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Plastiktütenverbot soll Ganges retten

24.09.2016, von

Die Inder nennen den Ganges zärtlich „Mutter Ganga“ und verehren den mächtigen Strom aus dem Himalaya schon lange. Kein Wunder angesichts der gewaltigen Wassermengen, die die heilige Ganga in jedem Moment zum Meer spült, fruchtbare Überschwemmungen hinterlassend, die Wasserversorgung weiter Landstriche garantierend, aber auch immer wieder mit wilden Ausbrüchen ihre unbändige Kraft demonstrierend. 

Ein Bad im Fluß ist für Hindi ein Muss, für Westler eher, sagen wir: gewöhnungsbedürftig angesichts dessen, was alles in der Ganga landet. Tote Mönche in Tuch eingewickelt sind da noch das geringste Problem. Es ist vor allem, was uns in Deutschland an Rhein, Elbe und Co. ebenfalls zuschaffen macht: die Plastikverschmutzung. Grober Müll, versiffte Tüten allerorten. Bergeweise. Unhygienisch, verstopfen die Kanalisation. Und: Feinste Partikel zerriebenen Plastiks schleichen sich über das Wasser allmählich in die Nahrungskette, vergiften die Tierwelt und letzlich auch uns. Der Ganges ist krank.

Das Ausmaß der Belastung ist hier am Rand des Himalaya allerdings noch um ein Vielfaches größer und sichtbarer als bei uns in Deutschland. Traditionell wird hier jeder Müll einfach mal in die Landschaft geworfen. Solange das verrottende Materialien waren wie Blätter u.ä. war das eher ein ästhetisches Problem. Inzwischen ersticken weite Teile Indiens im (plastikdominierten) Müll. Doch das Problem ist inzwischen erkannt und langsam tut sich auch was. Es sind einzelne Initiativen wie etwa ein Trupp Frauen, die morgens die Pilgertreppen zur Ganga vom Müll reinigen. Eine Sisyphusarbeit, denn jeden Tag lässt dort jeder alles fallen wo er oder sie steht und geht. Diverse Hinweisschilder appellieren an die Pilger: Lasst Mutter Ganga nicht zur Mutter Müll verkommen. 

Ein mühsames Geschäft: Die Herausforderung einer Verhaltensänderung betrifft in Indien bei rund einer Milliarde Menschen nicht gerade wenige. Aber sie trauen sich dran, auch wenn der Müll angesicht anstehender Wahlen ein unpopuläres Thema ist: Ein Verbot der noch allgegenwärtigen Plastiktüte ist zumindest im Bundesstaat Punjab bereits seit 1. April 2016 da, auch wenn die Umsetzung noch hängt. Städte und Gemeinden sind seither eigentlich verpflichtet, in ihren Bereichen ein Verbot der Herstellung, Verkauf und Gebrauch von Plastiktüten durchzusetzen. 

Davon ist freilich in der Praxis beim Einkauf nichts zu spüren. Der Handel weigert sich, den Bann umzusetzen, denn die Alternativen kämen ihn deutlich teurer: Netze, Stofftaschen oder Papiertaschen. Und mal eben die Kunden zur Kasse zu bitten wie das bei uns geschieht ist angesichts oft geringster Einkommen nicht so einfach. Jetzt sollen es Subventionen richten, fordert etwa ein Kommentator in der Zeitung „The Tribune“. Die Kosten für die Beseitigung der durch das Plastik angerichteten Schäden lägen schließlich um ein Vielfaches höher als die  Subventionierung des Plastikersatzes. In der Tat. Die Müllberge in erheblichen Teilen Nordindiens haben ein Ausmaß erreicht, das einfach nur noch unerträglich ist, für Mensch und Natur.

Alle reden über Böhmermann, keiner über Salz

15.04.2016, von

Unbeachtet versalzen weltweit immer mehr Gewässer, mit fatalen Folgen für die Gewässerqualität. Eintags-, Stein- und Köcherfliegen sterben, begünstigt werden gebietsfremde Arten. Die Kosten für die Trinkwasserbehandlung steigen, wirtschaftliche Schäden sind die Folge. Ursachen: Landwirtschaft, Abwässer aus dem Berg- oder Salzabbau, der chemischen und der Kali-Industrie. Auch Fracking könnte zunehmend ein Problem werden, warnen Wissenschaftler von der Uni Landau. „Die Bedeutung der Versalzung von Gewässern wird unterschätzt“, heißt es in einer Mitteilung der Uni. Wohl wahr.

Drei Jahre Öldesaster Deepwater Horizon – noch Fragen?

18.04.2013, von

Zum Öldesaster nach dem Untergang der Bohrplattform Deepwater Horizon haben die Tagesschau viele Fragen über Facebook erreicht, am 20.4.13 jährt sich die Ölkatastrophe ja zum dritten Mal. Manche Fragen konnten wir in einer Zuschaltung heute morgen beantworten, einige sind offen geblieben. Ich versuche so weit es geht im Lauf des Tages ein paar Fakten zu klären und dann peu à peu hier im Blog zu ergänzen. Los geht’s:

Libertarian Chris will wissen: Hat sich die Strömung des Golfstroms verändert? (Habe damals einen Artikel gelesen, in dem dies befürchtet wurde durch den Einsatz der Chemikalien.)

Die Befürchtung war zunächst auch berechtigt, denn das absinkende Öl verändert zeitweilig die Dichte des Meereswassers und hätte damit durchaus auch das Strömungsverhalten beeinflussen können. Nach den derzeitigen Erkenntnissen hat es aber bisher keine nennenswerten Veränderungen der Strömung des Golfstroms gegeben, da hat sich nach Aussagen von Geomar , dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, nichts verändert. Für eine endgültiges Ergebnis ist es aber auch noch viel zu früh, das, so die Aussage, würde sich erst nach etlichen Jahren beurteilen lassen, wenn alle andere Faktoren (normale Schwankungen, andere menschliche Einflüsse) heraus gerechnet wären. Momentan gibt es aber nach Aussage eines Sprechers von Geomar keine Hinweise darauf, dass die Ölkatastrophe und die eingesetzten Chemikalien irgend etwas am Golfstrom ändern.

Armin Berthold Scholz fragt: Wie giftig ist Corexit wirklich?

Ich zitiere hier Prof. Michael Schlüter von der Uni Hamburg, der an einem interdisziplinären Forschungsprojekt im Golf von Mexico mitmacht:
„Die Wirkung von Corexit muss sehr differenziert betrachtet werden und wird gerade ebenfalls sehr intensiv untersucht. Einerseits wirkt Corexit wie ein Spülmittel, welches das Öl in feinere Tröpfchen aufspaltet. Hierdurch bildet sich eine sehr große Oberfläche, wodurch die Bakterien einen viel besseren Zugang zum Öl haben und es besser und schneller abbauen können. Andererseits folgen die feineren Tröpfchen besser der Strömung, wodurch es auch zu einer weiteren Verbreitung des Öls kommt. Corexit sorgt weiterhin dafür, dass das Öl unter die Wasseroberfläche absinkt – hierdurch können Vögel geschützt werden und das Öl wird durch die Wellen weniger stark verteilt. Jedoch ist es schlechter zu lokalisieren und abzusaugen. Auch an diesem Beispiel wird deutlich, dass nur ein sehr interdisziplinäres Team eine Bewertung verschiedener Szenarien vornehmen kann. Biologie, Strömungsmechanik, Chemie, Geologie, Meterologie – alle Expertisen sind erforderlich.“

Belial Daemonis möchte wissen: Welche politischen Konsequenzen sind aus dieser Katastrophe gezogen worden? Fragte er, obwohl er die Antwort schon ahnte…

Es gab in den USA zunächst einen Stopp für Tiefbohrungen, der wurde allerdings nach einem halben Jahr wieder aufgehoben. Erlassen hat die Obama-Regierung ferner für BP ein Vertragsverbot, das heisst, die Firma ist – weil als unzuverlässig gebrandmarkt – kein Geschäftspartner der USA mehr. (Da kann man sich freilich auch fragen, ob die US-Ölfirmen „besser“ wären.)
Ansonsten sollte es ein paar Verbesserungen in der Zusammenarbeit zwischen der für Schiffe/Plattformen zuständigen Küstenwache und dem für Bohrungen zuständigen Innenministerium geben, aber selbst das verläuft schleppend. Und im Kongress, der hätte gesetzliche Rahmenbedingungen wie den Oil Pollution Act hätte verändern und verbessern müssen und können, um eine koordinierte Katastrophenbekämpfung zu fördern, ist bisher nichts relevantes in dieser Richtung geschehen. Ein dicker Bericht zur Deepwater Horizon, eine stillgelegte Webseite mit Infos, that’s it.

Wadde Mer fragt: Wer bezahlt die Umweltschäden bzw. sorgt dafür, dass das wieder in Ordnung kommt? Wie werden die Helfer mit Gesundheitsproblemen entschädigt? Wer haftet für die Ölkatastrophe?

Wenn dann überwiegend BP. Die Firma hat einen von einem Gericht überwachten Fonds gegründet, aus dem Entschädigungen etc. gezahlt werden. BP muss zudem eine Strafe in Milliardenhöhe zahlen und wird jetzt seit Anfang dieses Jahres auch noch zivilrechtlich beklagt. Erst wenn diese vielen Dutzend Prozesse abgeschlossen und rechtswirksam sind, wird sich zeigen, ob die Ölfirma glimpflich davon kam oder nicht. Wenig ermutigend für die Opfer ist das Beispiel der Exxon Valdez, die letzten Gerichtsverfahren wurden 20 Jahre nach Untergang dieses Öltankers vor Alaska abgeschlossen, die Strafe von 5 Milliarden Dollar auf eine halbe Milliarde gedrückt.

Wolfram Krause meint: Wie sieht es unter der Oberfläche aus? …vor allem unter der Meeresoberfläche und den betroffenen Lebensräumen? Und Sascha Hähnel fragt: Was ist mit dem Öl passiert?
Dazu Prof. Michael Schlüter, Uni Hamburg:
Natürlich sind die Auswirkungen katastrophal und noch nicht in vollem Umfang absehbar. Schon heute sind aber Langzeitfolgen abzusehen, die den Bestand in Flora und Fauna nachhaltig verändern werden. Vom Änderungen in der Populationsdichte bis zum Verschwinden ganzer Arten. Die Biodiversität wird in jedem Fall beeinflusst.
Bei der biologischen Abbaubarkeit von Schweröl zeigt sich eine interessante Entwicklung, da der biologische Abbau schneller erfolgt, als zunächst vermutet. Dies wird darauf zurückgeführt, dass ohnehin immer viele ölabbauende Bakterien im Golf von Mexico vorhanden sind, da es eine natürlich Grundverschmutzung mit Öl gibt. Der Meeresboden ist teilweise von natürlichen Ölquellen durchtränkt. Wenn eine entsprechend hohe Startkonzentration vorhanden ist, vermehren sich die Bakterien natürlich bei einer Ölkatastrophe viel schneller und müssen sich nicht erst an die Substrate anpassen. Außerdem laufen an der TU Hamburg Harburg Experimente die zeigen, wie sich der Ölabbau unter Hochdruck verändert. Hier gibt es Anzeichen, dass der Druck den Abbau etwas verbessert – aber dass muss erst noch genauer untersucht werden, um belastbare Aussagen zu treffen.
Trotzdem darf der biologische Abbau nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich sehr viele giftige Stoff im Meer und Meeresboden ablagern und natürlich auch von Organismen aufgenommen werden und hier Langzeitschäden verursachen. Die Schadstoffe gelangen früher oder später in die Nahrungskette.

Die Römer waren genauso Ökoschweine wie wir?!

20.11.2012, von

Nächste Woche im Livestream näher beleuchtet: unser Umgang mit Wasser und Boden im Lauf der Jahrhunderte. Ich freu‘ mich schon auf Debatte und die Fragen und Anregungen live und aus dem Netz. Dienstag, 27.9., ab 19 Uhr aus und im Museum für Antike Schiffahrt in Mainz.

Zum Umgang des Menschen der Vergangenheit mit Wasser und Boden kann die Archäologie besonders viele Erkenntnis liefern. Seit der Jungsteinzeit greift der Mensch mit verschiedensten Methoden der Ackerbauwirtschaft in den natürlichen Boden und Wasserhaushalt ein. Besonders interessante Informationen liegen uns hier z. B. aus der römischen Antike und dem späten Mittelalter vor. Monokulturartige Wirtschaftsformen führten schon damals zu Umweltproblemen, die unseren heute verblüffend ähnlich sind.Wir können so vergleichen, wie es die Menschen früher getroffen hat und was sie dagegen unternommen haben, mit dem was wir heute kennen.

via Museumsgespräche 2012 – Livestream – Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde.

Umstrittene Elbvertiefung erst mal gestoppt

17.10.2012, von

Da freut sich der Elb-Fisch und die Bekassine wundert sich:

Das Bundesverwaltungsgericht hat einem Eilantrag von Umweltschützern stattgegeben und die Ausbaggerung der Elbe vorerst gestoppt.

Zur Abwechslung mal nicht das alte Spiel: Erst Fakten schaffen, dann vor Gericht verhandeln. Sondern Stopp bis zur Klärung.

via Sieg für Umweltschützer: Gericht stoppt geplante Elbvertiefung

Schweiz: Gewässer vergiften wird künftig schwerer

09.11.2011, von

Je näher intensiv bewirtschaftete Äcker und Wiesen an Gewässer heran reichen, umso größer ist die Gefahr einer Verschmutzung. Muss ja nicht mal Absicht sein, wenn die Gülle beim nächsten Regen in den wenige Meter entfernten Bach geschwemmt wird. Die Folgen: verseuchtes Grundwasser im großen Maßstab, in ganz Mitteleuropa ein Thema. Die Schweiz ändert jetzt ihre Gewässerschutzverordnung und bis Ende 2018 müssen alle Kantone einen sogenannten Gewässerraum „ausscheiden“, sprich: die direkte Umgebung der Gewässer soll vor Verschmutzung geschützt werden.

Ist der Raum einmal ausgeschieden – es handelt sich total um 20’000 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche–, darf dieser nur noch extensiv bewirtschaftet werden.

Klar, es wird Klagen geben, wenn manche  Bauern nicht mehr so produzieren dürfen wie gewohnt. Letztlich sind derartige Möglichkeiten der Vorbeugung aber der einzige Weg, um auf Dauer wieder sauberes Wasser zu erhalten. Nur mit „guter fachlicher Praxis“ schaffen das die Landwirte nicht, da reicht ein Blick auf die viel zu hohe Nitrat und teilweise auch Pestizidbelastung des Grundwassers einschlägiger Agrargebiete.

via Gewässerraum ist anfechtbar – schweizerbauer.ch.

Ozon hilft bei winzigen Verschmutzungen in Gewässern

11.10.2011, von

 

Das Institut für Umweltwissenschaften der Uni Landau hat es ausprobiert und untersucht: Ozon kann winzige Verunreinigungen wie Medikamentenreste, Kosmetika oder Industriechemikalien aus Gewässern wirkungsvoll entfernen. Herkömmliche Kläranlagen können das in der Regel nicht.

Das Ergebnis der vorliegenden Studie bescheinigt der Ozonierung überwiegend positive Eigenschaften.

Dass Ozon organische Substanzen oxidiert und damit abbaut, ist im Grundsatz keineswegs neu. Sicher ist jetzt: Kleine Flohkrebse fraßen in ozonbehandeltem Wasser deutlich mehr als in verschmutztem Wasser.Das zeigten bereits erste Zwischenergebnisse, über die wir vorletztes Jahr bei Im Grünen berichtet haben.

Bisher fehlen gesetzliche Grundlagen für die Anwendung dieser Reinigungstechnologie im Freiland. Und wie sich der aggressive Sauerstoff des Ozons ökologisch auswirkt, wieviel giftige Reaktionsprodukte bei der Oxidation entstehen (oder eben nicht) scheint mir derzeit noch nicht ausreichend geklärt. Hoffe, das kommt noch.

via Behandlung von Abwässern mit Ozon führt zur Reduktion chemischer Verunreinigungen.

„Water makes Money“ – sehenswerter Film bei arte

22.03.2011, von

Ein gut gemachter Film zu den Folgen einer Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung, gerade eben gelaufen bei arte. Sehenswert. Hoffentlich auch in der arte-Mediathek jetzt noch eine Weile zu sehen. Wie lange noch ist fraglich.

Noch darf der Film gezeigt werden, ein Ausstrahlungs- bzw. Aufführungsverbot ist künftig jedoch nicht auszuschließen. Veolia ging schon einmal gegen die Ausstrahlung eines kritischen Wasserfilms vor. Leslie Franke und Herdolor Lorenz wollten bereits 2005 in dem zusammen mit dem NDR koproduzierten Film „Wasser unterm Hammer” über die Praxis der Geheimverträge bei der Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke aufklären.

viaFilm „Water makes Money“ unter Beschuss der privaten Wasseranbieter | NachDenkSeiten

Indus wieder ins alte Flussbett?

12.09.2010, von

Die Flut in Pakistan betrifft immer noch Millionen Menschen. Und es könnte sich offenbar ein neuer Flußarm des Indus ausbilden:

Steigt das Wasser noch einen halben Meter, fließt der Manchhar-See in den Indus und vervollständigt den neuen Flussarm. Dadurch wäre mit dem Indus-Highway eine der wichtigsten Schnellstraßen der Region unterbrochen, vier Städte hätten plötzlich keine Landverbindung mehr zum Rest Pakistans. Neu ist dieser Zustand nicht, im Gegenteil, eine solche Insel gab es im Indusgebiet noch in historischer Zeit. Geowissenschaftler vermuten auf der Basis von Landschaftsformen und historischen Aufzeichnungen, dass der neue Flussarm einem alten Flussbett folgt, in dem der nördliche Arm des Indus etwa 300 vor Christus floss.

Wenn uns Vergleichbares im Rheintal passieren würde – weia. Das alte Neckarbett läuft nämlich direkt entlang der Bergstraße, Mündung erst bei Trebur, kurz vor Mainz, in den Rhein. Und der Rhein selbst mäanderte bis zur Begradigung im 19. Jahrhundert heftigst. Aber zum Glück sind die Alpen nicht so mächtig wie der Himalaya, deshalb werden uns derartige Unglücke eher nicht so schnell drohen. Hier bei dieser Gelegenheit noch mal ein Spendenkonto, das ich für seriös halte, für ein nordindisches Projekt im Ladakh. Oder bei tagesschau.de, die Menschen haben es nötig.

Quelle: Der Indus sucht sich sein neues, altes Bett | Fischblog.

CO2-Speicher bedroht Trinkwasser

23.08.2010, von

Beim Kampf gegen den Klimawandel wird auch darüber nachgedacht, das vor allem in Kohlekraftwerken entstehende Kohlendioxid abzutrennen,zu verflüssigen und im Erdboden zu speichern. Damit wäre es zwar (zumindest zeitweilig) der Atmosphäre entzogen. Doch das Verfahren ist umstritten, mit der Einlagerung entstehen womöglich neue Probleme. Wenn demnächst der Bundestag ein „CCS-Gesetz“ auf den Weg bringt, das die Einlagerung von Kohlendioxid regeln soll, dann werden die deutlichen Bedenken der Wasserversorger hoffentlich ernst genommen. Die Wasserwirtschaft befürchtet nämlich, dass das eingepresste Kohlendioxid salzhaltiges Wasser im jeweiligen Gestein verschieben und damit bisher salzfreie Trinkwasservorräte schädigen könnte.

Neben den vorgesehenen CO2-Lösungsvorgängen wird das Salzwasser durch das eingepresste CO2 zum Teil auch verdrängt, steigt nach oben und bedroht damit das Grundwasser.

Ist das Grundwasser aber erst mal versalzen, ist der Schaden kaum noch zu reparieren. Geld kann man nicht trinken: auch strenge Haftungsregeln machen versalztes Trinkwasser im Untergrund nicht erneut nutzbar.

Quelle: Telepolis enews: CO2-Einlagerung gefährdet Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser.

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