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Luftverschmutzung – „weiter so“ wird immer schwieriger

15.02.2017, von

Stuttgart, Mainz und viele andere Städte – wir haben da ein Problem. Dreck in der Atmosphäre. Feinstaub. Und: Zuviel Stickoxid in der Luft, vor allem NO2. Schlimm vor allem für Asthmatiker, weil die Bronchien verengt werden können. Nicht lustig. Die Ursachen sind bekannt:

40 Prozent der NO2-Emissionen stammen aus dem Verkehr, davon wiederum werden etwa 80 Prozent von Dieselfahrzeugen verursacht.

Wobei von den fast zwei Dritteln Emissionen aus Nicht-Verkehrs-Quellen seltener die Rede ist, weil in Ballungsräumen halt der Verkehr die Hauptursache ist. Aber lohnen würde sich ein Blick auf die Feuerungsanlagen für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle allemal. Nur Passivhäuser sind fein raus. Ob ein Dieselfahrverbot für Städte kommt? Das wäre schon eine drastische Maßnahme. Aber von Betroffenheitsanalysen allein wird die Luft halt nicht sauberer.

Quelle: EU zu Luftverschmutzung: Letzte Warnung für Deutschland | tagesschau.de

Luftqualität am iPhone ablesen

23.06.2011, von

Ist interessant: immer die Daten der an rund 2.000 Messstellen offiziell ermittelten Luftbelastung für den jeweiligen Ort auf dem iPhone nachschauen können.

Die App zeigt aktuelle Maximal- und Minimalwerte für sämtliche Stationen an. Natürlich kann man auch nach bestimmten Orten und Messwerten aus der näheren Umgebung suchen. Angezeigt werden Werte für Ozon, Feinstaub, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Aersole-Gesamt. Im Idealfall hat man Werte der jüngsten Messung als auch einen Wochendurchschnitt.

Die radioaktive Äquivalentdosis erfährt man dort übriges auch (allerdings nie die ganz aktuellen Werte). Und bei Überschreiten von Warnwerten gibt’s bei Bedarf eine automatische Warnung. Bei mir heute abend aber zum Glück kein Thema. Das einzige, was mir missfällt an dieser kostenlosen App, ist die eingeblendete Werbung. Ich hätte gern eine werbefreie Version, auch wenn ich die kaufen müsste.

via Umwelt”ER”zähler liefert aktuelle Luftmessdaten | iPhone-Fan.de.

Ein Geschäft, das sie Waldschutz nannten

28.11.2010, von

Naturschutz funktioniert immer dann am besten, wenn sich damit trefflich Geld verdienen lässt. Das zeigt auch der neueste Report von Friends of the Earth anlässlich der morgen beginnenden UN-Weltklimakonferenz. Er untersucht, wer von den Anstrengungen der Vereinten Nationen zum Waldschutz profitiert. Es sind unter anderem – die üblichen Verdächtigen.

It shows that banks, airlines, charitable foundations, carbon traders, conservation groups, gas companies and palm plantation companies have also scrambled into forestry protection.

Palmplantagenbesitzer, Gas-Unternehmen, Naturschützer, Treibhausgas-Händler, Fluggesellschaften, Stiftungen und Banken investieren in den Waldschutz. Manche sagen auch: sie privatisieren die Natur. Klar, sonst wäre’s wahrscheinlich kein wirklich lohnendes Geschäft. Und nur das zählt.

Quelle: Oil companies and banks will profit from UN forest protection scheme | Environment | The Guardian.

2010. It’s hot! So hot.

17.08.2010, von

meer-copyright-axel-weiss

Wärmer war’s noch nie. Berichte über Temperaturmessungen aus den USA zeigen: sowohl die Meere als auch das Land lagen 2010 weltweit ein sattes Grad über dem globalen Jahrhundert-Durchschnitt. Der höchste Wert wohl seit Beginn der Aufzeichnungen 1880.

The National Oceanic and Atmospheric Administration has been tracking temperature measurements for both the water and the land since 1880, and so far 2010 is registering at about one degree above the 20th century average.

Sollen wir das echt glauben? Zugegeben, bei derart kühlen Niederschlägen wie derzeit fällt es etwas schwer. Jaja, Klima ist nicht Wetter, ich weiß. Ein Blick auf die Temperaturverteilung 2010 zeigt auch: besonders warm war’s in Nordkanada, Grönland, Nordafrika und Nordrussland. Bei uns eher so la la.

Quelle: This Is the Warmest Year Ever Recorded – Seattle News – The Daily Weekly.

Info zu fehlendem Dieselrußfilter

08.12.2009, von

Wer seinen Diesel nicht mit einem Rußfilter nachrüsten kann, sollte sich zumindest mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle  (BAFA) in Verbindung setzen. Tel. 030-346465480, Montag bis Donnerstag 8-20 Uhr, Freitags von 8-12 Uhr.

Die Kolleginnen und Kollegen des BAFA werden alle notwendigen Daten aufnehmen (Bitte halten Sie ihren Fahrzeugschein bereit!), um Ihre spezielle Situation mit den Filterherstellern zu klären. Über das Ergebnis wird Sie das BAFA schnellst möglich informieren.

Habe heute da angerufen und meine Daten angegeben. Wer keine E-Mail hat ist da übrigens erst mal aufgeschmissen: die Datenaufnahme per Telefon muss danach noch per Mail ans BAFA genehmigt werden. Na, ich bin sehr gespannt, ob ich jemals in dieser Sache wieder etwas höre bzw. wann. Klar ist nur: am 31.12.09 endet die Frist, bis zu der ein nachträglicher Russfiltereinbau mit 330 Euro bezuschusst wird.

Quelle: Verkehr – Dieselruß – 330 Euro für Nachrüstung mit Partikelfilter.

Dieselmotor jetzt nachfiltern!

04.12.2009, von

Ende 2009 läuft die 330-Euro-Förderung für den Rußfilter aus. Also schnell noch den Zuschuss für einen nachgerüsteten Partikelfilter beantragen bzw. das Auto endlich umrüsten lassen, sofern noch ein Werkstatt-Termin frei ist. Klar ist:

Die Zahl der Umweltzonen in den Kommunen nimmt stetig zu. Zudem werden 2010 die Zufahrtsbestimmungen in einzelnen Städten weiter verschärft. Häufig sind dann nur noch grüne Schadstoffplaketten in den Zonen gültig.

Welche amtliche Plakette Ihr Fahrzeug erhält und ob es für ältere Fahrzeuge überhaupt Nachrüstmöglichkeiten gibt (für den Peugeuot 806 HDi gibt’s zum Beispiel keine), das lässt sich online abfragen.

Nitrate fördern Klimawandel

03.03.2009, von

Immer wieder gibt es überraschende Erkenntnisse. Wer hätte etwa vor dreißig Jahren gedacht, dass ausgerechnet das vergleichsweise harmlose Kohlendioxid uns einmal soviele Probleme bereiten würde? Dann die Kühe, die Methan pupsen, ein Treibhausgas. Viel Fleisch, viel Klimawandel. Und jetzt müssen  wir von Forschern erfahren, dass selbst die Wassertiere an Küsten, in der Tiefsee und im Süßwasser Stickoxide abgeben, die ebenfalls klimawirksam sind.

We estimate that nitrous oxide emission by aquatic animals is quantitatively important in nitrate-rich aquatic environments like freshwater, coastal marine, and deep-sea ecosystems.

Allerdings, und das macht die Sache für mich erst spannend: Je mehr Nitrat im Wasser ist, umso stärker wird der Stickoxidausstoß. Einmal mehr ein Hinweis darauf, dass die derzeitige Form der industriellen Landwirtschaft mit ihrem viel zu hohen Nitrateintrag durch Düngemittel nicht nachhaltig genug ist. Wir brauchen eine besser landwirtschaftliche Praxis und zwar weltweit.

Quelle: Nitrous oxide emission by aquatic macrofauna — PNAS.

Blütendüfte schnell kaputt

21.04.2008, von

Blüten beim Kloster Caraca, Brasilien - Copyright Axel Weiss

Rechtzeitig um die Vorfreude auf Muttertag zu trüben erreicht uns die folgende Erkenntnis aus der Wissenschaft: Luftverschmutzung zerstört Blumendüfte. Gemeint ist damit nicht, dass Dieselgestank zarte Veilchendüfte am Straßenrand überlagern würde. Sondern – schlimmer – dass Blütendüfte nicht mehr so weit durch die Luft transportiert werden wie im vorindustriellen Zeitalter. Das schreiben US-Wissenschaftler in der März-Ausgabe von „Atmospheric Environment“. Duftsubstanzen wie Linalool, β-Myrcen oder β-Ocimen können durch Ozon und ähnliche Ingredienzien der modernen Luft schon nach kurzen Strecken zerstört werden:

The results indicate that the documented increases in air pollution concentrations, from pre-industrial to present times, can lead to reductions in volatile compound concentrations insects detect as they pollinate flowers.

Statt einst über Kilometer wird der Duft der Blüten teils keine 200 Meter mehr transportiert, bevor die empfindlichen Geruchsstoffe oxidiert sind. Pech für Bienen und Schmetterlinge, die jetzt länger nach Blüten suchen müssen. Eventuell ist das sogar einer der Gründe für die teilweise stark abnehmenden Populationen vieler blütenbestäubender Insekten? Könnte sein. Ich finde es zumindest eine interessante und weiter prüfenswerte Hypothese (auf die ich im Übrigen bei „telepolis“ gestoßen bin).

Nur mit Drei in der Umweltzone

31.03.2008, von

Schild Umweltzone in Tübingen - Copyright Axel Weiss

Dieser Tage bin ich erstmals in eine Umweltzone gefahren (in Tübingen), diese Beschilderung kannte ich bis dato nur aus der Theorie. Um diese Schutzzonen zur Minderung der Belastung mit tödlichem Feinstaub aus Abgasen gab es ja jahrelange Debatten (die auch noch nicht zu Ende sind, siehe den Ärger um Dieselrußfilter, die nicht wirklich was taugen) und es ist durchaus legitim zu fragen: Was bringt das wirklich für die Luftreinheit? Anyway, mein Wagen bringt’s leider eh nur auf eine gelbe „3“ bei der Umweltplakette, keine grüne „4“ für einen im Abgas besonders rußarmen Diesel. Das ist zwar für einen Umweltredakteur nicht gerade eine Auszeichnung, aber zu meiner Ehrenrettung ist zu sagen: Gern hätte ich den (sieben Jahre alten) Wagen längst nachgerüstet, doch es gab (und gibt) leider keinen Rußfilter zum nachträglichen Einbau für meinen Motor. Schadstoffklasse Drei - Copyright Axel WeissWeder von einem Drittanbieter noch vom Hersteller. Lakonischer Kommentar der Pressestelle des Herstellers (Peugeot) schon vor einigen Jahren, sinngemäß: „Wir bauen ja in die Dieselmotor-Neuwagen jetzt Ruß-Filter ein, kaufen Sie doch einfach einen Neuwagen.“ Was in der Ökobilanz wenig sinnvoll wäre (vom Geld reden wir mal gar nicht). Und von wenig Verantwortungsgefühl für die eigene Kundschaft zeugt.

Was mir noch aufgefallen ist: Ende Umweltzone - Copyright Axel WeissIn Tübingen hatten dieser Tage fast alle Fahrzeuge, die in der Innenstadt parkten, nach meiner Wahrnehmung eine Plakette. In Mainz (wo bis auf weiteres noch keine Umweltzone eingerichtet ist) fehlen die Plaketten fast vollständig. Klar, wer nicht in Städte fahren muß mit Umweltzone (und das sind bundesweit derzeit kaum eine Handvoll), der spart sich das Geld. Obwohl ja einschlägige Fälschungen angeblich für wenige Euro im Internet zu haben sein sollen.

London lässt Stinklaster zahlen

05.02.2008, von

Im Großraum London regeln seit gestern rigorose Vorschriften, welche LKW kostenlos die Luft mit Abgasen belasten dürfen und welche nicht (mehr). Dicke Brummer von mehr als zwölf Tonnen müssen 270 Euro täglich „Eintrittsgeld“ zahlen, wenn sie nicht mindestens die Schadstoffgrenzwerte der Euro 3 Norm erfüllen. Ab Juli trifft das auch die Kleinlaster und Sprinter ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht.

In Deutschland gibt es zwar auch in drei Städten erste Umweltzonen gegen Feinstaub, die Regelungen von Berlin, Köln und Hannover findet der Verkehrsclub Deutschland freilich noch unzureichend:

Bisher sind die Mindestanforderungen niedriger als in der Londoner Umweltzone. Damit könnten sich in den sensiblen Innenstadtgebieten auch Lkw mit hohem Schadstoffausstoß frei bewegen. Die sind aber für einen Großteil der Feinstaub- und Stickoxidemissionen verantwortlich. Deshalb brauchen wir auch hierzulande wirksame Maßnahmen gegen große Stinker.

Sagt Hermann-Josef Vogt vom Bundesvorstand des VCD. Die Organisation appellierte auch an die Fahrzeughersteller, mehr und vor allem auch schneller in saubere Technik für Nutzfahrzeuge zu investieren und nicht wie bei den PKW auf eine Verzögerungstaktik im Umgang mit Filtertechniken zu setzen. Ob der Appell was nutzt??

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