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Konkurrenz zum Panamakanal ökologisch umstritten

01.08.2013, von

Die Finanzierung des 40 Milliarden Dollar Projekts für einen neuen Schifffahrtskanal durch Mittelamerika steht angeblich. Der neue Kanal soll quer durch Nicaragua gehen und wird vss. dem Panama-Kanal Konkurrenz machen. Ökologisch betrachtet macht das Projekt allerdings wohl deutliche Probleme:

Der Verlauf dürfte Umweltschützer auf den Plan rufen, die argumentieren, der Nicaragua-See sei bereits jetzt durch Abwässer stark verschmutzt und werde nach dem Bau des Kanals durch Supertanker noch weiter belastet.

via Finanzierung des Nicaragua-Kanals ist perfekt.

Besser als Sonnenkraft: Schwerkraft treibt Lampen an

25.06.2013, von

GravityLight, lighting for the developing countries_20130625-115053

Es muss nicht immer Sonnenenergie sein. Was Kuckucksuhren antreibt, kann auch Licht erzeugen: Gewicht. Schöne Geschäftsidee für die Ablösung der umweltschädlichen Kerosinlampen in der Dritten Welt: Gravity Light. Ein Sandsack sorgt für Lampenstrom.

Etwas mehr Umweltschutz wagen in China

01.11.2012, von

China verändert sich nachhaltig, zu seinem Vorteil:

Gerade ökologisch fragwürdige Projekte durchzusetzen sei in China heute oft schwieriger als in manchen demokratischen Staaten, räumen westliche Unternehmer inzwischen ein.

Das ist doch mal ein Anfang.

via China: Mit dem Aufschwung wächst das Selbstbewusstsein der Chinesen

Artenschutz für Menschenfresser – die bengalischen Tiger

16.03.2012, von

Dieser Tage hat mir ein Mann in Bangladesh seine Narben am Kopf, den Händen und Beinen gezeigt von den Wunden, die ihm ein Tiger zugefügt hat. Mächtige Narben. Ein bengalischer Tiger war das, von denen es je nach Schätzung noch 250 bis 450 gibt, versteckt in den unzugänglichen Sundabarns, den mit über 10.000 Quadratkilometer größten Mangrovenwald der Erde.
Der schlickige Boden, die spitzen Keimlinge der Mangroven und deren wilder Stelzwurzelwald machen es Menschen in den Sundabarns schwer, machen es vielen Tieren dagegen leicht, sich zu bewegen. Hier gibt es Krokodile und eben die Tiger. Sie sind gefürchtet, denn sie greifen auch Menschen an. Der Mann mit den Narben hatte also viel Glück, überhaupt noch zu leben.

Klar, eigentlich sollten die Bewohner der Dörfer am Rand der eigentlich als Weltkulturerbe streng geschützten Sundabarns dort gar nicht reingehen. Doch sie sind so arm, dass sie es dennoch tun, um wilden Honig zu sammeln, aber sie gehen voller Angst, erzählte mir einer der Dorfbewohner. Seine Angst ist durchaus berechtigt: die Mangrove ist unübersichtlich.
Im Internet finde ich abends bei der Nachrecherche die offiziellen Statistiken – sie gehen für den nicht-indischen Teil von fast 350 Toten in den letzten zehn Jahren aus. Es gibt aber eine erhebliche Dunkelziffer, also 100 Tote jährlich dürften durchaus realistisch sein. Und ich stoße im Netz noch auf etwas, wovon mir wiederum keiner meiner Gesprächspartner vor Ort in den letzten Tagen etwas erzählt hat.
Die Tiger ernähren sich möglicherweise auch von Leichen aus Flussbestattungen. Wer arm ist und keine Beerdigung zahlen kann, hüllt den Angehörigen in Tücher und übergibt ihn dann dem Fluss, der die Toten zu den Sundarbarns, zu Krokodilen und Tigern trägt. So haben sich die eigentlich von Axishirschen lebenden Tiger zunehmend an Menschenfleisch gewöhnt, heißt es und kommen jetzt auch in die Dörfer. Erst vor wenigen Wochen hat ein Tiger nachts ein Dorf heimgesucht und drei Menschen im Schlaf in ihren Häusern getötet. Ein Problem, das offenbar also letztlich menschengemacht ist, mit fatalen Folgen für Dorfbewohner wie Bengaltiger.
Weil die Tiger aber in Bangladesh gleichzeitig auch als machtvolle Symboltiere gelten, richtet sich – anders als bei europäischen Wölfen oder Bären – der Hass in den Dörfern nicht auf die Tiere. Dafür trifft er die Tiger-Witwen, deren Männer getötet wurden. Sie hätten durch „falsches“ Verhalten während der Abwesenheit ihrer Männer deren Tod heraufbeschworen, lautet der Vorwurf. Die Witwen werden von der Familie ihres Mannes verstoßen, müssen ihr Haus verlassen und können oft nur zurück zu ihren eigenen Eltern flüchten.

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Auf den Spuren des Klimawandels: Shrimps

09.03.2012, von

20120309-072606.jpgHier wuchs mal Reis, bevor der letzte Zyklon soviel Salzwasser einschwemmte, dass die Bauern nach Dhaka flüchten mussten oder auf Krebszucht umstellen. Mehr dazu erst demnächst, unser Reiseprogramm in Bangladesh ist so dicht, dass keine Zeit zum Bloggen bleibt. Nur soviel: ein Hammerland.

Auf den Spuren des Klimawandels in Bangladesch

05.03.2012, von

Ankunft in Dhaka. Mindestens 18 Millionen Einwohner. Viele in Slums. Klimaflüchtlinge.

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Gesucht, gefunden: Das übelste Unternehmen der Welt 2012

21.01.2012, von

Wer wird in diesem Jahr der Sieger bei den Public Eye Awards? Auf deutsch: Welches ist das übelste Unternehmen der Welt 2012? Noch ein paar Tage läuft im Netz die Abstimmung und wer seinen Klick auf der Seite publiceye.ch machen will, der hat dieses Jahr wieder die Qual der Wahl. Die Public Eye Awards verstehen sich als Gegenpol zum Weltwirtschaftsforum in Davos.

Nicht, dass sich die über 2.000 Wirtschaftsbosse und Spitzenpolitiker dort in den nächsten Tagen keine Gedanken über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Lebensbedingungen arbeitender Menschen machen würden. Nur: bei allen guten Absichten: Zwischen der Lebenswirklichkeit jettender Vorstände und dem, was an der Basis passiert, da liegen Welten. Auf Twitter spötteln deshalb die Macher der Public Eye Awards:

So ein bisschen dagegen sein is ja schick, aber bitte doch nicht so, dass die Betroffenen was merken.

Die Betroffenen kommen dafür bei Youtube zu Wort und von den sechs Videoclips zu den sechs Kandidaten sind mir vor allem zwei nachgegangen, vor allem der zu Samsung. Südkoreas reichster Mischkonzern mit 172 Milliarden US-Dollar Umsatz setze teils verbotene hochgiftige Stoffe bei der Produktion seiner Hightech-Geräte ein, so der Vorwurf. Mindestens 50 junge Arbeiter seien deshalb an Krebs gestorben, 140 erkrankt. Han Hye-Kyoung ist 33 und hat einen Hirntumor.

Ich bin krank geworden von der Arbeit in der Elektronikfabrik von Samsung,

sagt eine sichtlich von Krankheit gezeichnete Frau. Sie erzählt:

Samsung sagt, meine Krankheit hat nichts mit der Fabrik zu tun. Aber andere Arbeiter sind auch krank geworden bei Samsung.

Nicht weniger manipulativ gedreht, nur in ganz anderer Machart ist der Film zum Kandidat Freeport, der  weltgrößte Gold- und Kupferminen auf West-Papua. Hier kontrastieren Luftaufnahmen gigantischer Löcher im Erdboden mit nüchternen Worten. Seit Jahrzehnten belastet der US-Konzern die Umwelt auf der Tropeninsel mit Giftschlämmen und das indonesische Menschenrechtskomittee wirft ihm etwa Todesdrohungen gegen Gewerkschafter vor.  

 Auch die britische Bank Barclays bekommt ihr Fett ab, sie wird als hungertreibender Nahrungsmittelspekulant angeprangert, auch der Schweizer Chemiekonzern Syngenta bekommt vorgeworfen, in Drittweltstaaten sein Herbizid Paraquat zu verkaufen, das bei uns aus guten Gründen verboten ist. Derzeit bei der Abstimmung auf Platz Zwei: Der brasilianische Vale-Konzern, der den ökologisch wie sozial verheerenden Belo Monte Staudamm im Amazonasbecken mit baut. In seiner öffentlichen Antwort auf die Nominierung sieht sich Vale völlig zu Unrecht an den Pranger gestellt. Und verweist auf seinen dicken Nachhaltigkeitsbericht, in dem alles drin steht. Immerhin: der Konzern hat reagiert, das haben nicht alle:

 Wir haben fünf Antworten erhalten. Nur Tepco ignoriert uns,

schreiben die Macher der Public Eye Awards in ihrem Twitterkanal @PEAwards. Und fragen nach den Gründen des Schweigens:

Ist es ihnen peinlich? Oder sind sie pleite?

Naja, ehrlich gesagt: Hätten Sie vom Betreiber des Katastrophen-AKW Fukushima Tepco nach der Vorgeschichte etwas anderes erwartet als Schweigen? Bis 26. Januar läuft die Abstimmung im Netz noch, dann werden Greenpeace Schweiz und die Erklärung von Bern, eine Schweizer NGO, das Ergebnis feststellen. Also ich setze auf Tepco, den Favoriten.

———-Nachtrag:

Ok, es war dann doch nicht Tepco. Vale hat gewonnen, aber knapp. Und Barclays für ihre Spekulation auf Nahrungsmittel. Was folgern wir daraus? Ureinwohner vertreiben und Leute hungern lassen ist schlimmer als eine radioaktive Verseuchung? Mh. Ist statistisch eh nicht signifikant, das Ergebnis. Meine Zusammenfassung hier: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/publiceye100.html

Die etwas andere Krötenwanderung

14.01.2012, von

Auf den ersten Blick zeigt das grüne Vorschaubild, das jemand auf  meine Facebook-Pinwand gestellt hat, einen Nadelwald aus der Luft. Darüber steht: Krötenwanderung. Stimmt, denke ich, ist ja bald wieder so weit und sehe vor meinem geistigen Auge plattgefahrene Amphibien und eimerschleppende Helfer an Krötenzäunen.  Dann freilich fällt mir auf, dass das Wort „Krötenwanderung“ aus Einzelbuchstaben zusammengesetzt ist wie ein klassischer Erpresserbrief. Als ich sehe, wer den Link auf das Youtube-Video gepostet hat – Graswurzel-TV – wird mir klar: Krötenwanderung hat auch noch eine ganz andere Bedeutung:

„Deine Kröten laufen nicht nur durch Geldautomaten, Hände, Bilanzen und Aktienanlagen. Sie können auch viel Unheil anrichten. Wenn Du bei der falschen Bank bist werden deine Kröten in Waffen oder Atomkraft investiert. Und die Banken wetten auf steigende Nahrungsmittelpreise und fördern damit Not und Hunger in der Welt.“

Occupy Economy, hier in der virtuellen Variante. Das Netz ist eine großartige Fläche für Propaganda, „Die etwas andere Krötenwanderung“ weiterlesen →

Auch 7.000.000.000 könnten satt werden

07.11.2011, von

Wahrscheinlich hat seit letzter Woche der Planet schon wieder eine Million Einwohner mehr und wird jetzt von 7.001.000.000 Menschen bevölkert. Am Hunger und der sozialen Ungleichheit wird sich wenig geändert haben.

Auf dem Land, das sich InvestorInnen weltweit unter den Nagel gerissen haben (sogenanntes «land grabbing»), wäre Platz für 26,7 Millionen Bauernhöfe von je drei Hektaren. Das Getreide, das an Tiere verfüttert wird, könnte die halbe Menschheit ernähren.

via Bioberatung statt Touchscreens: Wie die Welt auch 7 000 000 000 Menschen ernähren kann (WOZ, International).

Ein Drittel der Menschheit ist verfettet

16.06.2011, von

Seit 2002 hat die Zahl der übergewichtigen Menschen weltweit massiv zugenommen. Plus ein Viertel mehr gibt’s seither, wie das Worldwatch Institut herausgefunden hat. Die Statistiken von 177 Staaten zeigen, dass unter den Über-15jährigen 38 Prozent übergewichtig sind.

More than 1.9 billion people worldwide were overweight in 2010, a 25 percent increase since 2002, a new Worldwatch analysis shows. A survey of statistics in 177 countries shows 38 percent of adults — those 15 years or older — are now overweight.

Dieser Trend ist klar gekoppelt an steigende Einkommen  – und immer mehr vermeidbare Gesundheitsprobleme. Wenn ich mich recht erinnere, hungern auf der anderen Seite rund eine Milliarde Menschen, also ein Sechstel der Menschheit. Houston, we have a problem. Und war für eines.

via Global Health and Wellness News: Nearly Two Billion People Worldwide Now Overweight.

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