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Tiger und Huskys in Hunsrücker Tierpark – ist das ok?

16.06.2015, von

Keine leichte Aufgabe, die wir uns von der SWR-Umwelt- und Natursendung „natürlich!“ dieser Tage gestellt haben. Da ist ein neuer „Tiererlebnispark“ im Hunsrück, hält Huskys, Tiger und Papageien. Und wirbt auch noch damit, dass das tiergerecht sein soll. Geht das? Wir waren einen Tag vor Ort, haben eine Verhaltensbiologin befragt, die sich den Tiererlebnispark angeschaut hat.  Das Ergebnis: Soweit wir das beurteilen können ist der Park in Bell für viele Tiere eine echte Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Denn die allermeisten Tiere stammen aus dem Tierschutz. Und Spaß kann es auch noch machen, das spielerische Bewegungstraining von Tiger und Co. mit anzuschauen. Ich meine: Wilde Tiere gehören in die Freiheit, keine Frage. Aber wenn sie schon da sind, hierzulande, dann doch bitte so wie in Bell als dröge hinter Gittern in kleinen Käfigen. Zumal bei den Vorführungen auch Natur- und Artenschutzthemen mit angesprochen werden. Das Video: hier.

Neue Jagdregeln in Baden-Württemberg – „natürlich!“

15.05.2014, von

Das neue Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz in Baden-Württemberg ist strittig. Zwischen Naturschützern, Jägern und Regierung. Wir haben einige Knackpunkte rausgegriffen und diese Woche bei natürlich! zum Thema gemacht. Hier die Sendung zum nachschauen: http://swrmediathek.de/player.htm?show=0657ab20-daa3-11e3-a953-0026b975f2e6

Ein Löwe frisst Giraffenfleisch. Na sowas.

11.02.2014, von

Viele denken, Koteletts vom Schwein wachsen auf dem Acker. Nein. Tun sie nicht. Das gilt übrigens auch für Giraffen. Aber so genau wollen es viele dann doch lieber nicht wissen, wie Räuber-Beute-Beziehungen aussehen und wie das mit der fleischlichen Ernährung bei Mensch und Tier abläuft. (Tierschutz, ja, bitte – aber darum geht’s bei der Debatte um eine getötete Giraffe im Kopenhagener Zoo ja gar nicht.)

Beim neuerdings so beliebten Instrument der Online-Petition hatten über 25.000 Unterzeichner gefordert, das Huftier zu verschonen – und hätten vermutlich wenig Bedenken gehabt, im Austausch dafür Markus Lanz anzubieten. Nun fordern sie wenigstens den Kopf von Zoodirektor Bengt Holst.

via Raubtierfütterung in Kopenhagen: Lecker Giraffe – taz.de.

Mock Duck und Seitan – Weizeneiweiß auf den Grill

22.08.2013, von

Nächstes Wochenende bin ich zum Grillen eingeladen, Endspurt für dieses Jahr. Wie ich die Freunde kenne, gibt’s da wieder superfeinen Spießbraten und Würstchen, whew, dolle Sache, gute Qualität, einziger Haken: ich essen kein Fleisch, muss mir also selbst was mitbringen, ich will ja schließlich nicht nix auf den Rost legen müssen. Was tun?
Ok, Haloumi-Käse aus Zypern, der wird da schon seit ewigen Zeiten als Grillkäse gegessen, lecker, aber Abwechslung muss sein. Der Bundesverband der Tierversuchsgegner hat jetzt ein passendes Angebot im Netz: etwas spät, aber noch nicht zu spät zur laufenden Grillsaison. Culinaria-vegan.de heisst das Rezeptportal, das sind also die ganz Radikalen: Veganer, nicht mal Milchprodukte verwenden die, aber dennoch finden sich dort einige erstaunlich essbare Dinge, die sich auch auf den Grill legen lassen. Auberginen-Zucchini-Rollmöpse, selbstverständlich fischfrei, oder Hawai-Spieße mit Ananas und Zitronenthymian.
Der Knaller: Seitan-Steaks. Seitan ist eine Art konzentrierter Weizenbrei, das pure Weizeneiweiß, man könnte auch Gluten dazu sagen. Schmeckt – gut gewürzt – durchaus fleischig, nur getoppt von Mock Duck, also gefälschter Ente. Sieht aus wie Entenstücke im Chinarestaurant, sogar mit der Pickelhaut drauf, whew, ist aber ebenfalls nur Weizeneiweiß pur.
Mock Duck gibt’s im Glas oder in der Dose. Spannend, ich kannte das bis vor kurzem übrigens auch nicht, wenn mir nicht eine Ernährungsberaterin davon erzählt hätte: Mock Duck und Seitan. Weizeneiweiß ist allerdings nix bei Glutenunverträglichkeit.
Das nächste Grillen ist also gesichert, auch ohne Fleisch. Da brauch‘ ich jetzt gar nicht mehr zu lesen, dass eine halbe Million Schweine jährlich erst beim Abbrühen ihr Leben lassen und 200.000 Rinder ohne Betäubung sterben, da klick ich vor dem nächsten Grillen schon ganz von alleine mal auf www.culinaria-vegan.de und los geht’s. Mock Duck sollte übrigens in jedem Asia-Shop zu kriegen sein. Oder in einem einschlägigen Onlineshop.

T-Shirts wie vom Affen gemalt

01.08.2013, von

Vom Affen gemalt
Das war übel neulich, diese eingestürzte Textilfabrik in Bangladesch mit über tausend Toten und zahlreichen Verletzten, Sie erinnern sich? Und statt besserer Arbeitsbedinungen gab‘ später dann für die demonstrierenden Arbeiter – Tränengas. Dazu läßt sich sagen: „Die „Geiz-ist-Geil-Mentalität der Konsumenten und das rücksichtlose Renditestreben von internationalen Handeslunternehmen wird auf dem Rücken von Arbeitern in Billiglohnländern ausgelebt.“ Das stammt nicht von mir, das hat unser früherer Bundespräsident Horst Köhler dieser Tage dazu gesagt. Da hat er wohl Recht, der Ex-Banker.

Wobei: So ganz taufrisch ist diese Erkenntnis nicht, eigentlich sind wir schon weiter – und bei konkreten Lösungsvorschlägen angelangt. Was also wollen wir denn für unsere T-Shirts jenseits von billig-willich: Faire Löhne für die, die sie herstellen! Und: mit sowenig Chemie hergestellt wie möglich, also Bioanbau. Damit ist klar: Tschüss, Schnäppchen, für 2,50 Euro geht sowas nicht. Andererseits sind ja die Gewinnspannen bei diversen Marken-T-Shirts enorm, für die manche hierzulande satte 30 Euro zahlen, von denen in Bangladesh aber nur 30 Cent ankommen: Stinknormale Stoffe in stinknormaler Verarbeitung, teuer ist allein die Marke. Da ist also noch Musik drin in gängigen Preisen für faire Löhne und wenig Umweltbelastung.
Dass es fair und bio geht beweisen inzwischen immer mehr Modelabel, nur mal eins rausgegriffen, was auch auf der diesjährigen Fashionweek in Berlin zu sehen war (die immer mehr Ökoprodukte dabei hat). Ajoofa heißt das kleine Modellabel aus Ulm. Die Biobaumwolle für die T-Shirts stammt aus Westafrika, die Produktion der Shirts erfolgt laut Ajoofa in Portugal unter fairen Bedingungen und die Designer der fröhlichen Kritzeleien auf den Shirts sind, Achtung Alleinstellungsmerkmal: Affen. Ja, Menschenaffen, die malen. Beschäftigungstherapie im Zoo von Krefeld.
Wie zum Beispiel Barito, ein in Köln geborener vierjähriger Orang-Utan. Malt schöne große rote Kringel aufs Shirt (siehe oben). Klar, Orang-Utans gehören in den Wald und nicht in den Zoo. Aber die, die nun mal im Zoo leben, brauchen Beschäftigung und offenbar malen Affen gern, schreiben sie bei ajoofa.com durchaus glaubwürdig. Ein kleiner Teil der Einnahmen geht an die Affen und an Initiativen wie die Berggorilla und Regenwald Direkthilfe. Klar, vierzig Euro sind viel Geld. Aber dann hat man halt nicht so viele T-Shirts, dafür eines. das ist vom Affen gemalt. (Nimmt übrigens Schweiß deutlich schwerer an als andere Shirts, aber das nur nebenbei als praktische Anmerkung.) Eine nachhaltig gute Idee, finde ich.

Naturschutz mal anders – ein Elefantenkönig auf Großwildjagd

20.04.2012, von

El Rey de los elefantes – wer im Netz nach an Carlos sucht, stösst schnell auf den neuen Spitznamen des spanischen Königs: der Elefantenkönig. Auf Deutsch nennen sie ihn manchmal auch den „Dschungelkönig“. Obergrünrock Juan Carlos hat sich jedenfalls gründlich in die Nesseln gesetzt, mit seiner kürzlichen Elefantenjagd in Botswana. Und dann auch noch diese Vielleicht-Affäre mit der schnuckligen Corinna von Sayn-Wittgenstein. Die spanisch- und portugiesisch-sprachigen Medien und Blogs zerreissen sich in diesen Tagen jedenfalls das Maul über den 74jährigen Hüfthelden.

Auch wenn er sich inzwischen entschuldigt hat: Was muss sich der Ehrenpräsident des spanischen WWF  auch auf seine alten Tage auf Elefantenjagd begeben… Obwohl: Großwildjagden haben j a schon eine gewisse Tradition beim WWF. International wie national. Ein Blick in die Leitungsetagen zeigt so illustre Gestalten wie den Duke of Edinburgh. Einst Großwildjäger, dann WWF-Ehrenpräsident, ja, genau: der Lord Mountbatten, mit dem schrägen Humor, der Bundeskanzler Kohl schon mal mit den Worten begrüßte:  „Guten Tag, Herr Reichskanzler“.

Auch in Deutschland zeigten Stiftungsrat oder Vorstand des WWF im Lauf der Jahre immer wieder gern jägerische Affinitäten. Da waren etwa der Ex-Chef der Holstenbrauerei, ein Adliger aus Schleswig-Holstein oder, besonders hübsch, ein Kölner Industrieller mit aparten Jagdtrophäen im Büro. Als allzu öffentlich wurde, dass der Leoparden und Elefanten schießt, haben sie sich damals ganz schnell von ihm getrennt. Und war da nicht früher auch ein spenden- und jagdaffiner Prinz zu Sayn-Wittgenstein jahrelang im Präsidium?

Naja, Juan Carlos will der spanische WWF jetzt jedenfalls auch loswerden. Dabei hat El Rey de los elefantes nur seine naturschützerische Pflicht erfüllt. Weil es in Botswana viele Elefanten gibt, sie nicht mehr wandern dürfen, fressen sie alles alles ganz kaputt. Ratzefatz, Bäume, Sträucher, weg. Da müssen die Jäger doch regulierend eingreifen dürfen, oder? Ganz legal übrigens.

Und die Hubertusjünger lassen ein Geld vor Ort… die reinste Entwicklungshilfe  – 7.000 bis 30.000 Euro kostet eine Jagdlizenz, schreibt die Zeitschrift Epoca genüsslich in ihrem Blog. Und das in einer Zeit, da auf der Iberischen Halbinsel alle den Gürtel enger schnallen müssen. Alle? Naja, sagen wir besser: fast alle. Aber für die Schüsse auf die Dickhäuter hat Juan Carlos ja gar nicht selbst bezahlt, müssen wir der Gerechtigkeit halber feststellen, die Bärenjagd mit Schuss 2006 in Russland war schließlich auch gesponsort. Ja doch: Bei einem Jahresgehalt von 292.000 Euros muss man schon ein bisschen haushalten.

Kein Aufatmen für Buckelwale

25.06.2010, von

Immer noch leben manche Menschen und Völker direkt von der Jagd. Auch von der Wal-Jagd. Es ist ok, wenn’s dafür Ausnahmen beim Artenschutz gibt. Manchmal scheint die Bewahrung alter Traditionen aber eher ein Vorwand zu sein. Die Wal-und Delfin-Schutzgesellschaft jedenfalls meint, in Grönland würde mit falschen Behauptungen der Walschutz aufgeweicht.

Die WDCS hatte soeben die Ergebnisse einer Undercover-Recherche in Grönland vorgelegt, die beweisen, dass Wale im Auftrag von verarbeitenden Firmen und Supermärkten gejagt werden. Ebenso werden Wale an teure Luxusrestaurants in Touristenstädten verkauft.

Grönland hat dennoch am letzten Tag der diesjährigen IWC-Konferenz in Marokko den Abschuss von neun Buckelwalen genehmigt bekommen, verzichtet im Gegenzug auf die Jagd von 22 Zwerg- und 9 Finnwalen. Damit ist erstmals seit Jahren wieder die Jagd auf einige Buckelwale freigegeben. Fazit: Ja, wir leben im Jahr 2010. Nur verhalten wir uns teilweise noch wie im Mittelalter.

Mehr dazu: WDCS Deutschland.

Walfänger versenkt Tierschützer

06.01.2010, von

Ohne Walfang gäb’s solche Meldungen gar nicht:

Nach Scharmützeln mit einem japanischen Walfänger ist das Schnellboot einer Tierschutzgruppe im eisigen Wasser der Antarktis gesunken. Die Besatzung konnte gerettet werden.

Wir schreiben das Jahr 2010 und noch immer halten einige Länder wie Japan, Norwegen oder Island ohne Not an überholten Riten wie dem Walfang fest. Absurd.

Quelle: 20 Minuten Online – Walfänger schiessen Tierschützer ab – Kreuz und Quer.

Tierqual im Schlachthof

17.12.2009, von

Eigentlich sollte die Praxis in unseren Schlachthöfen „human“ sein: In einer Minute ist alles vorbei. So sehen es die Gesetze vor: eine Minute vom Setzen des Bolzenschusses bis zum Ausbluten. Schmerzfreies Sterben, betäubt. Doch die Realität sieht vielfach anders aus.

Bilder, die „Zur Sache Baden-Württemberg!“ zugespielt wurden, beweisen, es dauert auch schon mal bis zu vier Minuten: eine Zeitspanne, in der die Rinder gewaltige Qualen durchleben, so ein Veterinär.

Die Kollegen haben den Schlachthofbetreiber sowie die zuständigen Aufsichtsbehörden mit dem Problem konfrontiert. Antworten gibt’s heute abend. Ab 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen

Quelle: SWR Fernsehen :: Zur Sache Baden-Württemberg! | SWR.de.

Frettchen geht Gassi

08.04.2009, von

Gassi gehen für Frettchen - Copyright Axel Weiss
Ob ich das aus Tierschutzsicht so prickelnd finde, wenn ein Frettchen am Halsband auf den Spaziergang durch die Stadt mitgenommen wird? Eher wohl nicht. Gesehen dieser Tage in Seligenstadt am Main.

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