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Eine Frau beschneidet eine Hecke mit einer Gartenschere.

SENDETERMIN Mi, 12.5.2021 | 12:15 Uhr | Das Erste

Repaircafé Pflege von Gartenscheren

Der Frühling ist da und alles sprießt und treibt! Dabei unverzichtbar sind Gartenscheren. Wie Sie diese reparieren und pflegen zeigt Ihnen Andreas Frisch!

Grundsätzlich zu unterscheiden sind die beiden Typen Amboss-Schere und Bypass-Schere.

Bei den Amboss-Scheren drückt eine schmale Schneide durch das Holz auf den feststehenden Amboss. Diese Scheren sind eher für hartes holziges Material geeignet, da sie die Rinde verletzen können und sich beim durchtrennen von feinen Fasern schwer tun.

Die Bypass-Scheren funktionieren nach dem Prinzip einer normalen Papierschere: hier müssen zwei Klingen exakt aneinander vorbeigleiten. Deswegen müssen diese Klingen etwas dicker sein. Mit diesen Scheren sind präzisere und schonendere Schnitte bei frischen Trieben möglich, z.B. bei Rosen.

Außerdem gibt es noch Astscheren, Heckenscheren und Grasscheren.

Ganz wichtig ist die regelmäßige Pflege aller Teile der Schere, besonders der Klingen, der Feder und des Scharniers.

Zum Entfernen grober Ablagerungen, z.B. von Baumharzen eignet sich besonders gut ein Kriechöl. Mit Hilfe der rauen Seite eines Spülschwamms kann man dann die angelösten Verkrustungen gut reinigen.

Zum Konservieren und Schmieren der Schere eignet sich das Kriechöl nicht. Besser geeignet ist hierfür ein umweltfreundliches Universalöl, ein Kettensägenöl oder auch ein einfaches Speiseöl. Überwintern können Sie die Schere am schonendsten eingewickelt in einen öligen Lappen.

Gift für die Scheren ist es, wenn sie zu dickes oder zu hartes Material durchtrennen wollen. Die aktuell erhältlichen großen Astscheren sind leider fast alle von sehr fragwürdiger Qualität. Greifen sie lieber auf eine Frischholzsäge zurück!

An den Klingen bitte niemals selbst mit Sandpapier oder anderen Metall abtragenden Methoden arbeiten! Die Klingen bilden ein exakt abgestimmtes Schneidsystem, das sonst nicht mehr richtig funktionieren kann.

Die Klingen hochwertiger Scheren können ca. 10 Mal vom Profi nachgeschliffen werden, bevor sie getauscht werden müssen. Der Gartenfachhandel tauscht anstatt zu schärfen oftmals nur die Klinge aus, nicht aber die Gegenklinge. Danach hat man aber keinen sauberen Schnitt mehr.
Bei guten Scheren lohnt sich das Nachschleifen eigentlich immer, ein kompletter Hohlschliff ist normalerweise ab 10 Euro zu haben. Jede seriöse Meisterwerkstatt wird sie auch darauf hinweisen, wenn sich das Nachschleifen gegenüber eines Tauschs nicht mehr lohnt.

Wenn mit einer Gartenschere ernsthaft gearbeitet werden soll, lohnt sich fast immer die Investition in ein hochwertiges Schweizer Fabrikat. Diese sind komplett zerlegbar und jedes Teil ist einzeln erhältlich, sogar die Kunststoff-Griffüberzüge können ersetzt werden.

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So reparieren Sie eine Gartenschere

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Eine hochwertige Gartenschere lässt sich einfach komplett auseinandernehmen und jedes Ersatzteil ist einzeln erhältlich. Dafür braucht man nur einen Schraubendreher und einen Schraubenschlüssel.

Eine hochwertige Gartenschere lässt sich einfach komplett auseinandernehmen und jedes Ersatzteil ist einzeln erhältlich. Dafür braucht man nur einen Schraubendreher und einen Schraubenschlüssel.

Zum Reinigen der Gartenschere eignet sich am besten ein Kriechöl, das man etwas einwirken lässt.

Der gröbsten Schmutz, z.B. Sand, nimmt man zunächst mit einem Krepppapier oder alten Tuch ab, danach kann man mit einem Topfschwamm die glatten Oberflächen sehr gut säubern. In die unzugänglicheren Stellen kommt man mit einer alten Zahnbürste. Handschuhe schützen die Haut vor dem aggressiven Benzin im Kriechöl. Das Kriechöl wird von den Einzelteilen mit einem Lappen abgewischt und dann wieder alles zusammen gebaut.

Die Schere wieder zusammen bauen!

Um nach dem Zusammenbau die Schere richtig einzustellen, bzw. um eine zu lockere Schere nachzuziehen löst man zunächst die Arretierung mit einem Schraubendreher. Anschließend zieht man mit einem Schraubenschlüssel die gezahnte Mutter so fest anziehen, dass sich die Schere zu bleibt. Nun öffnet man die Mutter ein ganz kleines Stück, damit sie gerade so von selbst aufgeht. Danach schraubt man die Arretierung wieder fest.
Die Schere sollte sich nun gerade so von alleine öffnen. Es ist wichtig, dass es hier möglichst wenig Spiel gibt, damit der Schnitt sauber ist.

Mit einem umweltfreundlichen Universalöl kann man die Metallteile konservieren und schmieren. Zur Not tut es hierfür auch ein einfaches Speiseöl aus der Küche.