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Brasilianischer Noch-Umweltminister warnt vor neuer Politik

31.10.2018, von

Minister kündigt Fusion mit Landwirtschaft an

Es ist ein Hilfeschrei erster Güte, der da über den Atlantik kommt. Der brasilianische Noch-Umweltminister macht in ungewöhnlich deutlicher Form öffentlich klar, was die vom künftigen Präsidenten Bolsonaro geplante Fusion mit dem Landwirtschaftsministerium bedeuten würde: das faktische Ende einer – ohnehin schon schwierigen – brasilianischen Umweltpolitik. „Ressourcenschutz, nein danke“, so lautet letztlich das offene Motto Jair Bolsonaros. Insbesondere die ohnehin schon stark geschrumpften Regenwälder des Amazonasgebiets werden leiden, dazu viele wichtige Schutzgebiete in –  international nur halt weniger prominenten – Regionen wie Pantanal, Cerrado oder Mata atlantica usw.
 
Wenn Bolsonaro auch nur halb so konsequent wie Donald Trump seine Wahlkampfversprechen abarbeitet, dann gute Nacht Ökologie in Brasilien. Und viele BrasilianerInnen werden sich nicht um die Natur kümmern können weil sie in Abwehrkämpfe gegen die ebenfalls offen angekündigte Hetzjagd auf Schwule, Lesben, indigene Völker etc. und andere zu erwartende Verletzungen der Menschenrechte verstrickt sind.

Heute müsste mit CO2 Schluss sein – eigentlich

28.03.2018, von

Wenn Deutschland nur das CO2 ausstoßen würde, das ihm nach dem Pariser Klimaabkommen zusteht, dann wäre für dieses Jahr heute schon Schluß. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, über die einige nordrheinwestfälische Zeitungen heute berichten und die auf Daten des WWF beruht. Bis zum 28. März hat Deutschland 217 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen, bis Ende des Jahres werden es dann wohl etwa vier Mal so viel sein. Vor zwei Jahren war im Pariser Abkommen beschlossen worden, die weltweite Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dafür dürften aber höchstens 890 Milliarden Tonnen bis 2050 in die Atmosphäre abgegeben werden.

Wenn man diesen Wert auf Einwohner herunterbricht, dann dürfte Deutschland zwischen 2015 und 2050 etwa 9,9 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Derzeit liegen wir  wohl um den Faktor Vier darüber, da bleibt also noch viel zu mindern, möchte man meinen.  Nur beruht die Berechnung auf einer falschen Grundlage: Die CO2-Reduktion ist im Pariser Abkommen nicht linear vorgesehen, sondern es soll erst gegen Ende deutlich mehr eingespart werden als heute. Insofern stimmt der „Faktor 4“, um den wir scheinbar hinterher hinken, „nur“ als ein politischer Appell: es gibt noch viel zu tun, um das Klima zu retten. Und darum geht es ja schließlich.

Heute ist Tag der Eisbären

27.02.2018, von

… und den Eisbären geht’s gar nicht gut. Der Name ist ja Programm: Eis-Bär. Diese Geschwisterart unseres Braunbären lebt nicht nur überwiegend auf Eis in der Arktis, sondern benötigt das Eis dort auch, um effizient Robben jagen zu können. Denn im Gegensatz zum überwiegend vegetarisch lebenden Braunbär sind Eisbären fast vollständig auf Fleisch angewiesen.

Wieviele Eisbären es gibt ist schwer zu ermitteln. Die Weltnaturschutzunion IUCN hält 20-26.000 Eisbären für realistisch und führt den Eisbär auf der Roten Liste als „gefährdet“. Denn Grund nennt die IUCN auch: die schrumpfenden Eismassen der Arktis. Je weniger Eis, desto weniger Jagdmöglichkeiten für die bis zu 700 Kilo schweren Tiere.

Dabei sind Eisbären durchaus Spezialisten im Fasten und können an Land viele Monate von ihren Fettreserven leben. Irgendwann müssen die Reserven aber wieder aufgefüllt werden können und das wird immer schwieriger. Die Prognose sieht nicht gut aus für die Eisbären: Ihre Zahl wird in den nächsten Jahren wohl um ein Drittel bis die Hälfte sinken.

Dabei gab es zwischenzeitlich gute Nachrichten: Bis vor einigen Jahrzehnten führte intensive Bejagung zu rückgehenden Eisbärenzahlen, die daraufhin erlassenen Jagdbeschränkungen in einigen Anrainerstaaten der Arktis hatten aber Erfolg und einige der 19 Unterpopulationen des Eisbärs konnten sich regional gut erholen.

Doch jetzt schlägt der Klimawandel durch, nicht nur beim Jagdangebot. Forscher rechnen wegen der Klimaerwärmung auch mit neuen Krankheiten und Parasiten. Und: Weil ohne begehbares Eis der genetische Austausch untereinander schlechter funktioniert kommt es zu genetischer Verarmung, was die Eisbärpopulation weiter schwächt.

Trump: Profitgier statt Klimaschutz

20.01.2017, von

„Ich bin stolz Amerikaner zu sein“, klampfte ein Countrysänger heute anlässlich des bevorstehenden Amtsantritts Donald Trumps. Stolz? Auf Gier und Ignoranz?

„Trump hat angekündigt, fast alle Errungenschaften Obamas für den Klimaschutz rückgängig zu machen. So will er alle Einschränkungen für die Gas- und Kohleindustrie wieder aufheben.“

Mir tun die Millionen armer Schweine auf diesem Planeten einfach nur leid, die ob der Arroganz der Klimawandelleugner unter Dürren, Überschwemmungen usw. leiden und die heisse Klimasuppe auslöffeln müssen, die ihnen die gierigen Profiteure des Wandels eingebrockt haben. Und 2016 war schon wieder ein klimatisches Rekordjahr, was (fast) niemanden wirklich wundert. Es ist zum Mäusemelken.

Quelle: Donald Trump: Die Abschussliste des neuen US-Präsidenten – SPIEGEL ONLINE

Rettet die Daten – Trump ante portas

20.12.2016, von

Soweit sind wir offenbar wieder: Wissenschaftliche Daten müssen vor staatlicher Willkür geschützt werden. Ausgerechnet in den USA. Die Inquisition lebt. Wo leben wir denn? 2016? Von wegen: Back to the Middle Age und das aber mit Hightech-Waffen. Mad Max lässt grüßen.

Wissenschaftler kopieren fieberhaft Daten zum Klimawandel von Regierungsservern. Sie wollen bis zu Trumps Amtseinführung im Januar so viel Material wie möglich sichern. Denn sie haben Angst, dass wissenschaftliche Daten verschwinden könnten, sobald Donald Trump Präsident ist – ein Mann, der Klimawandel als Scherz der Chinesen bezeichnete.

Quelle: Sorge um wissenschaftliches Material: Klimaforscher schützen Daten vor Trump | tagesschau.de

Klimafreundlich Online-Shoppen

14.12.2016, von

Online-Shoppen, das ist praktisch, geht schnell und ist bequem. Nachteil: Verödende Innenstädte, wenn immer mehr Leute nicht in Läden kaufen (ok, da sind auch die Centren auf der grünen Wiese mitverantwortlich), und: erhöhter Ressourcenverbrauch. Aber: das geht besser, hat sich das Mainzer Umweltministerium gedacht und eine lesenswerte Liste mit Tipps erstellt, wie sich klimafreundlich Onlineshoppen lässt. Besonders schlecht weg kommt die verbreitete Variante, erst im Laden zu gucken und dann online zu bestellen = doppelter Ressourcenverbrauch. Obwohl: das vermeidet Retouren. Naja, wie man’s dreht und wendet: letztlich kommt’s immer auf die Details an, ob der Einkauf unter dem Strich  klimafreundliche oder klimaschädlich verläuft.

 

https://umweltschutz-im-alltag.rlp.de/de/monatstipps/online-shopping-was-hat-das-klima-davon-dezember-2016/

Grimme Online Award für Klimawandel-App

19.06.2015, von

Eine Webreportage bei Arte macht den Klimawandel erfahrbar. Und ist jetzt Grimme Online Award 2015 bepreist. Fein.

„‚Polar Sea 360°'“, urteilt die Jury, „macht den Klimawandel sichtbar und ermöglicht – eindrücklich auch per zugehöriger Smartphone-App und mit Virtual-Reality-Brille – ganz genau hinzuschauen, wie sich die Erde wandelt.“

Quelle: Grimme Online Award 2015: YouTube-Kanal und Tagesspiegel – SPIEGEL ONLINE

Vorerst keine Pipeline für schmutziges Öl

25.02.2015, von

Eine umstrittene Pipeline wird vorerst nicht gebaut, die aus Ölsanden gewonnenes und damit besonders umweltbelastendes Erdöl aus Kanada in die USA transportieren soll. Präsident Barack Obama hat sein Veto gegen ein entsprechendes Gesetz vorgelegt, das die Republikaner durchgesetzt haben.

Er will eine erneute Überprüfung des gigantischen Projekts abwarten, gegen das Umweltschützer Sturm laufen.

Eine gute Entscheidung, dieses Veto. Fraglich ist nur, wie lange der Widerstand hält. In dem Moment wo die Ölpreise weltweit wieder steigen, wird es deutlich lukrativer, das Öl aus den kanadischen Böden zu nutzen und damit steigt der Druck, die Pipeline dann doch zu genehmigen.

via Veto gegen umstrittenes Projekt: Obama blockiert Keystone-Pipeline | tagesschau.de.

Wieviel Zukunft hat der Emissionshandel?

10.02.2015, von

Seit zehn Jahren gibt es den europäischen Emissionshandel. Wer CO2 rausbläst, muss dafür Zertifikate besitzen, so die Kurzformel. Dadurch bestünde ein Anreiz, weniger zu emittieren oder auch Investitionen in Klimaschutz lukrativ zu machen. Soweit die Theorie. In Berlin wurde jetzt von der „International Carbon Action Partnership“ eine Untersuchung über die Emissionshandelssysteme weltweit veröffentlicht:

Die zwischenstaatliche Organisation befindet, dass der Zertifikate-Markt die Zukunft des weltweiten Klimaschutzes ist.

Schon interessant, wenn dem Handel mit Emissionsrechten eine große Zukunft prognostiziert wird. Klar, weltweit sind 14 auf Handel basierende Klimaschutzsysteme für Länder oder einzelne Regionen geplant. Und immerhin 17 sind schon existent.

In ihrem Report vergleichen die Autoren die Systeme in verschiedenen Punkten: Welche Branchen müssen für ihre Emissionen Zertifikate kaufen? Für welche Treibhausgase sind diese gültig? Wie funktionieren Kauf und Verkauf im Detail? Wie lange haben sich die Systeme schon entwickelt?

Besonders gut  scheint der Handel in Kalifornien zu laufen, glaubt man dem Bericht des zwischenstaatlichen Netzwerks. Und China sei auch im Kommen. Ich würde sagen: die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn lange lange Zeit dümpelte der Handel zumindest in Europa weitgehend vor sich hin. Mit Preisen, die tief unten im Keller waren. Da lohnte es sich eher, weiter  Braunkohle zu verbrennen und genau das ist ja auch passiert.

Und dabei reden wir dann noch gar nicht über zwischenzeitlich gestohlene Zertifikatnummern. Da hatten sich 2011 einige Trickdiebe clever an den Datenbanken zu schaffen gemacht und erheblichen Schaden angerichtet, in der Größenordnung von 30 Millionen Euro.

Statt dessen gibt’s eher Zweckoptimismus und den Blick nach vorn:

Die EU sei gerade dabei, den Markt mithilfe ihrer Klimaziele für 2030 und dem zeitweiligen Herausnehmen von 900 Millionen Zertifikaten wiederzubeleben und „den Weg für eine kohlenstoffarme Gesellschaft zu ebnen“.

Leider ist nach dem neuen Bericht auch nicht   zu vermuten, dass die Zukunft des Emissionshandels so kommt, wie sie der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer letztes Jahr vorgeschlagen hat. Mit einer radikalen Reform könnten die EU-Mitgliedsstaaten pro Jahr künftig 64 Milliarden Euro anstelle von nur 3,5 Milliarden Euro durch verkaufte Verschmutzungrechte einnehmen. Sie müssten halt einen Mindestpreis von 20 Euro einführen. Gerade für südeuropäische Staaten wie Griechenland könnte die Emissionshandelsreform sehr lukrativ sein. Geschätzte Mehreinnahmen: 2,5 Milliarden Euro. Wie gesagt: es könnte so schön sein…

via klimaretter.info – Wirtschaft – Die „Schlüsselrolle“ im Klimaschutz – klimaretter.info.

Ostalpen: Temperaturrekord für November

29.11.2014, von

Passend zur UN-Klimakonferenz in Peru:

Um 3,8 °C war der November 2014 in Österreich wärmer als das Mittel 1981-2010. Diese hohe Abweichung macht diesen November zum wärmsten der 248-jährigen Temperaturmessgeschichte Österreichs.

via Wärmster November seit Messbeginn — ZAMG.

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