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Luftverschmutzung – „weiter so“ wird immer schwieriger

15.02.2017, von

Stuttgart, Mainz und viele andere Städte – wir haben da ein Problem. Dreck in der Atmosphäre. Feinstaub. Und: Zuviel Stickoxid in der Luft, vor allem NO2. Schlimm vor allem für Asthmatiker, weil die Bronchien verengt werden können. Nicht lustig. Die Ursachen sind bekannt:

40 Prozent der NO2-Emissionen stammen aus dem Verkehr, davon wiederum werden etwa 80 Prozent von Dieselfahrzeugen verursacht.

Wobei von den fast zwei Dritteln Emissionen aus Nicht-Verkehrs-Quellen seltener die Rede ist, weil in Ballungsräumen halt der Verkehr die Hauptursache ist. Aber lohnen würde sich ein Blick auf die Feuerungsanlagen für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle allemal. Nur Passivhäuser sind fein raus. Ob ein Dieselfahrverbot für Städte kommt? Das wäre schon eine drastische Maßnahme. Aber von Betroffenheitsanalysen allein wird die Luft halt nicht sauberer.

Quelle: EU zu Luftverschmutzung: Letzte Warnung für Deutschland | tagesschau.de

Der frühe Vogel scheut den Fluglärm

31.08.2016, von

Fluglärm stört nicht nur uns Menschen, sondern hat auch Auswirkungen auf die Tierwelt. Bis zu einem Viertel weniger Zeit steht etwa den Buchfinken in der Nähe des Flughafens Berlin-Tegel morgens zur Vefügung, um ungestört zu zirpen. Das hat eine Studie ergeben, bei der Wissenschaftler 2013 und 2014 zeitweilig die Vogelgesänge am Flughafen und einer entfernten Kontrollstelle mindestens eine Stunde vor Sonnenaufgang erfasst haben. Das Ergebnis: von zehn Singvogelarten starteten die Hälfte am Flughafen signifikant früher zu singen als im Bereich der ruhigeren Kontrollstelle. Das ist zwar schön, dass sich die Vögel offenbar anpassen können, es kann aber ihre Fitness verschlechtern und damit langfristig schädigen.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ece3.2357/full

Ölteppich bedroht letzte bengalische Tiger

15.12.2014, von

Die Ölverschmutzung durch ein Tankerunglück in den weltweit größten Mangrovensümpfen an der Küste von Bangladesh hat offenbar größere Ausmaße als offiziell bisher eingeräumt. Betroffen sind in dem Sundarbarns genannten Gebiet laut Dhaka Tribune sowohl Menschen (wenn sie verseuchte Shrimps essen) als auch Tiger, Vögel, Flussdelfine…

A day after the first sighting of an Irawaddy dolphin corpse, hundreds of marine birds, small fishes and otters could be seen struggling with their lives looking for food in the oil-mixed mud on the banks of Sela River.

via Toll on wildlife rises in the Sundarbans | Dhaka Tribune.

Luxemburger Schüler erfinden Solar-Dreirad

17.07.2014, von

SchülerInnen auf dem Weg zum Solar Campus der Goerlitz-Stiftung am Samstag in Koblenz. Der Weg ist im Internet anzugucken.  Coole Sache.

Das e-lectrike solar  ist ein dreirädriges Liegerad, welches von Schüler in einer außerschulischen Aktivität als Pedelec (Pedal Electric Cycle) umgebaut wurde. Ein Grossteil seiner Antriebsenergie wird von einem mitgeführten Solarpanel geliefert. Dadurch entstand ein Fortbewegungsmittel der sogenannten „sanften Mobilität“, das im Idealfall keine Energie aus dem öffentlichen Stromnetz benötigt und somit keine Emissionen verursacht – weder lokal noch kraftwerksseitig, also: 0 g CO2.

gesehen bei:

http://www.e-lectrike.lu.

Boah: LKW stoßen messbar CO2 aus?!

21.05.2014, von

Was lange währt, muss noch lange keine Strategie zur Verringerung von CO2-Emissionen werden. Zumindest im Fall von Nutzfahrzeugen hat sich die EU ziemlich Zeit gelassen, bevor überhaupt  – gemessen wird. Da reden wir noch nicht von Reduktionen:

Die EU-Kommission hat am Mittwoch eine Strategie zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beschlossen. Als erster Schritt ist dabei geplant, den Ausstoß von Nutzfahrzeugen zu messen.

via Nutzfahrzeuge: EU will CO2-Ausstoß von Lkw und Bussen messen – SPIEGEL ONLINE.

Tag der traurigen Tropenwälder

13.09.2013, von

14. September ist Tag der Tropenwälder. Und alle Jahre wieder jammern sie allerorten darüber, dass die Tropenwälder immer mehr schrumpfen. Jährlich die Fläche Griechenlands etwa. Aber tun dagegen, och, dann vielleicht doch lieber nicht. Zumindest nicht gleich oder besser: sollen doch die anderen was machen.
Und es dauert: Das Verbot, in die Europäische Union illegal geschlagene Tropenhölzer einzuführen zum Beispiel, ja, das gibt es mittlerweile, das ist toll, das freut den Artenschützer. Nur dumm, dass es im Grunde zwanzig Jahre zu spät kommt, weil die wertvollsten Bestände inzwischen schon abgehackt sind. Die Mühlen der Bürokratie sind halt so langsam und ein Schuft der böses dabei denkt.
Oder, auch so eine nette Geschichte, nehmen wir die Palmölplantagen. Fast sieben Milliarden Euro hat unsere Europäische Union im Jahr 2011 ausgegeben, um die Verwendung von Biosprit zu fördern. Biodiesel wurde mit fast vierzig Cent pro Liter subventioniert. 40 Cent pro Liter! Schließlich sollen die Erneuerbaren Energien im Sprit eu-weit mal zehn Prozent ausmachen, da muss man schon was für tun, klar.
Nur: Längst ist klar, dass Biosprit alles andere als Bio ist sondern blanker Unsinn. Zum einen, weil er keineswegs klimaneutral ist. Es ist für das Klima wesentlich besser und für usn Steuerzahler wesentlich günstiger, den Verbrauch der Autos zu drosseln statt dem Treibstoff Biosprit beizumischen, wie das derzeit der Fall ist. Und zum anderen, wir erinnern uns: Tag der Tropenwälder 14. September: Biodiesel ist ein Waldkiller sondergleichen. Denn statt Urwald für Orang-Utans, Tiger oder Elefanten stehen in weiten Teilen Südostasiens mittlerweile Palmöl-Monokulturen ohne Ende und in Mittelamerika siehts auch nicht besser aus.
Fast zwei Milliarden Kilogramm Palmöl werden dem Diesel in der EU pro Jahr zugesetzt, hinzu kommen große Mengen Soja- und Rapsöl. Doch die veränderte Landnutzung in den Tropen für Biosprit hat die EU zwar per Gutachten selbst feststellen lassen, nur Konsequenzen zieht niemand daraus. Das EU-Parlament hat nämlich dieser Tage allem besseren Wissen zum Trotz die weitere Beimengung von Biosprit auf den Weg gebracht, auch wenn deshalb Ökosysteme in den Tropen zerstört werden, um Zuckerrohr-, Palm- und Sojaplantagen zu pflanzen.
So sind wir: Da haben wir einen Tag der Tropenwälder, da fördert das Umweltministerium diese Woche bundesweit 400 Jugendgruppen, die sich für Erneuerbare Energien einsetzen wollen unter www.energiewende-und-du.de – und die Wirklichkeit? Traurige Tropen, gerodet für Profit und Bequemlichkeit. Alle Jahre wieder.

Bahn frei für Busse – wenn Verschwörung Wirklichkeit wird

12.08.2013, von

Ist Ihnen mal aufgefallen, wieviele Verschwörungstheorien im Internet zu finden sind? Das Kennedy-Attentat: in Wirklichkeit ein Staatstreich der CIA. Die Mondlandung: gab es gar nicht. Und so weiter, und so weiter. Jetzt kommt noch eine fantastische Entdeckung dazu, eine unglaublich raffinierte Intrige, über Jahrzehnte eingefädelt und gnadenlos exekutiert, die bisher nur keiner durchschaut hat: die Sache mit der Deutschen Bahn, oder genauer: mit dem Ende der Deutschen Bahn.

Sie erinnern sich, die Eisenbahn: das war eigentlich einst unser umweltfreundlichstes Verkehrsmittel – sofern sie wirklich gut ausgelastet ist, wie das früher mal der Fall war. Bei leeren Zügen nämlich sind Busse eindeutig die ökologisch bessere Alternative. Aha, hat sich eine große Koalition aus Busherstellern und Busunternehmen vor einiger Zeit gedacht, das ist unsere Chance. Ziel: Erst das Image der Bahn als ökologisches und zuverlässiges Verkehrsmittel ankratzen, dann die Busse als Alternative anbieten.
Erstes Teil des Plans: die Installation eines Maulwurfs der Busindustrie im obersten Management der Bahn. Zweiter Teil: die rechtliche Zulassung von Fernbussen auf innerdeutschen Langstrecken. Letzteres hat die gelb-schwarze Koalition prompt erledigt, Fernbusse dürfen inzwischen der Bahn Konkurrenz machen, vor allem auf den profitablen Verbindungen zwischen Grossstädten.
Und auch der erste Teil des Plans hat funktioniert. Ein gewisser Hartmut Mehdorn liess sich 1999 zum „Bahnchef“ krönen, und unter dem Vorwand, die Bahn fit zu machen für den Börsengang, begann er ein subtiles, zehnjähriges Zerstörungswerk. Er ließ solange Personal abbauen, Renovierungen aufschieben und Preise erhöhen, bis die einst legendär zuverlässige Bahn den Ruf eines extrem unpünktlichen, unzuverlässigen und teuren Verkehrsmittels bekam.
Jetzt, 2013, wird die Ernte des von langer Hand eingefädelten Plans eingefahren. Im Internet locken billige Busbuchungen, etwa unter meinfernbus.de oder deinbus.de und wie sie alle heißen, und die Bahn: kapituliert. Aus. Ende. Kaputtsaniert. Da wird eine Landeshauptstadt wie Mainz mal eben wochenlang vom Bahnnetz einfach weitgehend abgehängt – angeblich wegen Personalmangel im Stellwerk. Angeboten werden… höchstens Ersatzbusse. Na, alles klar? Busse! Statt Eisenbahn! Wie sagte der Chef des A-Team immer: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“

Konkurrenz zum Panamakanal ökologisch umstritten

01.08.2013, von

Die Finanzierung des 40 Milliarden Dollar Projekts für einen neuen Schifffahrtskanal durch Mittelamerika steht angeblich. Der neue Kanal soll quer durch Nicaragua gehen und wird vss. dem Panama-Kanal Konkurrenz machen. Ökologisch betrachtet macht das Projekt allerdings wohl deutliche Probleme:

Der Verlauf dürfte Umweltschützer auf den Plan rufen, die argumentieren, der Nicaragua-See sei bereits jetzt durch Abwässer stark verschmutzt und werde nach dem Bau des Kanals durch Supertanker noch weiter belastet.

via Finanzierung des Nicaragua-Kanals ist perfekt.

Greenwashing statt Ökostrom für Bahncard-Kunden

18.05.2013, von

Haben Sie die grünen Krawatten bei der Deutschen Bahn gesehen? Ja, die zeigen klar sichtbar und unverkennbar an: Wir haben verstanden! Nein, nicht dass die Bahn jetzt pünktlicher sein würde. Nein, nein, aber grüner wird sie. 100 % Ökostrom für Bahncard-Inhaber, wirbt die Bahn, Zitat: „Seit April reisen BAhnCard-Kunden und Besitzer einer Streckenzeitkarten in den Fernverkehrszügen innerhalb Deutschlands ganz automatisch mit Strom aus erneuerbaren Energien. Die Kosten für den zusätzlich eingekauften Ökostrom übernimmt der DB-Fernverkehr.“ Super, oder?
Obwohl: Wo kommt der denn her, der Ökostrom? Haben Sie schon mal entlang der Bahnstrecken oder auf den Bahnhöfen Solaranlagen gesehen oder Windräder? Nee, nicht. Die Bahn kauft den Grünstrom bei anderen ein. Also machen wir ein Beispiel. Die Bahn weiss: Herr Weiss hat eine Bahncard, fährt Mainz – Stuttgart und zurück, 400 Kilometer, braucht dafür soundsoviel Strom und den kauft die Bahn dann bei RWE als Ökostrom ein. Moment, RWE, das sind doch diese Stromrebellen aus Nordrhein-Westfalen, die schon immer gegen die Energiewende rebelliert haben. Tun sie immer noch. Und ausgerechnet bei denen kauft die Bahn Ökostrom?

Kein Problem, soo viel Grünstrom ist das eh nicht, denn erstens bleibt der Nahverkehr völlig draußen und zweitens auch der Güterverkehr. Das ist ungefähr so als wenn ich Ihnen erzähle, was für ein Öko ich bin, weil ich immer mit der Bahn nach Stuttgart fahre, aber nebenher mein Wochenendhaus auf Malle völlig außen vor lasse. Und dann ist es ja auch nicht so, dass Grüner Strom eine neue Erfindung wäre und große Wasserkraftwerke betreibt die RWE schon seit Jahrzehnten. Nur neue Investitionen in Erneuerbare, die fährt die RWE runter.
Gerade der Anteil von Neuinvestitionen unterscheidet aber echten Ökostrom von welchem, der nur krawattengrün eingefärbt ist. Einen Öko-Aufpreis für alte abgeschriebene Wasserkraftwerke kassieren ist clevere Geschäftspolitik, aber nicht grün. Das heisst dann aber: Wenn die Bahn mit Ökostrom wirbt, dann gibt’s unterm Strich nur ein bisschen Umverteilung beim bestehenden Strommix, aber kaum ein echtes Mehr an Erneuerbaren Energien. Das nenn ich mal Marketing! Oder wäre „Greenwashing“ vielleicht doch zutreffender?

Greener Davos – mehr Klimaschutz im Verkehr: ein dickes Brett

25.01.2013, von

Autos Davos

I had a dream – wie wäre es, wenn beim nächsten Weltwirtschaftsforum alle mit der Bahn anreisen würden?  Netter Ausblick auf die Berge, und nur einmal umsteigen. In 2 Stunden 20 von Zürich-Flughafen, das geht flott.

Okok, ist ja gut, war nur’n Versuch, stimmt, dann käme wahrscheinlich gar keiner zum WEF. Selbst der Greenpeace-Chef maulte per Twitter, ob man nicht mal einen Ort finden könnte, der bisschen besser zu erreichen wäre als mit 3 Stunden per Bus. Und wenn Kumi Naidoo das schon sagt…

Zum richtigen Wirtschaftsboss gehört jedenfalls die rollende Luxusklasse wie der Stöckelschuh an die Blondine. Nicht wenige Davosbesucher reisen erst mal mit dem Privatjet an, (das kann auch schon mal eine Boeing 737 sein), nehmen dann ab Zürich-Dübendorf den Heli, wie die Hubschrauber in der Schweiz liebevoll genannt werden. Anschließend reden sie dann darüber erstens, dass die Umweltgesetzgebung den Markt behindert und zweitens, dass der Klimawandel ein Riesenproblem ist, das wir im Interesse der kommenden Generationen dringend lösen müssen. Der klassische, immer wieder gern genommene  Satz dazu lautet „The time for action is now“.

Das klingt dann manchmal sogar richtig lautmalerisch-lyrisch, so wie bei der Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde:  Die nachfolgenden Generationen werden per Klimawandel, Achtung: „roasted, toasted, fried and grilled“. Geröstet, getoastet, gebraten und gegrillt. Wohl war, und gerade Lagarde unterstelle ich eine Reihe von guten Vorsätzen, kluge Frau. Dennoch: Draußen vor dem Kongresszentrum, da stauen sich die Luxuskarossen, denn von Meeting zu Plenum zu Hinterzimmer zu Party bewegt sich hier kaum einer mit Rang und Namen zu Fuß.

Aber, das Weltwirtschaftsforum ist angetreten, die Welt zu verbessern. Und deshalb müssen alle Autos, die weniger als 7 Sitze haben und die zentralen Orte anfahren wollen, jetzt richtige Ökosparautos sein und bekommen dafür ein Plakettchen: Greener Davos. Und das heißt: dieses Fahrzeug stößt weniger als 192 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus, hat mindestens Effizienzklasse D und verbraucht höchstens 9 Liter auf 100 Kilometer. Und tatsächlich: Porsche sind hier kaum zu sehen, die sind nämlich allesamt mit einer Ausnahme Effizienzklasse G, also ganz lausig in der Klimabilanz.

Der Rest was hier rumflitzt: kommt auf den Motor an. Es gibt eine Menge Klimaschweine aus der richtig dicken Oberklasse, keine Frage, aber manchmal sind hier auch schon erstaunlich effiziente Oberklasseschlitten zu finden. Ein Mercedes S400 Hybrid etwa, der mit knapp 8 Liter auf hundert Kilometer auskommt. Wenn er seine 300 PS nicht rausholen muss, natürlich, oder, was hier ständig passiert, im Stand stundenlang läuft. Das ist zwar auch verboten, aber egal. Der Weg bis zur klimaverträglichen Weltgesellschaft ist noch weit, das ist in Davos klar zu sehen.  Immerhin: erste Schritte sind gemacht. Achja, so ganz billig ist die Sache nicht: 85.000 Euro kostet ein 400er S-Klasse Hybrid. Plus Extras.

 

 

 

 

 

 

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