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Allgäuer Brauer warnt vor TTIP

02.02.2016, von

Vor lauter Flüchtlingsdebatten in den Hintergrund geraten, dabei höchst umstritten und in den Auswirkungen auf die Umwelt fragwürdig: TTIP, das Freihandelsabkommen mit den USA. Ein Allgäuer Brauer macht jetzt unter seinesgleichen mobil. Übrigens war er auch der erste in Deutschland, der seine Brauerei klimaneutral aufgestellt hat.

„Über 80% der Verbraucher in Deutschland und in Europa lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab! Sollte die geltende Kennzeichnungspflicht zu Fall gebracht oder aufgeweicht werden, dann ist der Markt offen für gentechnisch veränderte Produkte mit der Folge, dass der Verbraucher möglicherweise getäuscht wird in diesem Zusammenhang.“

Gottfried Härle, Brauer in 4. Generation und Inhaber der Brauerei Härle KG im Allgäu.

Immer weniger schwimmende Schillerlocken

12.05.2014, von

Fast ein Drittel aller 1700 untersuchten Fisch- und anderer Meerestierarten sind gefährdet und stehen deshalb auf der neuen Roten Liste des Bundesamts für Naturschutz. Darunter sind auch Fische wie der Dornhai (aus dessen Flossen Bauchlappen leider immer noch die sogenannten Schillerlocken hergestellt werden).

„Die Situation der Knorpelfische wie Dornhai und Glattrochen ist kritisch und hat sich weiter verschärft“, so BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Eine Hauptursache für deren Rückgang sei die nach wie vor viel zu hohe Fischereiintensität mit Grundschleppnetzen, die selbst in den Meeresschutzgebieten weitgehend unreguliert stattfindet.

Möglicherweise ist der Zustand der Tierwelt in den Meeren aber sogar noch deutlich schlechter, weil den Experten nur unzureichende Informationen zur Verfügung stehen. Nicht schön.

via BfN: BfN stellt neue Rote Liste der Meeresorganismen vor.

Veganes muss nicht zwangsläufig gesund sein

04.04.2014, von

Der Verzicht auf tierisch erzeugte Lebensmittel gilt als trendy. Ist ja auch grundsätzlich nicht falsch, viel Gemüse und ähnliches zu essen. Und auf Eier und Milchprodukte zu verzichten ist unter bestimmten Bedingungen auch ok. Nur: wo ein Trend ist, sind leider auch Trittbrettfahrer und Abzocker.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich deshalb 20 Lebensmittel für Veganer genauer angesehen. Die erste negative Feststellung, die sie dabei machte, ist, dass nur vier von zehn angeschriebenen Firmen Fragen zu ihren veganen Produkten beantworteten. Und auch bei den restlichen 60 Prozent ist man mit der Auskunftsfreudigkeit so unzufrieden, dass man dies im nun vorgestellten Ergebnis extra erwähnt.

via „Einige dieser Produkte sollten nicht zu häufig auf dem Speiseplan stehen“ | Telepolis.

Fleischlos im Raum Trier. Ach was: Vegan gar.

17.02.2014, von

Na also, wird doch.

In Zeltingen-Rachtig gibt es das erste vegane Restaurant in der Region Trier.

via SWR Fernsehen :: Odysso :: Umwelt | SWR.de.

Grüne Gentechnik trotz klarer Mehrheit dagegen

12.02.2014, von

Das stinkt zum Himmel: 19 Staaten waren gestern dagegen, den Genmais 1507 von Dupont-Pioneer in Europa zuzulassen. Er kommt trotzdem, wegen Enthaltungen bevölkerungsreicher Staaten und dem Eiertanz um sogenannte „qualifizierte Mehrheiten“. Klar ist:

Nur fünf Länder waren für die Genehmigung: Estland, Finnland, Großbritannien, Schweden und Spanien.

Auch wenn regionale Anbauverbote damit noch nicht ausgeschlossen sind, schwieriger wird die rechtliche Situation für Gentechnikgegner allemal. Die Frage ist: Hat jemand schon ein geändertes Genehmigungsverfahren beantragt, um solche Fälle künftig zu vermeiden?

via Lebensmittel Gentechnik Mais TC1507 EU Abstimmung – SPIEGEL ONLINE.

Ein Löwe frisst Giraffenfleisch. Na sowas.

11.02.2014, von

Viele denken, Koteletts vom Schwein wachsen auf dem Acker. Nein. Tun sie nicht. Das gilt übrigens auch für Giraffen. Aber so genau wollen es viele dann doch lieber nicht wissen, wie Räuber-Beute-Beziehungen aussehen und wie das mit der fleischlichen Ernährung bei Mensch und Tier abläuft. (Tierschutz, ja, bitte – aber darum geht’s bei der Debatte um eine getötete Giraffe im Kopenhagener Zoo ja gar nicht.)

Beim neuerdings so beliebten Instrument der Online-Petition hatten über 25.000 Unterzeichner gefordert, das Huftier zu verschonen – und hätten vermutlich wenig Bedenken gehabt, im Austausch dafür Markus Lanz anzubieten. Nun fordern sie wenigstens den Kopf von Zoodirektor Bengt Holst.

via Raubtierfütterung in Kopenhagen: Lecker Giraffe – taz.de.

Vorerst nix mehr mit Genkartoffel „Amflora“

15.12.2013, von

Das EU-Gericht in Luxemburg hat den Vertrieb und den Anbau der Gentechnik-Kartoffel "Amflora" verboten. Grund seien Verfahrensfehler der EU-Kommission bei der Zulassung, teilte das in Luxemburg ansässige Gericht mit. "Amflora" durfte bislang als Futtermittel verwendet werden, ist aufgrund des hohen Stärkegehalts aber zum Beispiel auch in der Klebstoff- oder der Garnproduktion einsetzbar.Amflora Gen-Kartoffel Bildquelle: dpagalerieVorerst wieder verboten: die Genkartoffel "Amflora"Die EU-Kommission habe im Zulassungsprozess die Verfahrenspflichten "erheblich verletzt", sagten die Richter.

Soso, Verfahrensfehler, „erheblich“,ob so ein schlampig wirkender Umgang auch ansonsten gilt?

via EU-Gericht verbietet Genkartoffel "Amflora" | tagesschau.de.

Mock Duck und Seitan – Weizeneiweiß auf den Grill

22.08.2013, von

Nächstes Wochenende bin ich zum Grillen eingeladen, Endspurt für dieses Jahr. Wie ich die Freunde kenne, gibt’s da wieder superfeinen Spießbraten und Würstchen, whew, dolle Sache, gute Qualität, einziger Haken: ich essen kein Fleisch, muss mir also selbst was mitbringen, ich will ja schließlich nicht nix auf den Rost legen müssen. Was tun?
Ok, Haloumi-Käse aus Zypern, der wird da schon seit ewigen Zeiten als Grillkäse gegessen, lecker, aber Abwechslung muss sein. Der Bundesverband der Tierversuchsgegner hat jetzt ein passendes Angebot im Netz: etwas spät, aber noch nicht zu spät zur laufenden Grillsaison. Culinaria-vegan.de heisst das Rezeptportal, das sind also die ganz Radikalen: Veganer, nicht mal Milchprodukte verwenden die, aber dennoch finden sich dort einige erstaunlich essbare Dinge, die sich auch auf den Grill legen lassen. Auberginen-Zucchini-Rollmöpse, selbstverständlich fischfrei, oder Hawai-Spieße mit Ananas und Zitronenthymian.
Der Knaller: Seitan-Steaks. Seitan ist eine Art konzentrierter Weizenbrei, das pure Weizeneiweiß, man könnte auch Gluten dazu sagen. Schmeckt – gut gewürzt – durchaus fleischig, nur getoppt von Mock Duck, also gefälschter Ente. Sieht aus wie Entenstücke im Chinarestaurant, sogar mit der Pickelhaut drauf, whew, ist aber ebenfalls nur Weizeneiweiß pur.
Mock Duck gibt’s im Glas oder in der Dose. Spannend, ich kannte das bis vor kurzem übrigens auch nicht, wenn mir nicht eine Ernährungsberaterin davon erzählt hätte: Mock Duck und Seitan. Weizeneiweiß ist allerdings nix bei Glutenunverträglichkeit.
Das nächste Grillen ist also gesichert, auch ohne Fleisch. Da brauch‘ ich jetzt gar nicht mehr zu lesen, dass eine halbe Million Schweine jährlich erst beim Abbrühen ihr Leben lassen und 200.000 Rinder ohne Betäubung sterben, da klick ich vor dem nächsten Grillen schon ganz von alleine mal auf www.culinaria-vegan.de und los geht’s. Mock Duck sollte übrigens in jedem Asia-Shop zu kriegen sein. Oder in einem einschlägigen Onlineshop.

Blumenkohl des Bösen – die EU und das Saatgut

26.04.2013, von

Alles neu macht der Mai und das hat sich wohl auch die EU-Kommission gedacht und legt jetzt am 6.5. einen „Gesetz“entwurf vor, der neu regeln soll, welche Pflanzen künftig angebaut werden dürfen und welche nicht. Tja, da rührt uns Brüssel ein lecker Süppchen an und wenn nicht alles täuscht, will die Kommission auch, dass das so heiß gegessen wie gekocht wird. Die Köche grinsen sich bereits eins, die Herren Syngenta, Dupont, Monsanto und wie sie so heißen. Denen gehört zwar schon mehr als die Hälfte des Weltmarkts für Saatgut, aber wie sagt man so schön: wer hat, dem wird gegeben.

Einheitsbrei ist angesagt. Weg mit den lokalen Sorten, dem alten Kruschkram, wer braucht denn heutzutage noch Vielfalt im Supermarkt? Von Aldi lernen heisst siegen lernen – und hat der Aldi Vielfalt im Regal? Nein, eben nicht. Weniger ist mehr, lautet die Devise. Eins, zwei Apfelsorten tuns doch auch. Granny Smith zum Beispiel, hübsch grün und einer schöner wie der andere. Makellose Äpfel, jeder ein perfektes Designstückchen. Da kann kein Bioschrumpeläpfelchen gegen anstinken und wenn es noch so einen posierlichen Namen trägt wie „Holsteiner Rosenhäger“ oder „Weiße Wachsrenette“.

Immer weniger Saatgutbetriebe gibt’s, zahllose Patente der Großindustrie fegen die kleinen Krauter vom Weg. Mit Erfolg: Seit 1990 gingen weltweit drei Viertel der genetischen Vielfalt in der Landwirtschaft verloren – und gleichzeitig ist die Zahl der Hungernden um 130 Millionen zurück gegangen. Weniger Vielfalt, weniger Hunger. Wir sehen: Zuviel Auswahl schadet nur. Da steht man vor dem Obstregal, kann sich nicht entscheiden und schon ist man verhungert. Da ist es doch gut, dass die chemische Industrie der EU-Kommission immer fleissig einflüstert, was zu tun ist.

Einfalt statt Vielfalt. Ist doch nur zu unser aller besten. Das werden auch diejenigen einsehen, die bisher wie der Verein Freie Saaten aus Hassloch noch darauf pochen, dass Pflanzen und Tiere nicht patentierbar sein sollten und für alle da sind, Allgemeingut sozusagen. Wer etwa unter Freie-saaten.org im Netz schaut, stößt auf eine Datenbank mit Nutz- und Kulturpflanzen, die bisher nicht in der EU-Sortenliste stehen. Sowas wie „Mombacher Winter“, ein Winterkopfsalat. Kann man dort kaufen, privat aber nur und ohne damit ein Geschäft machen zu wollen. Keine Bange, sagt die EU, sowas braucht auch künftig nicht das volle Zulassungsverfahren, ein vereinfachtes Verfahren reicht. Nur zehn Stunden Aufwand pro Sorte. Ist sie nicht nett, unsere EU? Der Verein Freie-Saaten braucht sich also um seine 1.200 Sorten keine Sorgen zu machen. Nach gerade mal vier Jahren tagtäglicher Arbeit wird er alle fein säuberlich bei der EU registriert haben.
Und natürlich sollen auch die Kleingärnter weiter privat Saatgut etwa von alten Sorten verwenden dürfen wie bisher, sagt die EU. Dass es das freilich im Handel künftig dann gar nicht mehr geben wird, stört nur Kleingeister. Und was, bitte, ist ein Kleinbauer? Wieviel Obst darf ich dafür bei den Nachbarn verkaufen? Die Definitionen bleiben so schwammig, dass zahlreiche NGO bis hin zum DNR sehr besorgt sind.
(Übrigens: Wer ebenfalls nicht ganz überzeugt ist, dass die EU-Kommission in ihrer Weisheit die richtigen Regeln für Europa fertigt, kann seinem Unmut u.a. hier Ausdruck verleihen. Campact hat auch einen Online-Appell. Der Aufstand im Gemüsebeet hat vss. noch ein Jahr Zeit, bis die Vorschläge der Kommission wirksam werden)

Wirtschaft statt Verbraucher schützen?!

07.03.2013, von

Der Bund der Lebensmittelkontrolleure ist angesichts der diversen Skandale in jüngster Zeit ziemlich sauer, sein Chef sagt:

Derzeit fehlten in Deutschland jedoch rund 1600 Lebensmittelkontrolleure. „Was nutzt es dem Verbraucher, wenn wir in zwei Wochen herausfinden, dass die Erdbeeren, die er vor vier Wochen gegessen hat, mit Keimen belastet waren? Wir können uns nicht neben jedes Schnitzel stellen.“

Da hat er mal recht, der Herr Müller. Und die Idee, endlich die Gewinne aus schrägen Geschäften abzuschöpfen, ist zwar nicht neu, dafür aber überfällig in der Umsetzung.

via Oberster Lebensmittelkontrolleur rechnet mit Politikern ab

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