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Solarleuchte steht in der Sonne

SENDETERMIN Mi, 2.9.2020 | 12:16 Uhr | Das Erste

Repaircafé Solarleuchten reparieren

Solarleuchten setzen den Garten und Balkon mit Leuchtakzenten schön in Szene. Andreas Frisch zeigt, wie Sie diese reparieren können.

Jetzt ist es langsam Zeit für die ersten lauen Frühlingsabende im Garten oder auf dem Balkon. Viele Leute haben zur Dekoration hübsche solarbetriebene Leuchten, die aber über den Lauf der Zeit ihren Geist aufgegeben haben und nun dunkel bleiben. Umweltfreundlich und wirtschaftlich sind diese von der Sonne gespeisten Produkte aber nur, wenn wir sie dann nicht gleich wegwerfen sondern sie wieder fit machen. In den meisten Fällen ist dies durch einen ganz unkomplizierten Austausch des enthaltenen Akkus erledigt!

Solarleuchten gewinnen während des Tages mit einer eingebauten Solarzelle per Photovoltaik elektrische Energie aus dem Sonnenlicht. Damit diese für die Nacht gespeichert und dann wieder abgerufen werden kann, ist jede Solarleuchte mit einer wiederaufladbaren Pufferbatterie, auch genannt Akkumulator, bestückt. Wie jeder weiß, altern diese chemischen Energiespeicher im Laufe der Zeit und sie leiden besonders durch häufige Lade- und Entladevorgänge. Dies geschieht aber bei Solarleuchten andauernd, nämlich jeden Tag! Je nach Qualität der enthaltenen Akkuzelle und der Ladeelektronik ist oft schon nach einer Saison der Leuchtspaß vergangen und die Geräte, die doch eigentlich die Umwelt schonen sollen, werden überflüssigerweise zu schädlichem Elektroschrott.

Manchmal besitzen diese Leuchten versteckte kleine Schalter. Eventuell müssen sie nur eingeschaltet werden? Es gibt welche zum Schieben, zum Drücken und auch Magnetschalter. Möglicherweise brauchen sie beim ersten Einsatz auch zunächst einmal einen kompletten Tag in der vollen Sonne um wieder zu Kräften zu kommen.

Wenn trotzdem partout nichts mehr leuchtet, muss die verbrauchte Akkuzelle getauscht werden. Dazu muss man als erstes das Gehäuse öffnen. Je nach Lampentyp funktioniert dies einfach werkzeuglos oder mit einem Schraubendreher. Keine Scheu: es herrscht bei Solarleuchten niemals eine gefährliche
Spannung im Inneren.

Normalerweise steckt der Akku in einem Batteriehalter, genau wie z.B. die Batterie einer Fernseh-Fernbedienung. Ab und zu ist die Polarität, das heißt wo der Plus- und wo der Minuspol nicht ganz klar gekennzeichnet; bitte merken sie sich dann die korrekte Ausrichtung der Akkuzelle (Handyfoto hilft). Ansonsten ist wie bei allen Batteriefächern üblicherweise die Seite mit der Spiralfeder der Minuspol (-) und die flache Seite der Pluspol (+). Manchmal sind auch mehrere Akkuzellen enthalten.

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Solarleuchten Schritt für Schritt reparieren

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Diese runden Leuchten mit Erdspießen sind sehr weit verbreitet. Um Sie zu öffnen braucht man oftmals gar kein Werkzeug. Sie besitzen einen Bajonettverschluss, den man einfach aufdrehen kann.

Diese runden Leuchten mit Erdspießen sind sehr weit verbreitet. Um Sie zu öffnen braucht man oftmals gar kein Werkzeug. Sie besitzen einen Bajonettverschluss, den man einfach aufdrehen kann.

Im Inneren befindet sich meistens ein Aufkleber mit dem passenden Akku-Typ (z.B. 1x AA Ni-MH) oder die Bezeichnung ist auf dem Batteriefachdeckel eingeprägt.

Bei diesem Modell lässt sich auch der Batteriefachdeckel ohne Werkzeug lösen. Normalerweise steht auch auf der Akkuzelle nochmal der genaue Typ aufgedruckt.

Obwohl hier die Kontakte durch Feuchtigkeit schon stark korrodiert waren, funktioniert mit einem frisch aufgeladenen Akku die Leuchte trotzdem noch. Wenn die Solarzelle komplett abgedeckt wird, sollte die Leuchtdiode (LED) aufleuchten. Wenn das Licht nicht richtig leuchtet oder flacker, müssen eventuell die Batteriekontakte noch etwas gereinigt werden. Man kann sie z.B. mit einem spitzen Messerchen oder einem Bürstchen vorsichtig von der Korrosion befreien.

Solarleuchten gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen, diese hier ist zur Anbringung an Treppenstufe gedacht. Ganz ähnlich aussehende Modelle gibt es in etwas größer auch für beleuchtete Hausnummern.

Das Gehäuse ist zum Schutz vor Witterungseinflüssen fest verschraubt und kann mit einem passenden Schraubendreher geöffnet werden.

Auch hier befindet sich im Inneren eine Akkuzelle, diesmal vom kleineren Typ Ni-MH AAA.

Es gibt auch Lichterkettchen mit Solarbetrieb. Diese haben normalerweise dann eine Leitung zu einem kleinen Kästchen, das die Solarzelle und den Akku enthält.

Diese Einheit ist normalerweise mit Schrauben verschlossen und muss für den Batteriewechsel geöffnet werden.

Ein Austausch der Akkuzelle gestaltet sich auch bei diesem Modell völlig problemlos!

Die passende wiederaufladbare Batterie finden

Am häufigsten werden in Solarleuchten diese beiden Sorten Rundzellen verwendet:
1. Ni-MH Größe AA (ungefähr so groß wie ein Finger bis zum mittleren Gelenk)
2. Ni-MH Größe AAA (in etwa so dick wie ein Kugelschreiber und etwas kürzer als AA)

Üblicherweise ist die Bezeichnung aber auch auf den alten Akkuzellen aufgedruckt oder steht im Innern der Leuchte.

Beim Nachkauf von wiederaufladbaren Batterien achten sie bitte darauf, dass der Typ - üblicherweise Nickel-Metallhydrid (Ni-MH) - sowie die Größe passen. Zusätzlich sollte auf die in mAh (Milliamperestunden) angegebene elektrische Speicherkapazität der Zellen geachtet werden: hier lautet die Devise nicht "viel hilft viel". Akkus mit sehr großer Kapazität wie man sie z.B. für elektrische Spielzeuge verwendet, können durch die kleinen Solarzellen während eines Tages überhaupt nicht vollgeladen werden. Vielmehr gibt es speziell für Solarleuchten geeignete Akkus, die eine geringere Kapazität (z.B. 500 oder 800 mAh) aufweisen, dafür aber besonders "zyklenfest" und robust sind und dadurch erheblich länger halten. Anstelle spezieller "Solar"-Akkus sind auch wiederaufladbare
Batterien für Schnurlostelefone ("Phone" oder "DECT") ganz gut geeignet.

Wenn sie ein Ni-MH-Akkuladegerät besitzen, können sie zu Beginn der Saison die Akkus dort einlegen und einmal ganz aufladen. Die meisten Akkuladegeräte können auch erkennen, ob eine Zelle defekt ist und zeigen dies an. Manchmal kann durch einige vollständige Lade- und Entladezyklen eine schlappe Akkuzelle auch nochmal wiederbelebt werden.

Wenn der Akku fest eingelötet ist oder sie das Gehäuse der Solarleuchte nicht aufbekommen, hilft ihnen gerne ein Repair-Café weiter, sobald diese wieder Veranstaltungen anbieten können. Auch wenn es sich um ein Produkt mit Lithium-Ionen-Akku handelt, ist der Nachkauf und der Einbau von
Ersatzzellen etwas komplizierter und sie sollten sich Unterstützung dabei suchen.

Tipps zum richtigen Umgang mit Solarleuchten

  • Stellen oder stecken sie die Solarleuchten so, dass sie mehrere Stunden am Tag im vollen Sonnenlicht stehen und nicht im Halbschatten
  • Wenn die Solarzelle obendrauf nicht gerade sondern schräg angebracht ist oder sich in einem externen Kästchen befindet, richten sie sie mit einer Neigung von ca. 30° und gegen Süd-Westen aus
  • Wischen sie die Solarzelle sauber, wenn sie verschmutzt ist
  • Manchmal wird die Vergussmasse der Solarzelle nach einigen Jahren blind und streut dadurch die Sonnenenergie, so dass diese nicht bis zur eigentlich sehr langlebigen Solarzelle durchdringen kann. In diesem Fall, versuchen sie diese Schicht zu polieren, z.B. mit einem Multifunktionsöl oder Zahnpasta. Eventuell anschließend wieder mit Klarlack versiegeln.
  • Schalten sie die Leuchten über den Winter aus, wenn ein Schalter vorhanden ist, oder entnehmen sie den Akku und lagern sie die Geräte im Trockenen.
  • Informieren sie sich vor dem Kauf einer Solarleuchte, ob die enthaltenen wiederaufladbaren Batterien problemlos selbst gewechselt werden können. Von Modellen mit nicht zu öffnenden Gehäusen sollten sie im eigenen Interesse Abstand nehmen!
  • Verbrauchte Batterien und Akkus können kostenlos überall dort zurückgegeben werden, wo diese Produkte auch verkauft werden, z.B. in Supermärkten, Drogerien, Baumärkten. Bitte recyclen sie die Zellen dort und nicht über den Hausmüll.