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Gekommen um zu stechen

21.07.2010, von

Tigermücke - Copyright PD Dr. Andreas Krüger
Vor drei Jahren tauchte die Asiatische Tigermücke in der Oberrheinebene auf. Doch den ersten Eierfunden unweit von Rastatt folgten seither keine Hinweise auf eine weitere Ausbreitung in Deutschland. In Frankreich, der Schweiz und in Italien hat sich die aus Südostasien stammende Stechmücke dagegen fest etabliert.

Das Problem: Sie überträgt hauptsächlich das Chikungunya-Fieber. „Chikungunya“ bedeutet auf Swahili „gekrümmter Mann“. Dieser Name rührt daher, dass der Krankheitsverlauf sehr schmerzhaft für Muskeln und Knochen ist, so dass Betroffene kaum noch gerade gehen können. Wer das überstanden hat, kann aber wieder vollkommen gesund werden.

Na, da haben wir bislang ja noch Glück gehabt. Mal sehen, wie lange das Glück dauert. Tropische Temperaturen wie derzeit sind die besten Voraussetzungen auch für diverse Krankheiten und ihre tierischen Überträger.

Zur Bildergalerie über Mücken, Bremsen und anderes lästige Getier: Krabbeln, stechen, schneiden – Wissen :: Natur & Kosmos | SWR.de.

EU-Bio-Logo abstimmen

13.12.2009, von

Das Grauen hat einen Namen: das neue EU-Bio-Logo. Denn von den drei Logos, die derzeit zur Online-Abstimmung stehen, ist eines schlimmer als das andere. Am ehesten geht noch Nummer Eins, finde ich. Der Rest ist ein Mr.Spock-Ohr oder Hieroglyphen. Mal ehrlich: wollen wir das wirklich ab Juli 2010 auf allen verpackten Produkten sehen, die die EU-Biorichtlinie erfüllen? Mir wäre das heimische Biosiegel Künastscher Herkunft  lieber gewesen, das ist klar und prägnant und auch von weitem im Regal gut zu erkennen. Aber gut, die Vorauswahl ist leider schon getroffen. Bis Freitag hatten EU-weit 38424 Menschen abgestimmt, bin gespannt, wieviel  letztlich  mitmachen. Die Abstimmung geht noch bis 31.01.2010.

CO2-Bilanz einer Skischule

26.06.2009, von

Die größte Klimabelastung beim Skifahren entsteht durch An- und Abreise. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, in der die CO2-Bilanz einer französischen Skischule in den Alpen ermittelt wurde. Für die Skischule in Chamonix am Mont Blanc wurden die internen wie externen Emissionen an Treibhausgasen berechnet, also Heizenergiebedarf, Fahrweg der SkilehrerInnen, aber auch die Unterkunft der TouristInnen sowie deren Anreise.

Neun Zehntel der Emissionen entfielen danach in der letzten Skisaison auf die An- und Abreiseaktivitäten. (Hätten wir auch nicht anders erwartet, oder? Aber die Zahl ist beeindruckend deutlich.) Jetzt sollen die Pistenfans ermutigt werden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- und ab zu reisen – das ÖPNV-System zumindest der Schweiz, aber auch der angrenzenden französischen Alpen ist schließlich auch hervorragend ausgebaut. Gute Sache, gefällt mir.

Krumbiere, Grombeere, Karduffele

03.10.2008, von

Kartoffelausstellung Objekte - Copyright Axel Weiss
Das Jahr der Kartoffel rutscht ins letzte Viertel. Eigentlich schade, denn die Knollen sind für mich nicht einfach irgendwelche Nahrungsmittel. Kartoffeln haben Geschichte, machen Geschichte. Erinnert sei nur an den Kartoffelbefehl Friedrich des Großen, der Mitte des 18. Jahrhunderts durch Zwangsanbau von Kartoffeln den Hunger im Land beseitigen wollte. Das ist nur teilweise gelungen, denn auch Kartoffeln wachsen nicht immer so wie sie sollen. Wegen schwerer Missernten ihrer Kartoffeln verließen beispielsweise tausende Iren im 19. Jahrhundert ihr Land und wanderten nach Amerika aus. Das übrigens die Heimat der Kartoffel ist. Entzückt war ich jedenfalls dieses Jahr in der Bretagne auf eine Ausstellung zur Geschichte der Kartoffel zu stoßen.

Kartoffelausstellung Beschilderung - Copyright Axel Weiss

Vor allem, weil hier mal die schier unglaubliche Vielzahl der Kartoffelsorten sicht- und greifbar war. Angesichts dessen wurde spürbar, wie beschränkt wir in der Auswahl unserer Nahrungsmittel üblicherweise sind, wenn wir nur bei Discountern und normalen „Supermärkten“ einkaufen. Wenn’s dort ein halbes Dutzend Kartoffelsorten sind ist das viel. Und – mal ehrlich – wer von uns schnell-einkaufenden Berufstätigen schaut beim Kartoffelkauf auf die Sorte? Höchstens die Kategorien „festkochend“ etc. sind noch in unserer Wahrnehmung, denn mehlige Pellkartoffeln schmecken halt nicht. Dabei lassen sich alte Sorten mittlerweile sogar im Internet kaufen.

Kartoffelmaschine - Copyright Axel Weiss

Spannend fand ich in der Kartoffelausstellung in der Domaine de Trévarez auch die alten Maschinen, mit denen die recht mühsame Kartoffelsetz- und Erntearbeit im Lauf der Jahrzehnte peu à peu erleichtert wurde. Und ein Blick auf die Verwandtschaft der „Pommes de Terre“ war auch geboten. Einerseits hatten die Ausstellungsmacher mehrere Dutzend weitere Nachtschattengewächse herbei geholt, von deren rund 2700 Arten die Aubergine, die Engelstrompete oder der bei uns heimische wilde Bittersüße Nachtschatten noch die bekanntesten sind.

Nachtschattengewächse - Copyright Axel Weiss

Außer – natürlich – der Tomate. Dort besteht eine ähnliche Problematik wie bei der Kartoffel: nur ein paar wenige Sorten sind üblicherweise im Handel. Dabei gibt es hunderte Sorten, von denen mehrere Dutzend in Trévarez auch ausgestellt waren. Darunter auch die schwarze Tomate, die ich sogar in Frankreich schon ab und an auf dem Markt gefunden habe. Tomatenvielfalt - Copyright Axel WeissGibt es eigentlich in Deutschland einen Tomatensorten-Spezialist, der die alte Vielfalt bewahrt, wo sich womöglich auch Samen oder Jungpflanzen erstehen lassen? Einschlägige Hinweise bitte gern als Kommentar schreiben. Übrigens: die Ausstellung im Schloß von Trévarez in der Bretagne geht noch bis zum 2. November.

Konzentrierte Windspargel

29.08.2008, von

Na geht doch: In der Schweiz haben sich ein Windradbetreiber und Landschaftsschützer beispielhaft auf Spielregeln geeinigt, die einerseits den Ausbau der Windkraft voranbringen und gleichzeitig Rücksicht auf die Landschaftsstruktur nehmen sollen.

Windkraftanlagen sollten nicht verteilt über die Landschaft, sondern in «Pärken» konzentriert gebaut werden, und zwar nur an Standorten, die über beste Windverhältnisse verfügen.

Das hat mich heute gefreut zu lesen. In den nächsten Jahren wird in der Schweiz vermehrt mit Windrädern Energie gewonnen. Je rücksichtsvoller dabei die Landschaft und die Natur behandelt werden, umso mehr fördert das die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien. Die wilde Verspargelung der Landschaft um fast jeden Preis, bei der Windräder auch mal an Standorten stehen, wo ihre Ausbeute wenig effektiv ist, hemmt dagegen den notwendigen Umbau unserer Energieversorgung. Das gilt übrigens auch für Frankreich, wo die Windkraft trotz Atomenergie zunehmend eine Rolle spielt.

Afrofisch in der Bretagne

12.08.2008, von

Fischtheke in der Bretagne - Copyright Axel Weiss

Neulich in Frankreich. Der Ärmelkanal und die Atlantikküste waren mal sehr fischreich. Doch das ist lange her. Heute fischen die bretonischen Fischer ihre Fische weit weg, sperren sich immer wieder bei den einschlägigen Verhandlungen vehement gegen jede Beschränkung ihres Fangverhaltens – aber zu Hause in der Bretagne gibt’s an der Fischtheke längst Süßwasserfisch aus Uganda. Einheimische Fische – Fehlanzeige.

Uranium, oh la la

18.07.2008, von

Wenn’s mal wieder eines weiteren Beweises dafür bedurfte, dass die Kerntechnik leider nicht so beherrschbar ist wie eigentlich wünschenswert, dann sind es die Ereignisse in Frankreich. Erst die 74 Kilo mal eben in zwei Flüsse „verschwundenes“ Uran, dann heute ein Leck in der Brennstabfabrik bei Grenoble. Selbst im atomfreundlichen Frankreich konnten sie da nicht zur Tagesordnung übergehen. Zu offensichtlich war, dass die Atomindustrie nicht das nötige Vertrauen verdient, erst spät, zu spät, informiert hat. Und ich finde es schon bemerkenswert, dass in den Medien in Frankreich neben der Atomenergie auch die Erneuerbaren als Zukunftsvision zunehmend eine Rolle spielen. Schon vor den jüngsten Unfällen übrigens.

Sie wollen keine Seeohren

17.07.2008, von

Der Strand von Le Vogouet - Copyright Axel Weiss

Dieser Tage in Frankreich. „Nein zu den Seeohren“ steht auf einer Straße in der Westbretagne. In großen, weißen und unübersehbaren Buchstaben gepinselt.

„Non aux ormeaux.“

Immer wieder stoße ich auf diese Zeilen, später dann auf Plakate: „Non au parc à ormeaux!“ Hm. Was haben die hier gegen harmlose Seeohren, diese flachen Meeresschnecken mit den perlmuttschimmernden Innenseiten, die Trophäe schlechthin für muschelsammelnde Kinder? „Sie wollen keine Seeohren“ weiterlesen →

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