. .

Allgäuer Brauer warnt vor TTIP

02.02.2016, von

Vor lauter Flüchtlingsdebatten in den Hintergrund geraten, dabei höchst umstritten und in den Auswirkungen auf die Umwelt fragwürdig: TTIP, das Freihandelsabkommen mit den USA. Ein Allgäuer Brauer macht jetzt unter seinesgleichen mobil. Übrigens war er auch der erste in Deutschland, der seine Brauerei klimaneutral aufgestellt hat.

„Über 80% der Verbraucher in Deutschland und in Europa lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab! Sollte die geltende Kennzeichnungspflicht zu Fall gebracht oder aufgeweicht werden, dann ist der Markt offen für gentechnisch veränderte Produkte mit der Folge, dass der Verbraucher möglicherweise getäuscht wird in diesem Zusammenhang.“

Gottfried Härle, Brauer in 4. Generation und Inhaber der Brauerei Härle KG im Allgäu.

Verbot für Genpflanzen heißt Ja zu Gentechnik

23.05.2014, von

Dass die GroKo sich neuerdings einheitlich gegen Grüne Gentechnik ausspricht, ist leider keinesfalls mit einem Gesinnungswandel verbunden. Die Verbotsklausel für Gen-Pflanzen ist ein Trojanisches Pferd, glaubt man Greepeace:

Tatsächlich droht mit dem Beschluss nun die deutsche Zustimmung zu einer Mogelpackung, nämlich dem aktuell diskutierten Vorschlag der griechischen EU-Ratspräsidentschaft. Dieser liest sich zwischen den Zeilen, als hätte ihn die Biotech-Lobby selbst geschrieben: Anbauverbote wären nur nach Verhandlungen mit den Gentechnik-Konzernen möglich. Sollten die Firmen einer regionalen Ausnahme der Anbauzulassung nicht zustimmen, stünden den EU-Staaten nur rechtlich äußerst unsichere Möglichkeiten für Verbote zur Verfügung. Konzernklagen wären vorprogrammiert und ihr Erfolg wahrscheinlich.

Gänzlich außen vor bliebe zudem die häufig kritisierte mangelhafte Risikobewertung von Gen-Pflanzen. Unter dem Strich droht damit die vereinfachte und beschleunigte Zulassung zahlreicher Gen-Pflanzen für den Anbau. Schon bald könnten in Brüssel Fakten geschaffen werden – unterstützt durch die deutsche Regierung.

via Bundestag befürwortet Scheinlösung für neue Gentechnik-Verbotsregeln « Greenpeace Blog.

Grüne Gentechnik trotz klarer Mehrheit dagegen

12.02.2014, von

Das stinkt zum Himmel: 19 Staaten waren gestern dagegen, den Genmais 1507 von Dupont-Pioneer in Europa zuzulassen. Er kommt trotzdem, wegen Enthaltungen bevölkerungsreicher Staaten und dem Eiertanz um sogenannte „qualifizierte Mehrheiten“. Klar ist:

Nur fünf Länder waren für die Genehmigung: Estland, Finnland, Großbritannien, Schweden und Spanien.

Auch wenn regionale Anbauverbote damit noch nicht ausgeschlossen sind, schwieriger wird die rechtliche Situation für Gentechnikgegner allemal. Die Frage ist: Hat jemand schon ein geändertes Genehmigungsverfahren beantragt, um solche Fälle künftig zu vermeiden?

via Lebensmittel Gentechnik Mais TC1507 EU Abstimmung – SPIEGEL ONLINE.

Abgeordnete fördern Genmais – und BUND ist sauer

10.02.2014, von

Trotz aller Widerstände – der Genmais kommt. In die EU und damit auch nach Deutschland. Da müsste schon ein Wunder geschehen, dass morgen die EU Abstimmung zur Zulassung der Genmais-Sorte 1507 anders ausgeht als absehbar und absehbar heisst: Zustimmung. Nur mit einer qualifizierten Mehrheit könnte der Europarat noch die von der EU-Kommission beantragte Zustimmung kippen. Danach sieht es eben nicht aus.
Die Stimmenthaltung einzelner Staaten kommt dabei faktisch einer Zustimmung gleich, so ist das Verfahren. Danach kann und wird die Kommission selbständig über den Zulassungsantrag entscheiden. Sie will zustimmen, weil sie sich nicht mit der Welthandelsorganisation anlegen möchte, für die grüne Gentechnik kein Ablehnungsgrund ist. Und wenn der eine Genmais erst durch ist, werden andere folgen. Deshalb ist der morgige Tag ein schwarzer Tag für Kritiker der grünen Gentechnik. Gelungene Lobbyarbeit der Befürworter würde ich das nennen. Aber in Deutschland hätte da im Grunde keiner mitziehen müssen. Dagegen waren viele, gestimmt haben sie anders, und deshalb ist der BUND in Baden-Württemberg jetzt stocksauer auf diverse Bundestagsabgeordnete insbesondere von SPD und CDU wegen deren Abstimmungsverhalten im Vorfeld der europäischen Entscheidung:

„Die persönlichen Erklärungen, die einige Abgeordnete zusätzlich zu ihrer Stimme abgegeben haben, sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind“, betont Dahlbender, „sie zeugen von einer grenzenlosen politischen Naivität, gemischt mit realpolitischem Zynismus. Die harte Währung im Bundestag ist noch immer die Stimme, die die Abgeordneten abgeben. Und hierbei haben die SPD-Parlamentarier versagt, da können sie im Nachhinein noch so oft beteuern, dass sie eigentlich gegen Gentechnik sind.“

via BUND LV. Baden-Württemberg: Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg brechen ihr Wahlversprechen.

Vorerst nix mehr mit Genkartoffel „Amflora“

15.12.2013, von

Das EU-Gericht in Luxemburg hat den Vertrieb und den Anbau der Gentechnik-Kartoffel "Amflora" verboten. Grund seien Verfahrensfehler der EU-Kommission bei der Zulassung, teilte das in Luxemburg ansässige Gericht mit. "Amflora" durfte bislang als Futtermittel verwendet werden, ist aufgrund des hohen Stärkegehalts aber zum Beispiel auch in der Klebstoff- oder der Garnproduktion einsetzbar.Amflora Gen-Kartoffel Bildquelle: dpagalerieVorerst wieder verboten: die Genkartoffel "Amflora"Die EU-Kommission habe im Zulassungsprozess die Verfahrenspflichten "erheblich verletzt", sagten die Richter.

Soso, Verfahrensfehler, „erheblich“,ob so ein schlampig wirkender Umgang auch ansonsten gilt?

via EU-Gericht verbietet Genkartoffel "Amflora" | tagesschau.de.

Genböckchen aus der EU gärtnert jetzt mit Genpflanzen

21.12.2011, von

Alle reden über den Bundespräsidenten und seine Beziehungen zur Wirtschaft, aber Wulffs Revier ist überall. Zum Beispiel in der EU. Etwa in der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Die Kritik von NGO wie Testbiotech brachte den Europäischen Bürgerbeauftragten P. Nikiforus Diamandouros jetzt dazu, unzureichende Regeln gegen Interessenskonflikte bei der EFSA anzumahnen. Das Problem hat einen Namen:

Dr. Suzy Renckens war bis 2008 bei der EFSA Leiterin der Abteilung, die für die Risikobewertung gentechnisch modifizierter Organismen zuständig ist. Nur zwei Monate nach Beendigung dieser Tätigkeit wechselte Renckens zu dem Agro-Unternehmen Syngenta, das eben solche gentechnisch modifizierten Pflanzen herstellt wir berichteten.

Ein Schuft, der Böses dabei denkt.

Damit verabschiede ich mich übrigens bis ins Neue Jahr. Danke fürs Lesen, danke auch für die Geduld! Die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Einträgen sind länger geworden. Seit wir im Sommer einen Hackerangriff auf unseren Blog hatten, können wir aus Sicherheitsgründen nicht mehr so bloggen wie zuvor. Eine Änderung ist auch derzeit nicht in Sicht. Statt täglicher Einträge, wie in den letzten vier Jahren, wird’s wohl eher künftig auf wöchentliche Anmerkungen hinauslaufen.  Und die Freigabe von Kommentaren dauert leider auch länger, eigentlich ein Unding für einen Blog, ich weiß, geht aber gerade nicht anders. Mal sehen, was 2012 bringt. Bis dahin, schöne Feiertage, Guten Rutsch! 🙂

via LobbyControl | Europäischer Bürgerbeauftragter kritisiert Umgang mit Interessenkonflikten bei der EFSA.

Vier Böcke im Garten der EU-Lebensmittelsicherheit?

10.03.2011, von

Es gibt neue Vorwürfe an die Adresse der EFSA. Die oberste EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA  steht schon länger in der Kritik. Einerseits berücksichtigt sie zu wenig ökologische Auswirkungen etwa von gentechnisch veränderten Pflanzen, wird ihr vorgeworfen. Und dann gibt es immer Zweifel an der Unabhängigkeit der EFSA.  Erst ging es um die Präsidentin Diana Bánáti, jetzt kommen Vorwürfe gegen vier Mitglieder des Vorstands hinzu. Die NGO „CEO“ hält ihnen massive Interessenskonflikte vor.

Corporate Europe Observatory CEO has discovered that three EFSA board members are advisors for Big Food companies, working through industry-funded think tanks which aim to manipulate political and scientific debate concerning food risks. A fourth member of the board is director of a fund which has shares in a company selling GM feed.

Danach ist Milan Kovác wissenschaftlicher Berater eines von der futtermittelindustrie gesponsorten Thinktanks. Matthias Horst war 35 Jahre lang Lobbyist der deutschen Lebensmittelindustrie, Jirí Ruprich saß im tschechischen Danone Institut und Piet Vanthemsche ist Mitglied des europäischen Bauernverbands COPA und arbeitet für einen Fond, der Anteile einer Gentech-Firma hält.

Wirklich unabhängig klingt das nicht.

viaEFSA: conflicts of interest on board

Wenig hilfreich: Mehr Biodiesel in Brasilien

16.02.2011, von

Der Druck der brasilianischen Biodiesel-Hersteller auf die Regierung zeigt Wirkung: Möglichst 2012 soll der Anteil der Biodiesel-Beimischung erhöht werden. Von bislang fünf Prozent möchten die Produzenten am liebsten auf zehn Prozent kommen. Für die Umwelt sind das keine guten Nachrichten. Denn Biodiesel wird großflächig aus landwirtschaftlichen Monokulturen gewonnen: Ölpalmen, Sonnenblumen, Soja.

O biodiesel no Brasil é produzido do óleo de palma, oleaginosas como o girassol e a soja, e resíduos de frituras. Este ano começará uma produção a partir de cana-de-açúcar, como ocorre com o etanol.

Mehr Biodiesel in Brasilien bedeutet letztlich mehr Pestizide, mehr Erosion, mehr Druck auf die verbliebenen naturnahen Ökosysteme und weniger Chancen für Landlose, auf fruchtbaren Ländereien für den Eigenbedarf wirtschaften zu können.

viaFolha.com – Ambiente – Mistura de biodiesel no diesel convencional pode aumentar – 16/02/2011.

Schrankenloser Genanbau erlaubt

29.01.2011, von

Der lange Marsch der grünen Gentechnik durch die Institutionen ist wieder ein Stück weiter gegangen. Das US-Landwirtschaftsministerium hat den Anbau von gentechnisch veränderter Luzerne (einer Klee-Art) ohne weitere Einschränkungen zum Schutz etwa von benachbarten Biofeldern erlaubt.

The US Department of Agriculture said on Thursday farmers could proceed with planting genetically altered alfalfa without any of the restrictions that opponents say are crucial to protect organic and conventional farm fields from contamination.

Grüngentec in ihrem Lauf hält weder Protest noch Fakten auf. Die Rechnung dafür kriegen wir wahrscheinlich erst in ein paar Jahrzehnten, aber dann könnte es bitter werden. Denn die Folgen für Artenvielfalt und Ernährungssicherheit werden die Befürworter nicht im Griff haben, auch wenn sie das immer wieder behaupten. Aber wollen wir mal nicht kleinlich sein angesichts der zu erwartenden Profite für einige Großkonzerne.

Quelle: Environmental News Network — Know Your Environment.

Richter ermahnen zu Gensorgfalt

25.11.2010, von

Das Thema Gentechnik ist zu wichtig, um es allein wirtschaftsfixierter Landespolitik zu überlassen. Das bekamen jetzt zum Glück einige übereifrige Landespolitiker vom Bundesverfassungsgericht auf die Butterbemme geschmiert. Das Gentechnikgesetz mit seinen (eh zu dürftigen) Beschränkungen ist verfassungsgemäß.

Den Normenkontrollantrag der Landesregierung Sachsen-Anhalt verwarfen die Karlsruher Richter 1 BvF 2/05. Sie hoben hervor, die Wissenschaft habe die langfristigen Folgen der Gentechnik noch nicht endgültig geklärt. Daher treffe den Gesetzgeber eine besondere Sorgfaltspflicht. Er müsse die natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen schützen.

Quelle: Gentechnikgesetz ist verfassungsgemäß – agrarheute.com.

Nächste Seite »

Blogeinträge

Häufige Stichworte

 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019