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SENDETERMIN Mo, 2.12.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

5 Fragen an den Rechtsexperten Frank Bräutigam Ihr Recht beim Umzug

Ein Umzug an sich ist schon stressig genug. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit ist es besonders ungemütlich. Was aber, wenn an so einem stressigen Tag auch noch alles schiefläuft?

1. Wer haftet, wenn das Umzugsunternehmen zu spät oder gar nicht kommt oder der Umzugswagen zu klein ist?

Frank Bräutigam: In solch einem Fall kann man als Kunde zum Beispiel Schadensersatz verlangen, z.B. für die Mehrkosten, falls ein anderes Umzugsunternehmen beauftragt werden muss. Oder für die Miete, wenn man länger in der Wohnung bleiben muss. Oder, falls die Nachmieter schon vor der Tür stehen, kann man auch die Kosten für ein Hotel verlangen.

2. Wer haftet für Schäden, die beim Transport des Umzugsunternehmens entstehen?

Wenn beim Umzug etwas kaputt geht, dann haftet in der Regel der Umzugsunternehmer. Es kann aber auch sein, dass man mal auf einem Schaden sitzen bleibt. Das ist der Fall, wenn man selbst die Kisten gepackt hat, allerdings etwas zu schlampig. Geht dann etwas kaputt, haftet das Unternehmen nicht. Genau deswegen gibt es im Nachhinein oft Streit, denn es geht um die Frage: Wer hat welchen Fehler gemacht?

3. Wenn der Fehler beim Umzugsunternehmen liegt – haftet das dann unbegrenzt für alle entstandenen Schäden?

Nein, hier hat der Gesetzgeber einen Höchstwert eingeführt. Das Umzugsunternehmen haftet mit maximal 620 Euro pro Kubikmeter Laderaum. Aber Achtung: Umzugsunternehmen haften z.B. nicht für die Beförderung von Edelmetallen, Geld, Wertpapieren oder Urkunden. Für Schäden bei der Beförderung von lebenden Tieren und Pflanzen muss das Umzugsunternehmen ebenfalls nicht aufkommen. Allerdings muss das Umzugsunternehmen bei Abschluss des Vertrages auf diese Regelungen hinweisen. Ansonsten kommen sie nicht zur Anwendung und das Unternehmen haftet trotzdem.

4. Wie schnell muss ich Umzugsschäden dem Unternehmen melden?

Da heißt es tatsächlich: Schnell sein! Kann man den Schaden von außen erkennen, muss er spätestens am Tag nach der Ablieferung gemeldet werden. Ansonsten erlischt der Anspruch auf Schadensersatz. Ist der Verlust der Sache oder die Beschädigung von außen nicht erkennbar, dann hat man vierzehn Tage Zeit. So oder so bedeutet das: Nach dem Umzug sollte man seine transportierten Sachen unbedingt schnell und sorgfältig überprüfen.

5. Darf das Unternehmen Möbel einbehalten?

Ja, das dürfen sie in der Tat. Wenn Vorauskasse oder Barzahlung vereinbart ist, und der Kunde zahlt nicht, oder zahlt einen Teil nicht, dann darf das Umzugsunternehmen einen Teil der Möbel zurückbehalten, bis die Zahlung eingegangen ist.

aus der Sendung vom

Mo, 2.12.2019 | 12:15 Uhr

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