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Trump: Profitgier statt Klimaschutz

20.01.2017, von

„Ich bin stolz Amerikaner zu sein“, klampfte ein Countrysänger heute anlässlich des bevorstehenden Amtsantritts Donald Trumps. Stolz? Auf Gier und Ignoranz?

„Trump hat angekündigt, fast alle Errungenschaften Obamas für den Klimaschutz rückgängig zu machen. So will er alle Einschränkungen für die Gas- und Kohleindustrie wieder aufheben.“

Mir tun die Millionen armer Schweine auf diesem Planeten einfach nur leid, die ob der Arroganz der Klimawandelleugner unter Dürren, Überschwemmungen usw. leiden und die heisse Klimasuppe auslöffeln müssen, die ihnen die gierigen Profiteure des Wandels eingebrockt haben. Und 2016 war schon wieder ein klimatisches Rekordjahr, was (fast) niemanden wirklich wundert. Es ist zum Mäusemelken.

Quelle: Donald Trump: Die Abschussliste des neuen US-Präsidenten – SPIEGEL ONLINE

Eigenstrom-Steuer trifft nicht nur Solarbranche!

25.05.2016, von

Die Bundesregierung will in Zukunft Stromsteuer auch auf selbstverbrauchten Strom erheben. Dagegen hat sich dieser Tage vor allem die Solarwirtschaft positioniert. Solaranlagen rechnen sich ja seit Änderungen am EEG vor einiger Zeit im Allgemeinen nur noch, wenn der Strom selbst verbraucht wird. Die jüngsten Steuerpläne für den Eigenverbrauch stammen aus dem Bundesfinanzministerium und dort heißt es: die EU verlangt das so. Und es trifft eben nicht nur die Solarbranche. Ich habe meinen Kollegen Werner Eckert aus der SWR Umweltredaktion gefragt: wen trifft das wirklich?

„Es geht nicht nur um Solarkraftwerke, sondern um schlichtweg allen Strom, der von den Erzeugern selbst verbraucht wird. Also auch um die Kraftwärme-gekoppelte Anlagen von Industriebetrieben, um Biogasanlagen und anderes. Den größten Nutzen von der Stromsteuerbefreiung hatten tatsächlich bislang konventionelle Anlagen bis 2 MW elektrische Leistung. Für die alleine rechnet das Finanzministerium mit rund 1 Milliarde Euro Mehreinnahmen in den Jahren 2018-2023. Bei den Solaranlagen geht es wohl nur um einen Bruchteil davon.
Den Versuch, die Stromsteuer auch für all das einzuführen, hat es schon mal gegeben. Er ist aber gescheitert. Auch jetzt handelt es sich erst mal um eine Idee des Finanzministeriums. Und der Entwurf muss mit dem Umwelt- und dem Wirtschafts-Ministerium abgestimmt werden – da gibt es erhebliche Vorbehalte – und dann eben auch mit der Wirtschaft. Und die ist nicht amüsiert. 2 Cent verändern halt die Kalkulation nachhaltig.“

In der politischen Diskussion ging es diese Woche aber interessanterweise nur um die Solaranlagen. Warum das?

„Die Solarlobby ist besonders empfindlich derzeit. Denn auf der Agenda steht ja auch ein neues EEG- Erneuerbare-Energien-Gesetz. Da gibt es jede Menge Streit, weil in diesem Fall dann Wirtschaftsminister Gabriel die Förderung deutlich eindampfen will. Die Sorge: wenn das zusammen kommt, dann ist Schicht im Schacht mit Sonnenstrom. Da gehen die Neubauzahlen sowieso drastisch zurück. Das dritte Jahr in Folge wird die Mindestmenge nicht erreicht.
Und gerade jetzt geht es eigentlich erst richtig los mit der Energiewende. Bislang war das eigentlcih mehr ein „weiter wie gehabt + Erneuerbare oben drauf“.  an den vergangenen Wochenenden gab es aber Mittags fast genug Strom – nur aus den Erneuerbaren Quellen. Beides nebeneinander – Sonne und Kohle – vertragen Netz und Markt nicht dauerhaft.“

Ob sich tatsächlich die Erneuerbaren durchsetzen erscheint mir bei der derzeitigen politischen Großwetterlage fraglich. Ja, Siemens verkaufte gerade 84 Offshore-Windräder mit der Produktionskapazität eines halben Großkraftwerks an die Schotten. Aber: Die Kohlelobby ist stark und selbst die Atomlobby probiert es immer wieder, die Interessen ihrer Steinzeittechnologie voran zu bringen, trotz gesellschaftlich breiter Ablehnung. Wenn sich der jetzt kursierende Entwurf des Finanzministeriums durchsetzt, wäre das meines Erachtens ziemlich fatal für die Umwelt. Nur ein Beispiel, das ich aus eigener Anschauung kenne. Da überlegt ein energieintensives Unternehmen sein bisheriges umweltfreundliches Holzhackschnitzel-BHKW, das erneuert werden müsste, nicht mehr durch ein BHKW, sondern durch ein Gaskraftwerk zu ersetzen, wenn der Eigenverbrauch besteuert wird. Das umweltfreundliche Kraftwerk würde sich dann nicht mehr rechnen. Danke, Berlin.

Vorerst keine Pipeline für schmutziges Öl

25.02.2015, von

Eine umstrittene Pipeline wird vorerst nicht gebaut, die aus Ölsanden gewonnenes und damit besonders umweltbelastendes Erdöl aus Kanada in die USA transportieren soll. Präsident Barack Obama hat sein Veto gegen ein entsprechendes Gesetz vorgelegt, das die Republikaner durchgesetzt haben.

Er will eine erneute Überprüfung des gigantischen Projekts abwarten, gegen das Umweltschützer Sturm laufen.

Eine gute Entscheidung, dieses Veto. Fraglich ist nur, wie lange der Widerstand hält. In dem Moment wo die Ölpreise weltweit wieder steigen, wird es deutlich lukrativer, das Öl aus den kanadischen Böden zu nutzen und damit steigt der Druck, die Pipeline dann doch zu genehmigen.

via Veto gegen umstrittenes Projekt: Obama blockiert Keystone-Pipeline | tagesschau.de.

Sonnensteuer – und als nächstes die Atemluft?

12.06.2014, von

Ein energiepolitischer Offenbarungseid, die Erzeugung von eigenem Strom mit einer vierzigprozentigen Umlage belegen zu wollen, wie unsere Koalition das plant. Von wegen Reform des EEG: ein Murks ist das. Kraft-Wärme-Kopplung und weiterer Ausbau der Solarenergie werden damit absehbar massiv vermindert. Als jemand, der in Bangladesh gesehen hat, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Ärmsten dieses Planeten hat, die schlichtweg absaufen oder von Wirbelstürmen erschlagen werden, gegen die die jüngsten Unwetter in NRW vernachlässigbar harmlos sind, geht mir das Messer in der Tasche auf.

Unsere Realpolitik hofiert nach wie vor die Kohlewirtschaft und be- und verhindert dezentrale innovative Ansätze. Und hab‘ ich das richtig gelesen: auch für Hausdachanlagen unter 10kW soll künftig Sonnensteuer anfallen? Ich hör‘ den Amtsschimmel wiehern und die NSA freut sich über neue Daten von den Kontrolleuren auf Hausbesuch („Soso, Sie haben also 6000 kW verbraucht mit vier Personen, das ist aber ein bischen viel im Jahr, finden Sie nicht? Lassen Sie mal schauen, was machen Sie denn so?“)

Als nächstes wird dann das Gemüse aus dem Hausgarten bei Verzehr mehrwertsteuerpflichtig oder wie wär’s mit einer kleinen Atem-Steuer? Jeder hat jeden Tag 1.000 Atemzüge frei, danach fällt Steuer an. Und wer nicht zahlen kann, tja, dann…

Windkraft auf Halbmast aber nicht abgetakelt

02.04.2014, von

Auch künftig gibt’s Unterstützung für Windkraft, mehr als bisher vorgesehen, ein Ergebnis des gestrigen Bund-Länder-Treffens:

Eine wesentliche Änderung zu den bisherigen Regierungsplänen ist, dass das sogenannte Repowering von Windkraftanlagen nicht auf vorgesehene Obergrenzen angerechnet werden soll.

Weniger gut: der Maisanbau für Biomasseanlagen wird nicht drastisch eingeschränkt, was ökologisch überfällig wäre.

via EEG-Reform steht: „Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“ – Deutschland – Politik – Handelsblatt.

Wie verantwortlich ist Chevron für versifften Urwald?

08.03.2014, von

Das Ausmaß der Umweltzerstörung in Ecuador war enorm:

5.000 Quadratkilometer verseuchter Regenwald, vergiftete Gewässer, mehr als 114 Milliarden Liter giftige Abwässer und ausgelaufenes Rohöl – darum ging es im Prozess um Umweltschäden.

Das juristische Hickhack in der Folge der Schäden ist unübersichtlich. Erst ein Urteil mit 19 Milliarden Dollar Schadensersatz, dann eine Halbierung, jetzt ein fast-schon Freispruch. Mal Gerichte in Ecuador, mal USA. Klar ist nur: die Umweltsauerei war heftig, die Chevron im Urwald durch die Ölförderung hinterlassen hat, und offenbar kommen die Verantwortlichen wieder mal billig davon. Ein Grund mehr, sich für Erneuerbare Energien zu engagieren.

via Nicht schuldig, sondern nur "in gewisser Weise" verantwortlich | Telepolis.

Schwarzwaldfelsen als Riesenbatterie?

23.12.2013, von

Energie zwischenspeichern, warum nicht mit gigantischen Steinblöcken? Ein Professor aus Baden-Württemberg meint: das geht.

Die Lageenergie großer Felsmassen, die hydraulisch angehoben werden, scheint eine aussichtsreiche Möglichkeit zur Lösung des Problems zu sein.

Wir hatten auf Heindls Idee schon mal hingewiesen, das Umweltbundesamt hat jetzt einen ausführlichen Podcastbeitrag zum Felsspeicher ins Netz gestellt. Heindl selbst skizziert das faszinierende Projekt sehr anschaulich:

via Energiespeicher für das Zeitalter der erneuerbaren Energien.

Es wird höchste Zeit, für das steigende Angebot Erneuerbarer Energien bessere Speichermöglichkeiten zu finden. Denn inzwischen liefern die Erneuerbaren selbst im tiefsten Winter eine Menge Strom, schreibt die Agentur für Erneuerbare Energien heute:

Die stetig wachsende Zahl an Erzeugungsanlagen auf Basis Erneuerbarer Energien liefert während der kürzesten Tage des Jahres einen deutlich sichtbaren Stromanteil. Selbst die von Wetter und Tageszeit abhängigen Sonnen- und Windenergieanlagen tragen ihren Teil dazu bei – das zeigt zum Beispiel der Blick auf das Vorjahr: Photovoltaikanlagen und Windräder speisten am 20. und 21. Dezember 2012 zu mittäglichen Lastspitzenzeiten (Zeiten mit höchstem Stromverbrauch) mehr als zehn Gigawattstunden in das Netz ein. Beide Technologien ergänzten sich dabei hervorragend. So löste der Windstrom die zur Mittagszeit naturgemäß starke Photovoltaik ab und trug am frühen Abend allein mit bis zu 12 Gigawattstunden zur Stromversorgung bei. Unterstützt wurden Wind und Sonne zusätzlich durch Wasserkraft und Biomasse. Zusammengenommen erreichte das Quartett an den beiden kürzesten Dezembertagen 2012 zeitweilig einen Anteil von rund 25 Prozent an der nachgefragten Strommenge.

Und wer bis hierher gelesen hat, bekommt jetzt zur Belohnung noch einen Weihnachtsgruß: Machen Sie sich ein paar schöne, ruhige und nachhaltige Feiertage! Und falls mich nicht im Urlaub ein Bloganfall überkommt, dann bis nächstes Jahr, kommen Sie gut ‘rüber. Man liest sich.

Tag der traurigen Tropenwälder

13.09.2013, von

14. September ist Tag der Tropenwälder. Und alle Jahre wieder jammern sie allerorten darüber, dass die Tropenwälder immer mehr schrumpfen. Jährlich die Fläche Griechenlands etwa. Aber tun dagegen, och, dann vielleicht doch lieber nicht. Zumindest nicht gleich oder besser: sollen doch die anderen was machen.
Und es dauert: Das Verbot, in die Europäische Union illegal geschlagene Tropenhölzer einzuführen zum Beispiel, ja, das gibt es mittlerweile, das ist toll, das freut den Artenschützer. Nur dumm, dass es im Grunde zwanzig Jahre zu spät kommt, weil die wertvollsten Bestände inzwischen schon abgehackt sind. Die Mühlen der Bürokratie sind halt so langsam und ein Schuft der böses dabei denkt.
Oder, auch so eine nette Geschichte, nehmen wir die Palmölplantagen. Fast sieben Milliarden Euro hat unsere Europäische Union im Jahr 2011 ausgegeben, um die Verwendung von Biosprit zu fördern. Biodiesel wurde mit fast vierzig Cent pro Liter subventioniert. 40 Cent pro Liter! Schließlich sollen die Erneuerbaren Energien im Sprit eu-weit mal zehn Prozent ausmachen, da muss man schon was für tun, klar.
Nur: Längst ist klar, dass Biosprit alles andere als Bio ist sondern blanker Unsinn. Zum einen, weil er keineswegs klimaneutral ist. Es ist für das Klima wesentlich besser und für usn Steuerzahler wesentlich günstiger, den Verbrauch der Autos zu drosseln statt dem Treibstoff Biosprit beizumischen, wie das derzeit der Fall ist. Und zum anderen, wir erinnern uns: Tag der Tropenwälder 14. September: Biodiesel ist ein Waldkiller sondergleichen. Denn statt Urwald für Orang-Utans, Tiger oder Elefanten stehen in weiten Teilen Südostasiens mittlerweile Palmöl-Monokulturen ohne Ende und in Mittelamerika siehts auch nicht besser aus.
Fast zwei Milliarden Kilogramm Palmöl werden dem Diesel in der EU pro Jahr zugesetzt, hinzu kommen große Mengen Soja- und Rapsöl. Doch die veränderte Landnutzung in den Tropen für Biosprit hat die EU zwar per Gutachten selbst feststellen lassen, nur Konsequenzen zieht niemand daraus. Das EU-Parlament hat nämlich dieser Tage allem besseren Wissen zum Trotz die weitere Beimengung von Biosprit auf den Weg gebracht, auch wenn deshalb Ökosysteme in den Tropen zerstört werden, um Zuckerrohr-, Palm- und Sojaplantagen zu pflanzen.
So sind wir: Da haben wir einen Tag der Tropenwälder, da fördert das Umweltministerium diese Woche bundesweit 400 Jugendgruppen, die sich für Erneuerbare Energien einsetzen wollen unter www.energiewende-und-du.de – und die Wirklichkeit? Traurige Tropen, gerodet für Profit und Bequemlichkeit. Alle Jahre wieder.

Besser als Sonnenkraft: Schwerkraft treibt Lampen an

25.06.2013, von

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Es muss nicht immer Sonnenenergie sein. Was Kuckucksuhren antreibt, kann auch Licht erzeugen: Gewicht. Schöne Geschäftsidee für die Ablösung der umweltschädlichen Kerosinlampen in der Dritten Welt: Gravity Light. Ein Sandsack sorgt für Lampenstrom.

Wer Wind säht – Streit um Windräder im Pfälzerwald

17.05.2013, von

Wieviel Windkraft muss sein, wieviel darf sein, vor allem aber: Wo und wo nicht? Beim Thema Windkraft im Wald toben seit Monaten die Emotionen, teils mit politischem Kalkül, teils reines Bauchgefühl, teils fachlich begründet. Klar ist: dieser Teil der Energiewende ist öffentlich umstritten und deshalb gefällt mir ganz besonders, was die Kollegen von „Reiss und Leute“ nächste Woche in Mainz aufzeichnen. Hier ihr Pressetext:

„So nicht!“ und „Finger weg vom Pfälzerwald!“ steht auf ihren Plakaten –
Hunderte Umwelt- und Naturschützer demonstrieren Ende März auf dem Hochplateau Taubensuhl bei Landau. Ihr Zorn gilt der rot-grünen Landesregierung .
Die will, dass bis zum Jahr 2030 der gesamte Strom aus rheinland-pfälzischen Steckdosen nur noch durch erneuerbare Energien erzeugt wird.
Nach der vom Mainzer Kabinett beschlossenen Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms könnten sich künftig u.a. auch im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, dem Pfälzerwald, Windräder drehen.
Die grüne Energieministerin Eveline Lemke betont, besonders hochwertige Waldflächen sollen ausgespart werden; und sie versichert, es werde keine von oben verordnete Windkraft geben. Allerdings: die Haltung „nicht bei mir, nur bei den anderen“ könne es beim Thema Energiewende nicht geben.
Für ihre Kritiker sind die Pfälzerwald-Pläne ein Tabubruch. Ohne Not solle ein einzigartiges Biosphärenreservat den finanziellen Interessen von Gemeinden und Windkraftindustrie geopfert werden. Ein weiteres Mal werde ein intaktes Landschaftsbild zerstört, werde Menschen die Möglichkeit zu naturnaher Erholung genommen.
Lokale Bürgerinitiativen Und Naturschutzverbände sind sich einig: Energiewende Ja – Windkraft im Pfälzerwald Nein!

Beatrix Reiss diskutiert über Windkraft im Pfälzerwald mit ihren Gästen

– Eveline Lemke, Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung RP
– Martin Brandl, stellvertretender Hauptvorsitzender des Pfälzerwaldvereins
– Kurt Wagenführer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler und
– Stefan Huwer von der Initiative Pro Pfälzerwald

Am Mittwoch, 22.Mai, um 18.15 Uhr live vom Ballplatz in Mainz.
Wiederholung der Sendung: am Montag, 27.Mai, um 5.15 Uhr,
sowie jederzeit in der SWR-Mediathek

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