Bitte warten...

SENDETERMIN Mi, 17.3.2021 | 12:15 Uhr | Das Erste

Repair-Café Frühlings-Wartung für E-Bikes

Wenn es wieder wärmer wird, zieht es viele nach draußen. Ihr E-Bike hat aber nach der Winterpause ein bisschen Aufmerksamkeit nötig. Was jetzt zu tun ist, verrät Ihnen Andreas Frisch!

Überhaupt sollten E-Bikes genau wie auch normale Fahrräder oder Kraftfahrzeuge, regelmäßig selbst gewartet und zusätzlich einmal jährlich in der Fahrradfachwerkstatt inspiziert werden.

Am besten pumpen sie einen Tag vor der ersten Ausfahrt die Reifen auf. Wenn sie dann über Nacht Luft verloren haben, muss der Schlauch getauscht werden.

Falls vor der Winterpause die Kette nicht gereinigt und geschmiert wurde, so ist es nun höchste Eisenbahn hierfür.

Eine korrekte Funktion der Bremsen ist für die Sicherheit das absolut Wichtigste, deswegen überprüfen Sie bitte die Bremsbeläge und die Bremswirkung, bevor Sie auf Achse gehen!

Wenn Sie sich bei irgendetwas unsicher sind, hilft Ihnen gerne eine Fahrradfachwerkstatt weiter. Auch bei Repair-Cafés und offenen Werkstätten steht Hilfe zur Selbsthilfe bei Fahrradwartungen hoch im Kurs - sobald es die Corona-Situation wieder erlaubt.

So bekommen Sie Ihr E-Bike wieder fit

E-Bike waschen

ACHTUNG: Zum Waschen und zur Wartung unbedingt den Akku herausnehmen und den Akkufachdeckel wieder schließen. Auf keinen Fall Hochdruck- oder Dampfreiniger benutzen! Kein fettlösendes Spülmittel für geschmierte Teile (Kette, Schaltung) benutzen!

Grober Schmutz kann von den Rädern und dem Rahmen zunächst abgebürstet werden. Anschließend mit einem Schwamm und klarem Wasser den restlichen Schmutz abwaschen. Motor, Batteriefach und Bedienteil nicht mit Wasser reinigen!

Kontrolle der Bremsbeläge

Die Bremsenwartung ist nicht nur von den gefahrenen Kilometern abhängig, sondern von mehreren Faktoren wie der Fahrweise und der Masse des Fahrers. Auf jeden Fall aber nutzen sich Bremsbeläge von E-Bikes schneller ab als von normalen Fahrrädern. Deswegen ist jetzt ein guter Zeitpunkt zu kontrollieren, ob die Bremsbeläge noch dick genug sind. Wenn bei Scheibenbremsen weniger als ein halber Millimeter übrig ist, müssen sie in der Fahrradfachwerkstatt gewechselt werden. Bei Felgenbremsen gibt es Querrillen als Verschleißindikator. Bei der jährlichen Inspektion in der Fahrradfachwerkstatt werden dann bei Bedarf auch die Bremsscheiben gewechselt.

Kette pflegen

Die Pflege der Kette erfolgt immer in zwei Arbeitsschritten (Reinigen + Schmieren) und sollte nach jeder Fahrt bei Nässe und nach jedem Waschen oder spätestens monatlich durchgeführt werden.

ACHTUNG: Unbedingt darauf achten, dass kein Schmiermittel auf die Bremsscheiben bzw. die Felgen gelangt!

Zunächst die Kette mit einem Fahrradkettenöl einsprühen. Anschließend die Kette so lange durch einen einen alten Lappen kurbeln, bis das Tuch sauber bleibt. Am besten funktioniert dies im aufgebockten Zustand oder mit Hilfe einer zweiten Person, die das Hinterrad anhebt. Beim Umdrehen und auf den Lenker stellen muss man darauf achten, die Bedienkonsole nicht zu beschädigen und das Fahrrad gegen Umkippen sichern!

Nur wenn die Kette Flugrost angesetzt hat oder extrem verschmutzt ist, kann ein Universal-Kriechöl (z.B. WD-40, Caramba 70, Sonax SX 90) aufgesprüht und nach kurzer Einwirkzeit sehr sorgfältig abgeputzt werden. Diese Mittel lösen jedoch auch die Schmierstoffe aus den feinen Gelenken zwischen den Kettengliedern, was sie zunächst einmal wieder umso anfälliger für Verschleiß macht!

Im Zweiten Schritt wird mit einem Fahrradkettenöl oder einem PTFE-Spray von innen (d.h. auf der Oberseite der unten zurücklaufenden Kette) ein kleiner Tropfen auf jedes Kettenglied gegeben. Nun einige Male durchkurbeln, womit nun auch die Ritzel geschmiert werden. Nach einigen Minuten oder vor der nächsten Fahrt sollte man überschüssiges Öl mit einem sauberen Lappen abwischen, da ansonsten nur Schmutz angezogen wird oder es die Bremsen beeinträchtigen kann.

Die Kette sollte am besten nach 2000 km komplett ersetzt werden, sie kann aber bei besonders schonender Fahrweise auch bis zu 5000 km halten. Überprüfen kann dies der Fachhändler mit einer Kettenlehre. Eine gelängte Kette führt übrigens automatisch zu erhöhtem Verschleiß bei Ritzeln und Kettenblättern, deswegen den Tausch nicht auf die lange Bank schieben!

ACHTUNG: Dämpferlaufflächen von Federgabeln niemals mit Kriechöl oder zu viel Wasser reinigen, dies könnte die Dichtungen zerstören oder eindringen und zu Korrosion führen! Sie sind normalerweise wartungsfrei und sollten nach jeder Geländefahrt nur mit einem weichen (Papier-)Tuch von der Dichtung weg sauber gewischt werden.

Bei Bedarf wird der Fachhändler während der Jahresinspektion mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Spezialprodukt arbeiten.

Fahrradreifen aufpumpen

Es ist normal, dass Fahrradreifen immer ein wenig Luft verlieren, blöderweise fällt dies jedoch bei einem E-Bike nicht sofort auf, da der Motor den erhöhten Kraftaufwand ausgleicht. Trotzdem ist es wichtig, dass man mit ausreichend befüllten Pneus fährt. Wird mit zu geringem Druck gefahren, so nutzt sich das Material unverhältnismäßig stark ab!

1/1

Reifen richtig aufpumpen

In Detailansicht öffnen

Der Bereich des Solldrucks ist auf der Reifenflanke eingeprägt. Für sportliches Straßenfahren und bei höherem Körpergewicht sollte bis knapp unter die angegebene Obergrenze befüllt werden. Für eine komfortablere Federung ist ein Aufpumpen bis zur unteren Grenze besser. Dies muss dann allerdings dann mit einer geringeren Reichweite bezahlt werden.

Der Bereich des Solldrucks ist auf der Reifenflanke eingeprägt. Für sportliches Straßenfahren und bei höherem Körpergewicht sollte bis knapp unter die angegebene Obergrenze befüllt werden. Für eine komfortablere Federung ist ein Aufpumpen bis zur unteren Grenze besser. Dies muss dann allerdings dann mit einer geringeren Reichweite bezahlt werden.

Zunächst wird die Ventilschutzkappe abgeschraubt und verwahrt. Bei einem solchen Sclaverand-(Französischem) Ventil muss nun das Ventil leicht aufgeschraubt werden (etwa bis zur Hälfte des Gewindes).

Wenn diese Reifen mit einem Kompressor oder einer Pumpe für Schrader-/Autoventile befüllt werden sollen, wird ein kleiner Ventiladapter benötigt, der mit der dickeren Seite aufgeschraubt werden muss. Je nach Befüllschlauch muss eventuell das Ventil oder der Adapter ein Stück auf- oder zugeschraubt werden, damit keine Luft entweicht.

Während des Aufpumpens muss man immer am Manometer den Druck im Auge behalten. Wenn man mit einem Kompressor arbeitet, immer nur vorsichtig kleine Luftmengen zugeben. Zum Schluss den Adapter abschrauben und verwahren und die Ventilschutzkappe wieder aufdrehen.

ACHTUNG: Keinesfalls über den Maximaldruck befüllen, sonst besteht Verletzungsgefahr durch Platzen!

Sehr alte Schläuche können auch bei geringerem Druck zeitverzögert platzen oder porös gewordene Mäntel einreißen - Unfallgefahr! Verliert der Schlauch die Luft innerhalb von kurzer Zeit wieder, so sollte er durch einen neuen ersetzt werden.

Eine einfache Rahmenpumpe reicht übrigens meistens nicht aus, um den erforderlichen Druck aufzubauen.

Akkupflege

Der Akku hält sich am längsten, wenn er zur Hälfte-3/4 aufgeladen gelagert wird. Keinesfalls sollte der Akku längere Zeit im komplett entladenen Zustand belassen werden, da er sonst durch Tiefentladung zerstört werden kann.

Am strapaziösesten ist das Laden des niedrigsten und des höchsten „Balkens“. Deswegen ist es schonend, wenn man den Akku weder komplett auf Null leer fährt und auch nicht immer nach jeder kleinen Fahrt wieder komplett volllädt. Wenn man für eine große Tour die komplette Reichweite benötigt, ist es besser erst unmittelbar vorher komplett aufzuladen.

Der Akku darf keinesfalls Frost bekommen - wenn das E-Bike z.B. in einer ungeheizten Garage steht, so muss im Winter oder bei drohendem Nachtfrost auch im Frühjahr der Akku entnommen und in der Wohnung aufbewahrt werden.

Ebenso dürfen E-Bikes nicht in der prallen Sonne geparkt werden, weil sie dabei schnell überhitzen können und danach eventuell sogar vom Händler resettet werden müssen.

Während des Transports auf Auto-Fahrradträgern muss der Akku separat transportiert werden, damit er sich auf der Straße keinesfalls lösen kann.

Der Akku ist das teuerste Bauteil eines E-Bikes. Deswegen lohnt sich bei etwas älteren Rädern ein neues Original-Ersatzteil meist kaum noch. Allerdings gibt es spezialisierte Dienstleister, denen man verbrauchte Akkupacks einsenden kann. Die defekten Lithium-Ionen-Zellen werden dann ausgetauscht und man erhält eine Batterie mit der ursprünglichen oder sogar größerer Kapazität zurück.

Allgemeine Tipps

  • Denken Sie an materialschonendes Schalten! Man sollte bereits rechtzeitig vor einem Berg oder bevor man z.B. an einer Ampel anhalten muss schon runterschalten, damit es anschließend flüssig weitergehen kann.
  • Mit hohem Gang anzufahren oder unter Last zu schalten belastet den Motor und die Kette sehr stark und sollte deshalb vermieden werden.
  • Viele E-Mountainbikes werden ab Werk als Sportgeräte verkauft und sind damit nicht verkehrssicher und nicht für die Straße zugelassen - achten Sie unbedingt auf einen StVO-gerechten Umbau (Leuchten, Reflektoren), den der Fachhändler gerne für Sie vornehmen wird.
  • Durch die mühelos erreichbaren Geschwindigkeiten ist eine Fahrt mit dem E-Bike auch nicht ungefährlich. Achten Sie deswegen unbedingt auf eine sichere defensive Fahrweise und ganz dringend auch auf persönliche Schutzausrüstung - allem voran ein Helm!