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Brasilianischer Noch-Umweltminister warnt vor neuer Politik

31.10.2018, von

Minister kündigt Fusion mit Landwirtschaft an

Es ist ein Hilfeschrei erster Güte, der da über den Atlantik kommt. Der brasilianische Noch-Umweltminister macht in ungewöhnlich deutlicher Form öffentlich klar, was die vom künftigen Präsidenten Bolsonaro geplante Fusion mit dem Landwirtschaftsministerium bedeuten würde: das faktische Ende einer – ohnehin schon schwierigen – brasilianischen Umweltpolitik. „Ressourcenschutz, nein danke“, so lautet letztlich das offene Motto Jair Bolsonaros. Insbesondere die ohnehin schon stark geschrumpften Regenwälder des Amazonasgebiets werden leiden, dazu viele wichtige Schutzgebiete in –  international nur halt weniger prominenten – Regionen wie Pantanal, Cerrado oder Mata atlantica usw.
 
Wenn Bolsonaro auch nur halb so konsequent wie Donald Trump seine Wahlkampfversprechen abarbeitet, dann gute Nacht Ökologie in Brasilien. Und viele BrasilianerInnen werden sich nicht um die Natur kümmern können weil sie in Abwehrkämpfe gegen die ebenfalls offen angekündigte Hetzjagd auf Schwule, Lesben, indigene Völker etc. und andere zu erwartende Verletzungen der Menschenrechte verstrickt sind.

Mörderisches Honduras: No-Go-Area für Aktivisten

20.10.2016, von

Für Umweltaktivisten und Menschenrechtler gibt es zur Zeit wohl kaum ein gefährlicheres Land als den mittelamerikanischen Staat Honduras. Vor wenigen Wochen war dort die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Caceres ermordet worden, die sich gegen ein strittiges Staudammprojekt gewehrt hatte – und schon wieder gibt’s es zwei Morde. Diesmal traf es den Bauernaktivisten Jose Angel Flores und einen weiteren Mann. Silmer Dionision George und der 64-jährige Flores hatten sich für die Landrechte der armen Landarbeiter eingesetzt, Flores war Präsident des Movimiento Unificado Campesino. Beide wurden am Abend des 18. Oktober im Norden von Honduras von einer Gruppe unbekannter Männer erschossen.

„Honduras ist ein „No-Go“-Gebiet für jeden geworden, der sich für die Umwelt einsetzt“, erklärte jetzt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und fragte: „Wieviele Aktive müssen erst noch brutal ermordet werden bevor die Behörden sich für einen effektiven Schutz einsetzen oder überhaupt mal sich herablassen, mit uns über die Krise zu reden?“ Der honduranische Präsident Juan Olrando Hernandez hatte letzte Woche ein Treffen mit Amnesty abgesagt.

Schmähpreis für versifften Regenwald

24.01.2015, von

Künftig wird das Weltwirtschaftsforum in Davos um eine – um DIE – kritische Stimme ärmer sein. Noch ein letztes Mal gab’s heuer einen Schmähpreis für die übelsten Konzernpraktiken der Welt. Der Ölkonzern Chevron ist für die Ölverseuchung des südamerikanischen Regenwaldes mit dem Public Eye Livetime Award ausgezeichnet worden. Die Umweltorganisationen Greenpeace und Erklärung von Bern hatten die Public Eye Awards die letzten Jahre immer an wirklich ausgesucht umweltschädlich wirkende Konzerne und Banken wie Gazprom oder Goldman Sachs verliehen bzw. übers Internet wählen lassen. Schade, eine Plattform weniger, auf der die Hintergründe globaler Umweltvernichtung pointiert beleuchtet wurden.

Sanktionen gegen Russland – ökologisch betrachtet

08.09.2014, von

Auf englisch, aber wem das kein Hindernis ist, erwartet hier eine lesenwerte Betrachtung aus Russland über die Sanktionen gegen Russland, Korruption, ihre „ökologischen“ Auswirkungen – und die Querverbindungen zwischen russischem und europäischem Geld.

Our dirty money puts a black stain on the reputations of politicians and civil servants the world over. Because of this, the introduction of sanctions against several Russian companies and businessmen could actually improve both the natural environment in Russia, and the financial situation in the wider world; and even in Russia itself. Only, while making this list, it is necessary to keep in mind the need for financial monitoring – stop the flow of dirty money, sanitised with the help of European companies and banks.

via The ecology of sanctions | openDemocracy.

Russische Regierung setzt Umweltaktivisten unter Druck

17.06.2014, von

Üble Nachrichten aus Russland: die 1989 gegründete NGO „Ecodefense“ wird von der russischen Regierung jetzt als vom Ausland gesteuert eingestuft und damit faktisch der Willkür des Staatsapparats preisgegeben. Ihr „Vergehen“: Widerstand gegen den Bau eines AKW in der Nähe von Kaliningrad.

Die NGO sagt über sich selbst: Wir sind politisch nicht aktiv, dienen keinen ausländischen Interessen; unser Ziel: Umwelt und Menschen schützen.

In einer lupenreinen Demokratie à la Russland scheint das offenbar bereits zuviel zu sein – zumindest, wenn’s um Ressourcen wie Energie geht.

Ecodefense has never been involved in political activities and has never served any “foreign interests.” Our goal is to protect the environment and people and we intend to use all legal avenues at our disposal to defend our honest name in court.

via Russia cracks down on anti-nuclear movement | GreenWorld.

Neue Jagdregeln in Baden-Württemberg – „natürlich!“

15.05.2014, von

Das neue Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz in Baden-Württemberg ist strittig. Zwischen Naturschützern, Jägern und Regierung. Wir haben einige Knackpunkte rausgegriffen und diese Woche bei natürlich! zum Thema gemacht. Hier die Sendung zum nachschauen: http://swrmediathek.de/player.htm?show=0657ab20-daa3-11e3-a953-0026b975f2e6

Paraguay: Erst stirbt der Wald, dann die Indianer

11.02.2014, von

Bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg waren Indianer in der Grenzregion Brasilien-Paraguay Freiwild und wurden von Farmern abgeschossen. So zum Spaß, sonntags, wie ich vor Ort vor einiger Zeit erzählt bekam. Die moderne Variante des Indianermords kommt in diesem Teil Südamerikas zwar nur schleichend daher, ist auf Dauer aber ebenso tödlich.

Eine neue Studie enthüllte erst vor wenigen Wochen, dass Paraguays Chaco – die Heimat unkontaktierter Ayoreo – schneller abgeholzt wird als jeder andere Wald der Welt. Das indigene Volk bemüht sich verzweifelt, weitere Zerstörung zu stoppen.

via Rancher entschlossen, den Wald unkonkatierter Völker zu zerstören – Survival International.

Abgeordnete fördern Genmais – und BUND ist sauer

10.02.2014, von

Trotz aller Widerstände – der Genmais kommt. In die EU und damit auch nach Deutschland. Da müsste schon ein Wunder geschehen, dass morgen die EU Abstimmung zur Zulassung der Genmais-Sorte 1507 anders ausgeht als absehbar und absehbar heisst: Zustimmung. Nur mit einer qualifizierten Mehrheit könnte der Europarat noch die von der EU-Kommission beantragte Zustimmung kippen. Danach sieht es eben nicht aus.
Die Stimmenthaltung einzelner Staaten kommt dabei faktisch einer Zustimmung gleich, so ist das Verfahren. Danach kann und wird die Kommission selbständig über den Zulassungsantrag entscheiden. Sie will zustimmen, weil sie sich nicht mit der Welthandelsorganisation anlegen möchte, für die grüne Gentechnik kein Ablehnungsgrund ist. Und wenn der eine Genmais erst durch ist, werden andere folgen. Deshalb ist der morgige Tag ein schwarzer Tag für Kritiker der grünen Gentechnik. Gelungene Lobbyarbeit der Befürworter würde ich das nennen. Aber in Deutschland hätte da im Grunde keiner mitziehen müssen. Dagegen waren viele, gestimmt haben sie anders, und deshalb ist der BUND in Baden-Württemberg jetzt stocksauer auf diverse Bundestagsabgeordnete insbesondere von SPD und CDU wegen deren Abstimmungsverhalten im Vorfeld der europäischen Entscheidung:

„Die persönlichen Erklärungen, die einige Abgeordnete zusätzlich zu ihrer Stimme abgegeben haben, sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind“, betont Dahlbender, „sie zeugen von einer grenzenlosen politischen Naivität, gemischt mit realpolitischem Zynismus. Die harte Währung im Bundestag ist noch immer die Stimme, die die Abgeordneten abgeben. Und hierbei haben die SPD-Parlamentarier versagt, da können sie im Nachhinein noch so oft beteuern, dass sie eigentlich gegen Gentechnik sind.“

via BUND LV. Baden-Württemberg: Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg brechen ihr Wahlversprechen.

Public Eye Awards: übelstes Unternehmen der Welt gesucht

29.11.2013, von

Eins ist klar: wer an der Spitze von internationalen Konzernen steht, muss immer wieder in kurzer Zeit Entscheidungen treffen, die erhebliche Auswirkungen haben können. Und immer wieder fallen solche Entscheidungen dann gegen die Natur aus, gegen Menschen- und Arbeitsrechte, für Korruption, für Umweltzerstörung. Das mag aus Sicht der jeweiligen Konzernlenker unvermeidlich sein und als Kollateralschaden einer erfolgreich gewinnorientierten Unternehmensbilanz verbucht werden.

Aus Sicht der Weltöffentlichkeit freilich stellt sich die Lage etwas anders dar. Da nennt sich sowas verantwortungslos. Dank Internet ist es inzwischen möglich, einschlägige Kritik an einzelnen Unternehmen weltweit zur Abstimmung zu stellen. Immer wieder beliebt und gerade frisch in die nächste Runde gegangen: die Public Eye Awards. Das sind zwei Schmähpreise für die übelsten Unternehmen der Welt. Einen bestimmt eine Jury aus Wirtschaftsethikern, Menschenrechts- und Umweltexperten, während der Publikumspreis von der Öffentlichkeit festgelegt wird.
„Public Eye Awards: übelstes Unternehmen der Welt gesucht“ weiterlesen →

Weiterhin russischer Knast für Ökoprotest von Greenpeace

10.10.2013, von

Was die russische Regierung offenbar vom Klimaschutz hält, lässt sich derzeit im Knast von Murmansk ziemlich klar feststellen. Nichts.

Meine Freundin Sini Saarela sitzt in Murmansk im Gefängnis – mit vielen anderen Greenpeace International-Aktivisten. Sie gehören zu den ersten, denen langjährige Haftstrafen drohen, weil sie ihrer Überzeugung gefolgt sind und sich für mehr Klimaschutz eingesetzt haben. Sie haben friedlich gegen Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Wofür sich Sini und die anderen Aktivisten einsetzen, halten Millionen Menschen für ein dringendes Anliegen: fossile Brennstoffe daran zu hindern, in unsere Atmosphäre zu gelangen.

via Sini, die stille Heldin « Greenpeace Blog.

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