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SENDETERMIN Mo, 12.9.2016 | 12:15 Uhr | Das Erste

Superfood Chia und Leinsamen

Chia-Samen, das sind kleine weiß-graue Körnchen, die aus Mittelamerika stammen und derzeit gern ins Müsli gestreut werden, weil sie sooo gesund sind. Kann unser heimisches Superfood Leinsamen da mithalten?

Herkunft

Chia

Chia-Samen stammen von der Mexikanischen Chia - einer Pflanze aus der Gattung der Salbeipflanzen. Sie kam ursprünglich fast ausschließlich in Mexiko vor. Dort ist sie schon lange als Nahrungsmittel bekannt. So spielten die Chia-Samen schon vor 5.000 Jahren bei den Mayas und Azteken eine wichtige Rolle. Den Weg zu uns fand Chia bereits im 15. Jahrhundert, als die Pflanze von Spaniern mit nach Europa gebracht wurde. Zum großen Durchbruch kam es damals aber noch nicht.

Leinsamen

Leinsamen sind Flachs-Samen. Und Flachs ist eine der ältesten bekannten Kulturpflanzen überhaupt. Wo sie genau herkommt, ist nicht bekannt - vielleicht aus den zentralasiatischen Steppen. Schon die alten Griechen verwendeten sowohl Leinsamen, als auch das Leinöl als Heilmittel.

Die Fasern des Flachses lassen sich auch zu Stoffen verarbeiten.

Gut, weil...

Chia-SamenLeinsamen
Chia-Samen enthalten viele Ballaststoffe. Die gelten als verdauungsfördernd und sorgen für ein anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen. Ob sie allerdings so satt machen, dass man sie als Abnehm-Wundermittel bezeichnen könnte, konnte wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden.Der in Leinöl vorkommenden Omega-3-Fettsäure Linolensäure werden gesundheitsfördernde Effekte zugeschrieben. Und erste Studien weisen tatsächlich darauf hin, dass sie möglicherweise dazu beitragen könnte, bestimmten Krebsarten vorzubeugen.
Chia-Samen enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die sind gut für uns, weil unsere Körper daraus langkettige Omega-3-Fettsäuren bilden, die zum Beispiel als entzündungshemmend gelten.Die Samenschalen der Leinsamen enthalten Schleimstoffe, die im Darm verdauungsfördernd wirken. Leinsamen sind deshalb auch ein natürliches Mittel gegen Verstopfung.
Omega-3-Fettsäuren wirken sich außerdem positiv auf das Lipidprofil des menschlichen Blutes aus. Aber: Ob der Verzehr von Chia-Samen Krankheiten wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs verhindern oder ihren Verlauf positiv beeinflussen kann, wurde noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Vorsicht also bei allzu euphorischen Werbeversprechen!Die in Leinsamen enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren helfen in Kombination mit dem ebenfalls in Leinsamen vorkommenden Vitamin E, den Cholesterinspiegel positiv zu beeinflussen.

Lagerung

Chia

Chia-Samen sind bei guter Lagerung mindestens 2-4 Jahre haltbar.

Leinsamen

Bei Leinsamen sieht es etwas anders aus: Sie werden deutlich schneller ranzig. Geschrotet halten sie etwa ein halbes Jahr, ganze Samen sind länger haltbar. Öl sollten Sie nur in kleineren Mengen kaufen, da es nach dem Öffnen schnell verbraucht werden sollte. In der geschlossenen Flasche hält sich Leinöl ebenfalls etwa ein halbes Jahr.

Vorsicht

Chia-SamenLeinsamen
Die empfohlene Tagesmenge von 15 Gramm (entspricht einem guten Esslöffel) sollte beachtet werden. Wer sich an die Mengenvorgaben hält, braucht nicht mit unerwünschten Nebenwirkungen wie Blähungen zu rechnen.Viel trinken, da Leinsamen nicht sofort bei Verstopfung hilft, sondern oft erst nach zwei bis drei Tagen. Trinkt man zu wenig, können die Schleimstoffe im Darminneren "verkleben". Das kann im Extremfall zu einem Darmverschluss führen.
Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten - hier sind Wechselwirkungen möglich.Nehmen Sie Leinsamen nicht zusammen mit Medikamenten zu sich, da er die Aufnhame behindern kann. Zwischen Der Einnahme von Medikamenten und dem Verzehr von Leinsamen sollten deshalb mindestens zwei bis drei Stunden liegen.
Pro Mahlzeit sollten nicht mehr als 15 Gramm Leinsamen verzehrt werden. Für Schwangere sollten nicht mehr als insgesamt 20 Gramm pro Tag aufnehmen.

Die angegebenen Werte beziehen sich in der Regel auf das rohe Lebensmittel. Je nach Verarbeitung gehen Nährstoffe verloren. Außerdem sagen die Werte nichts darüber aus, wie gut (oder schlecht) ein Stoff von unserem Körper tatsächlich aufgenommen werden kann.