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Brasilianischer Noch-Umweltminister warnt vor neuer Politik

31.10.2018, von

Minister kündigt Fusion mit Landwirtschaft an

Es ist ein Hilfeschrei erster Güte, der da über den Atlantik kommt. Der brasilianische Noch-Umweltminister macht in ungewöhnlich deutlicher Form öffentlich klar, was die vom künftigen Präsidenten Bolsonaro geplante Fusion mit dem Landwirtschaftsministerium bedeuten würde: das faktische Ende einer – ohnehin schon schwierigen – brasilianischen Umweltpolitik. „Ressourcenschutz, nein danke“, so lautet letztlich das offene Motto Jair Bolsonaros. Insbesondere die ohnehin schon stark geschrumpften Regenwälder des Amazonasgebiets werden leiden, dazu viele wichtige Schutzgebiete in –  international nur halt weniger prominenten – Regionen wie Pantanal, Cerrado oder Mata atlantica usw.
 
Wenn Bolsonaro auch nur halb so konsequent wie Donald Trump seine Wahlkampfversprechen abarbeitet, dann gute Nacht Ökologie in Brasilien. Und viele BrasilianerInnen werden sich nicht um die Natur kümmern können weil sie in Abwehrkämpfe gegen die ebenfalls offen angekündigte Hetzjagd auf Schwule, Lesben, indigene Völker etc. und andere zu erwartende Verletzungen der Menschenrechte verstrickt sind.

Plastik-Tod: ein Meister auch aus Deutschland

22.02.2017, von

Wir verdanken dem Plastik eine Menge. Seit die synthetischen Polymere 1907 erfunden wurden, haben sie unser Leben ordentlich umgekrempelt. Essen, Reisen, Anziehen, Verpacken – alles inzwischen kaum mehr ohne Verwendung von Plastik denkbar. Der Haken: fast zehn Milliarden Kilogramm (ich red mal nicht von Tonnen), also 10.000.000.000 Kilogramm Plastikmüll geraten jedes Jahr (!) in die Weltmeere. Beschädigen die empfindlichen Ökosysteme. Geraten als winzige, teils mikroskopisch kleine Partikel in die Nahrungskette und töten, mal schnell, mal langsam. Entweder ersticken die Tiere, weil sie sich in groben Teilen verheddern, mal vergiften sie sich durch als Nahrung aufgenommene Kleinstlebewesen, die selbst bereits voller Plastikteilchen stecken. Dabei müsste das Ausmaß bei weitem nicht so schlimm sein, oft wird Plastik ohne zwingende Notwendigkeit eingesetzt. Die weltweite Aufmerksamkeit für das Problem steigt langsam aber sicher. Selbst in Indien gibt’s inzwischen in manchen Städten zumindest Putzkolonnen für die völlig plastikvermüllten Ganges-Ufer. Und aus gesammeltem Plastik entstehen inzwischen neue Produkte, etwa in Chile. Dort baut ein junger Ami Skateboards und Sonnenbrillen aus Meeresmüll. Aber der Kampf gegen die Plastikverseuchung und – verschwendung ist zäh und bleibt eine große Herausforderung.

Seit heute gibt’s dafür noch mal etwas mehr an argumentativer Unterstützung. Die Weltnaturschutzunion hat einen neuen Bericht herausgegeben. „Primary Microplastics in the Oceans: a Global Evalutation of Sources“ schließt manche Wissenslücke. Er unterscheidet zwischen Plastikpartikel, die aus degradiertem Plastikmüll entstanden sind und Plastikteilchen aus Primärquellen wie Reifenabrieb oder textile Kunstfasern. Solcher Müll macht bis zu einem Drittel der jährlichen Plastikbelastung der Meere aus. Im Schnitt wirft rein statistisch jeder Erdbewohner Woche für Woche eine schwere Plastiktasche à 200 Gramm ins Meer.  Wobei die globalen Unterschied enorm sind, sie reichen von 110 Gramm pro Kopf und Jahr bis 750 Gramm.  So stammen, wie wir jetzt wissen, zwei Drittel des primären Plastikdrecks im Meer letztlich von textilen Kunstfasern beim Waschen und von Reifenabrieb oder Markierungsabrieb von den Straßen. Kann jetzt keiner mehr sagen: Och, wir wissen gar nicht wo dieser Plastikmüll herkommt.

Die Verschmutzung hat enorme Ausmaße und fängt bei uns vor der Haustür an. Als ich vor einigen Monaten mit dem Greenpeace-Messschiff Beluga auf dem Main unterwegs war, da reichte es, einen Filter für eine Minute in den Fluss zu halten, um massenhaft winzige Partikel im Wasser sichtbar nachweisen zu können. All das landet letztlich im Meer. Wir müssen und können die Art ändern, wie wir Plastik konsumieren, herstellen, designen und verwerten. Zum Beispiel mit Kleidung, die weniger Kunstfasern beim Waschen verliert bzw. mit Filtern in den Waschmaschinen. Das geht. Man muss es nur wollen.

Die Studie der IUCN auf englisch hier: https://portals.iucn.org/library/sites/library/files/documents/2017-002.pdf

Trump: Profitgier statt Klimaschutz

20.01.2017, von

„Ich bin stolz Amerikaner zu sein“, klampfte ein Countrysänger heute anlässlich des bevorstehenden Amtsantritts Donald Trumps. Stolz? Auf Gier und Ignoranz?

„Trump hat angekündigt, fast alle Errungenschaften Obamas für den Klimaschutz rückgängig zu machen. So will er alle Einschränkungen für die Gas- und Kohleindustrie wieder aufheben.“

Mir tun die Millionen armer Schweine auf diesem Planeten einfach nur leid, die ob der Arroganz der Klimawandelleugner unter Dürren, Überschwemmungen usw. leiden und die heisse Klimasuppe auslöffeln müssen, die ihnen die gierigen Profiteure des Wandels eingebrockt haben. Und 2016 war schon wieder ein klimatisches Rekordjahr, was (fast) niemanden wirklich wundert. Es ist zum Mäusemelken.

Quelle: Donald Trump: Die Abschussliste des neuen US-Präsidenten – SPIEGEL ONLINE

Dieselgate: Milliarden in USA, Tankquittung vorlegen in D

29.12.2016, von

Wie peinlich ist das denn? Wer einen Diesel von VW fährt, der aufgrund der Abgasmanipulationen des Autobauers in die Werkstatt zurück gerufen wird, bekommt einen Leihwagen, muss aber bei der Rückgabe die Tankquittung vorlegen. Wieder volltanken allein reicht offenbar nicht. Was für ein Misstrauensvotum gegenüber der eigenen Kundschaft. Schließt der Konzern von sich auf andere? 16.000.000.000 Dollar muss der Autobauer in den USA wohl allein für Entschädigungsprogramme wg. Dieselgate zahlen. In Deutschland gönnt er offenbar dem Kunden, der wegen des Fehlverhaltens von VW in die Werkstatt geordert wird, keinen Cent mehr als unbedingt nötig.

„Ausgestanden ist Dieselgate noch lange nicht – weder für die Wirtschaft noch die Politik“, schreibt die Stuttgarter Zeitung heute. Und auch nicht für die Kunden, die haben nämlich zumindest bisher nur wenig Lust, ihre Zeit für die Verfehlungen eines Konzerns zu vergeuden: Zumindest in Baden-Württemberg haben viel weniger Diesel-Besitzer ihre Wagen bisher umrüsten lassen als Volkswagen geplant hatte. Diese Quittung bekommt VW also auch.

Klimafreundlich Online-Shoppen

14.12.2016, von

Online-Shoppen, das ist praktisch, geht schnell und ist bequem. Nachteil: Verödende Innenstädte, wenn immer mehr Leute nicht in Läden kaufen (ok, da sind auch die Centren auf der grünen Wiese mitverantwortlich), und: erhöhter Ressourcenverbrauch. Aber: das geht besser, hat sich das Mainzer Umweltministerium gedacht und eine lesenswerte Liste mit Tipps erstellt, wie sich klimafreundlich Onlineshoppen lässt. Besonders schlecht weg kommt die verbreitete Variante, erst im Laden zu gucken und dann online zu bestellen = doppelter Ressourcenverbrauch. Obwohl: das vermeidet Retouren. Naja, wie man’s dreht und wendet: letztlich kommt’s immer auf die Details an, ob der Einkauf unter dem Strich  klimafreundliche oder klimaschädlich verläuft.

 

https://umweltschutz-im-alltag.rlp.de/de/monatstipps/online-shopping-was-hat-das-klima-davon-dezember-2016/

Apple: Abkassieren durch Elektroschrott?!

30.11.2016, von

Wie lange will unser Gesetzgeber eigentlich noch zugucken ohne einzugreifen, wie Firmen wie Apple munter dazu beitragen, wertvolle Ressourcen wie Metalle zu verschwenden? Gerade mal fünf Jahre alte Rechner werden demnächst wohl faktisch zu nicht-reparierbarem Müll deklariert.

Apple will demnächst verschiedene bekannte Mac-Modelle nicht einmal mehr gegen Geld reparieren. Darunter sind Geräte, die noch nicht wirklich alt sind.

Bei allem Verständnis, dass der Support auch von Hardware nicht unbegrenzt lange gehen kann weil er sich irgendwann betriebswirtschaftlich nicht mehr rechnet: dass sich Apple wie auch die entsprechend authorisierten Werkstätten schlichtweg weigern, Geräte zu reparieren, die noch nicht alt sind, das ist ein echtes Ärgernis. Manches Apple-Produkt ist eh schon katastrophal reparaturunfreundlich konstruiert, wie z.B. die Timemachine, und dann auch noch die Totalverweigerung nach fünf Jahren für Laptops…

In Kalifornien und der Türkei scheint es allerdings auch anders zu gehen: dort gelten offenbar längere Fristen, in denen ein Hersteller sich noch um seine Gerätschaften kümmern muss. So etwas ist auch bei uns bzw. in der EU überfällig. Da könnte doch z.B. die Ecodesign-Richtlinie der EU mal entsprechend angepasst werden, dass sie längere Reparaturzeitfenster erzwingt.

Milliardengewinne einfahren auf Kosten von Lieferanten und Kundschaft und gleichzeitig Elektro-Schrottberge anwachsen lassen durch Reparaturverweigerung, das passt nicht in die Zeit und sollte auch politisch nicht noch länger geduldet werden.

 

Quelle: Ausgelistet: 2011er Macs werden „obsolet“ | Mac & i

Plastiktütenverbot soll Ganges retten

24.09.2016, von

Die Inder nennen den Ganges zärtlich „Mutter Ganga“ und verehren den mächtigen Strom aus dem Himalaya schon lange. Kein Wunder angesichts der gewaltigen Wassermengen, die die heilige Ganga in jedem Moment zum Meer spült, fruchtbare Überschwemmungen hinterlassend, die Wasserversorgung weiter Landstriche garantierend, aber auch immer wieder mit wilden Ausbrüchen ihre unbändige Kraft demonstrierend. 

Ein Bad im Fluß ist für Hindi ein Muss, für Westler eher, sagen wir: gewöhnungsbedürftig angesichts dessen, was alles in der Ganga landet. Tote Mönche in Tuch eingewickelt sind da noch das geringste Problem. Es ist vor allem, was uns in Deutschland an Rhein, Elbe und Co. ebenfalls zuschaffen macht: die Plastikverschmutzung. Grober Müll, versiffte Tüten allerorten. Bergeweise. Unhygienisch, verstopfen die Kanalisation. Und: Feinste Partikel zerriebenen Plastiks schleichen sich über das Wasser allmählich in die Nahrungskette, vergiften die Tierwelt und letzlich auch uns. Der Ganges ist krank.

Das Ausmaß der Belastung ist hier am Rand des Himalaya allerdings noch um ein Vielfaches größer und sichtbarer als bei uns in Deutschland. Traditionell wird hier jeder Müll einfach mal in die Landschaft geworfen. Solange das verrottende Materialien waren wie Blätter u.ä. war das eher ein ästhetisches Problem. Inzwischen ersticken weite Teile Indiens im (plastikdominierten) Müll. Doch das Problem ist inzwischen erkannt und langsam tut sich auch was. Es sind einzelne Initiativen wie etwa ein Trupp Frauen, die morgens die Pilgertreppen zur Ganga vom Müll reinigen. Eine Sisyphusarbeit, denn jeden Tag lässt dort jeder alles fallen wo er oder sie steht und geht. Diverse Hinweisschilder appellieren an die Pilger: Lasst Mutter Ganga nicht zur Mutter Müll verkommen. 

Ein mühsames Geschäft: Die Herausforderung einer Verhaltensänderung betrifft in Indien bei rund einer Milliarde Menschen nicht gerade wenige. Aber sie trauen sich dran, auch wenn der Müll angesicht anstehender Wahlen ein unpopuläres Thema ist: Ein Verbot der noch allgegenwärtigen Plastiktüte ist zumindest im Bundesstaat Punjab bereits seit 1. April 2016 da, auch wenn die Umsetzung noch hängt. Städte und Gemeinden sind seither eigentlich verpflichtet, in ihren Bereichen ein Verbot der Herstellung, Verkauf und Gebrauch von Plastiktüten durchzusetzen. 

Davon ist freilich in der Praxis beim Einkauf nichts zu spüren. Der Handel weigert sich, den Bann umzusetzen, denn die Alternativen kämen ihn deutlich teurer: Netze, Stofftaschen oder Papiertaschen. Und mal eben die Kunden zur Kasse zu bitten wie das bei uns geschieht ist angesichts oft geringster Einkommen nicht so einfach. Jetzt sollen es Subventionen richten, fordert etwa ein Kommentator in der Zeitung „The Tribune“. Die Kosten für die Beseitigung der durch das Plastik angerichteten Schäden lägen schließlich um ein Vielfaches höher als die  Subventionierung des Plastikersatzes. In der Tat. Die Müllberge in erheblichen Teilen Nordindiens haben ein Ausmaß erreicht, das einfach nur noch unerträglich ist, für Mensch und Natur.

Eigenstrom-Steuer trifft nicht nur Solarbranche!

25.05.2016, von

Die Bundesregierung will in Zukunft Stromsteuer auch auf selbstverbrauchten Strom erheben. Dagegen hat sich dieser Tage vor allem die Solarwirtschaft positioniert. Solaranlagen rechnen sich ja seit Änderungen am EEG vor einiger Zeit im Allgemeinen nur noch, wenn der Strom selbst verbraucht wird. Die jüngsten Steuerpläne für den Eigenverbrauch stammen aus dem Bundesfinanzministerium und dort heißt es: die EU verlangt das so. Und es trifft eben nicht nur die Solarbranche. Ich habe meinen Kollegen Werner Eckert aus der SWR Umweltredaktion gefragt: wen trifft das wirklich?

„Es geht nicht nur um Solarkraftwerke, sondern um schlichtweg allen Strom, der von den Erzeugern selbst verbraucht wird. Also auch um die Kraftwärme-gekoppelte Anlagen von Industriebetrieben, um Biogasanlagen und anderes. Den größten Nutzen von der Stromsteuerbefreiung hatten tatsächlich bislang konventionelle Anlagen bis 2 MW elektrische Leistung. Für die alleine rechnet das Finanzministerium mit rund 1 Milliarde Euro Mehreinnahmen in den Jahren 2018-2023. Bei den Solaranlagen geht es wohl nur um einen Bruchteil davon.
Den Versuch, die Stromsteuer auch für all das einzuführen, hat es schon mal gegeben. Er ist aber gescheitert. Auch jetzt handelt es sich erst mal um eine Idee des Finanzministeriums. Und der Entwurf muss mit dem Umwelt- und dem Wirtschafts-Ministerium abgestimmt werden – da gibt es erhebliche Vorbehalte – und dann eben auch mit der Wirtschaft. Und die ist nicht amüsiert. 2 Cent verändern halt die Kalkulation nachhaltig.“

In der politischen Diskussion ging es diese Woche aber interessanterweise nur um die Solaranlagen. Warum das?

„Die Solarlobby ist besonders empfindlich derzeit. Denn auf der Agenda steht ja auch ein neues EEG- Erneuerbare-Energien-Gesetz. Da gibt es jede Menge Streit, weil in diesem Fall dann Wirtschaftsminister Gabriel die Förderung deutlich eindampfen will. Die Sorge: wenn das zusammen kommt, dann ist Schicht im Schacht mit Sonnenstrom. Da gehen die Neubauzahlen sowieso drastisch zurück. Das dritte Jahr in Folge wird die Mindestmenge nicht erreicht.
Und gerade jetzt geht es eigentlich erst richtig los mit der Energiewende. Bislang war das eigentlcih mehr ein „weiter wie gehabt + Erneuerbare oben drauf“.  an den vergangenen Wochenenden gab es aber Mittags fast genug Strom – nur aus den Erneuerbaren Quellen. Beides nebeneinander – Sonne und Kohle – vertragen Netz und Markt nicht dauerhaft.“

Ob sich tatsächlich die Erneuerbaren durchsetzen erscheint mir bei der derzeitigen politischen Großwetterlage fraglich. Ja, Siemens verkaufte gerade 84 Offshore-Windräder mit der Produktionskapazität eines halben Großkraftwerks an die Schotten. Aber: Die Kohlelobby ist stark und selbst die Atomlobby probiert es immer wieder, die Interessen ihrer Steinzeittechnologie voran zu bringen, trotz gesellschaftlich breiter Ablehnung. Wenn sich der jetzt kursierende Entwurf des Finanzministeriums durchsetzt, wäre das meines Erachtens ziemlich fatal für die Umwelt. Nur ein Beispiel, das ich aus eigener Anschauung kenne. Da überlegt ein energieintensives Unternehmen sein bisheriges umweltfreundliches Holzhackschnitzel-BHKW, das erneuert werden müsste, nicht mehr durch ein BHKW, sondern durch ein Gaskraftwerk zu ersetzen, wenn der Eigenverbrauch besteuert wird. Das umweltfreundliche Kraftwerk würde sich dann nicht mehr rechnen. Danke, Berlin.

Eine entzückende Enzyklika

18.06.2015, von

Das selbstgemalte Plakat neben dem schlichten Altar ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Der Kapitalismus kann nur ausgrenzen.“ Das war Anfang der 1980-er Jahre in einem kleinen Kaff am Amazonas in einer Holzhüttenkirche – letzte Überbleibsel der katholischen Befreiungstheologie. Von der Aufbruchsbewegung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil war nicht mehr viel übrig geblieben zu diesem Zeitpunkt, die letzten Aufrechten vom damaligen Vatikan gemaßregelt und zum Schweigen gebracht.

Und jetzt dieser Papst Franziskus. Kein klassischer Befreiungstheologe, aber sein „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung“ erinnert mich doch sehr an das Kirchlein am Amazonas, damals. Zu Umwelt hat er sich schon gelegentlich geäußert, für den Erhalt der amazonischen Regenwälder und gegen Verschwendung etwa. In der neuen  Enzyklika zu Umwelt bezieht Franziskus Position und zwar ziemlich deutlich:

„…er wendet die christliche Botschaft und katholische Lehre so konsequent auf die heutige Zeit an, dass er revolutionär wirkt. Etwa, wenn er jetzt die Wegwerfkultur verwirft und einen neuen Lebensstil fordert.“

Bleibt zu hoffen, daß er sich mit seiner nachhaltigen Argumentation auch langfristig durchsetzen kann. Die Gegner sind mächtig, nehmen Einfluß und mit seiner „Weniger ist mehr“-Haltung bringt er sogar noch die Prediger des grünen Wachstums gegen sich auf, denn „Negativwachstum“ ist bisher selbst unter Grünen nur bei wenigen gefragt. Mutig, dieser Mann. Beeindruckend.

Quelle: Enzyklika – Papst Franziskus wird zum Grünen – Panorama – Süddeutsche.de

Schmähpreis für versifften Regenwald

24.01.2015, von

Künftig wird das Weltwirtschaftsforum in Davos um eine – um DIE – kritische Stimme ärmer sein. Noch ein letztes Mal gab’s heuer einen Schmähpreis für die übelsten Konzernpraktiken der Welt. Der Ölkonzern Chevron ist für die Ölverseuchung des südamerikanischen Regenwaldes mit dem Public Eye Livetime Award ausgezeichnet worden. Die Umweltorganisationen Greenpeace und Erklärung von Bern hatten die Public Eye Awards die letzten Jahre immer an wirklich ausgesucht umweltschädlich wirkende Konzerne und Banken wie Gazprom oder Goldman Sachs verliehen bzw. übers Internet wählen lassen. Schade, eine Plattform weniger, auf der die Hintergründe globaler Umweltvernichtung pointiert beleuchtet wurden.

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