eine einfache Plastikfolie hilft schon, das zu vermeiden. Die gibt es ab ca. 5 Euro und sollten speziell für das Gerät passen. Kontrast und Helligkeit können mit Folie geringer sein. Das Aufbringen ist allerdings nicht so einfach, oft bleiben kleine Luftblasen. Dafür lässt sie sich auch zumeist ohne größere Rückstände wieder vom Display entfernen.

Einfacher aufzubringen ist eine hauchdünne Folie aus Glas, oft mit dem Begriff Panzerglas beworben. Sie saugt sich bei der Montage regelrecht an. Fällt das Smartphone hin, springt sie, aber nicht das Display. Kosten ab ca. 10 Euro. Doch diesen Schutz wieder zu entfernen kann je nach Hersteller schwierig sein und Spuren hinterlassen. Fön, Zahnseide, Taschenmesser sind beliebte Werkzeuge dafür. Anschließend ist die Glasfolie häufig sowieso hinüber und auf dem Display kann das entstehen, was eigentlich vermieden werden sollte: Kratzer.

Dritte Möglichkeit ist eine Flüssigkeit mit so genannten Nano-Partikeln. Sie wird aufs Display gestrichen und trocknet fest. Kosten ab 5 Euro. In Tests war die Schutzwirkung aber oft gering. Auch nutzt sich der Belag beim Gebrauch ab und muss von Zeit zu Zeit erneuert werden. Einfach so zu entfernen ist er nicht.

Kanten einpacken

Smartphones fallen in aller Regel auf die Kante des Geräts. Je nach Material hinterlässt das am Gerät Beulen, Kratzer oder Sprünge, selbst wenn das Display heil bleibt. Eine einfache Hülle aus Silikon (Bumper) macht das Gerät zwar nicht hübscher, aber deutlich haltbarer. Wer bereit ist ab 10 Euro auszugeben, braucht keinen Schreck mehr zu bekommen, wenn das Gerät fällt. In den allermeisten Fällen passiert dann nichts. Hüllen aus hartem Plastik schützen ähnlich gut. Wer es schick mag, kann sein Smartphone in modische Hüllen packen. Die gibt es bunt, etwa aus alten Feuerwehrschläuchen oder aber edler aus Leder mit einer Klappe (Flip Case). Auch sie schützen das Gerät. Der Preis ist mit 20 bis 50 Euro aber höher als beim einfachen Bumper.

Schaden beseitigen

Ist es aber doch passiert, kann es schnell mehrere hundert Euro kosten das Display auszutauschen. Das Smartphone zum Hersteller einschicken ist oft die teuerste Lösung, häufig aber die hochwertigste. Meist wird dann zu einem festgelegten Preis ein anderes Gerät zurückgeschickt, das generalüberholt wurde. Wer zum Telefonshop an der Ecke geht, kann Glück haben, dass sich der nette Verkäufer auch mit dem betroffenen Modell gut auskennt. Ein Displaytausch für 50 Euro kann aber auch bedeuten, dass keine Erstausrüsterqualität verbaut wurde und anschließend nicht alles einwandfrei funktioniert.

Versicherung mit vielen Ausnahmen

Die Spitzenmodelle moderner Smartphones kosten gerne mal über tausend Euro und auch die Reparaturen sind teuer. Hier kann eine Versicherung helfen, den Schaden im finanziellen Rahmen zu halten. Doch die Fallen lauern im Kleingedruckten. Nicht alle Versicherungen ersetzen die Reparaturkosten in voller Höhe. Mal beginnt der Versicherungsschutz erst sechs Wochen nach Abschluss, mal ist die Selbstbeteiligung hoch. Hier hilft es, genau zu rechnen. Für Smartphones aus der 300 bis 500-Euro-Klasse lohnt sich eine Versicherung in aller Regel nicht.

Quelle: Andreas Reinhardt, Multimedia-Experte