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Brasilien exportiert „Grüne Revolution“

05.07.2009, von

Wenn das Agrarmodell Brasiliens der Welt aus der Hungerkrise helfen soll, wie jetzt von Präsident Lula in Libyen vorgeschlagen, na dann gute Nacht. Gigantische Monokulturen haben sich bislang noch nie als nachhaltige Landwirtschaft gezeigt. Und auch der Verdrängungswettbewerb durch Einsatz der Gentechnik, der in Brasilien nach dem Soja jetzt auch beim Mais eingesetzt hat, dürfte noch kein hungerndes Maul gestillt haben (aber der Shareholder Value steigt und darauf kommt’s schließlich an). Herr, schmeiß‘ Hirn ‚ra. Mögen sich die afrikanischen Agrarminister in Brasilien treffen (s.u.) – ein Vorbild ist der südamerikanische Staat in Agrarangelegenheiten sicher nicht. Zumindest nicht, wenn es um Ernährung gehen soll.

O líbio aceitou, no entanto, em nome da UA, uma proposta de Lula de organizar no Brasil uma reunião com os ministros africanos da Agricultura.

Quelle: Folha Online Lula promete ajuda a países africanos em „revolução verde“ – 01/07/2009.

Waldzerstörung mit Staatshilfe

05.06.2009, von

Rinderzucht in Brasilien - Copyright Axel Weiss

Wenn er ja wenigstens den Armen zu Gute käme, der Erlös aus der Regenwaldvernichtung in Brasilien. Aber dem ist nicht so. Dafür verdient der Staat ordentlich mit, schreibt Greenpeace in einer gerade veröffentlichten Untersuchung über den illegalen Tropenholzeinschlag und die Ursachen für die Rodungen in Amazonien.

Greenpeace investigators found that the Brazilian government has a vested interest in the further expansion of the cattle industry; it part-owns three of the country’s cattle giants – Bertin, JBS and Marfrig – which are responsible for fuelling the destruction of huge tracts of the Amazon.


An drei der ganz großen Rinderhalter-Firmen in Amazonien, die für die Zerstörung großer Landstriche verantwortlich sind, ist laut Greenpeace der brasilianische Staat beteiligt: an Bertin, JBS und Marfrig. Das würde auch zumindest teilweise erklären, warum trotz jahrelanger staatlicher „Bemühungen“ die Vernichtung der Wälder im Grunde immer weiter geht.

Quelle: Major brands implicated in Amazon destruction | Greenpeace International.

Das Maß der Zerstörung

31.05.2009, von

So circa 6,8 Milliarden Menschen leben inzwischen auf der Erde. Die hinterlassen Spuren:

To make room for all the hungry, breeding, CO2-emitting bodies on our small planet, we’ve ravaged Earth’s surface with staggering feats of deforestation, irrigation and urbanization — and NASA satellites have captured it all.

Auf GoogleEarth sind die Spuren der Zerstörung sichtbar: Der Aralsee wird entwässert, der Regenwald gerodet und vor Dubai schieben sich im Gegenzug künstliche Inseln ins Meer. Der „Wired“ hat ein paar sehenswerte Videos zusammengestellt.

Quelle: Time-Lapse Videos of Massive Change on Earth | Wired Science | Wired.com.

Erst der Wald, dann das Klima

27.05.2009, von

Regenwaldzerstörung ist klimawirksam, wir vergessen das bloß oft. Brasilien etwa ist der viertgrößte Klimasünder weltweit und hat diese Position vor allem wegen der Zerstörung seiner Wälder – drei Viertel der Emissionen stammen aus der Vernichtung der Natur in Gegenden wie Amazonien und verstärkter Bodennutzung dort.

O Brasil é o quarto maior poluidor do mundo e conquistou essa triste posição principalmente com o desmatamento de suas florestas – 75% das emissões brasileiras de gases do efeito estufa vêm da destruição de regiões como a amazônica e alterações no uso do solo.

Quelle: Greenpeace Blog.

Papageienschmuggler gefasst

24.03.2009, von

Der seltene Hyazinth-Ara - Copyright Axel Weiss

Erfreulich: Manchmal gibt’s auch Erfolge bei der Bekämpfung des kriminellen Handels mit Wildtieren. Ein mit brasilianischem Haftbefehl gesuchter Tscheche wurde diese Woche in Indonesien verhaftet. Der Mann wird beschuldigt vom Aussterben bedrohte Tiere von Brasilien auf den europäischen Markt geschmuggelt zu haben. Er soll es vor allem auf die seltenen blauen Hyazinth-Aras abgesehen haben, schreibt die „Folha de Sao Paulo“. Die brasilianische Bundespolizei hatte im vergangenen Jahr eine groß angelegte Aktion gestartet, um den Wildtierschmuggel zu bekämpfen, die Operação Oxossi. In diesem Zusammenhang wurden in neun Bundessstaaten insgesamt 72 Personen festgenommen. Interpol war gebeten worden, nach fünf weiteren Personen zu fahnden, darunter der jetzt festgenommene Mann aus Tschechien. Der Umfang des illegalen Handels mit Wildtieren wird allein in Brasilien auf 500.000 Tiere jährlich geschätzt, darunter Affen, Papageien und Jaguare.

Um tcheco suspeito de adquirir animais em extinção no Brasil para vender no mercado europeu –principalmente arara azul– foi preso nesta segunda-feira pela Interpol no aeroporto internacional de Bali, na Indonésia. Contra ele havia um mandado de prisão expedido pela Justiça Federal brasileira desde que a chamada Operação Oxossi foi realizada pela Polícia Federal, no último dia 11.

Ecogerma 2009 beginnt

12.03.2009, von

Piranhas - Copyright Axel Weiss

Doch, sowas gibt’s: eine Deutsch-Brasilianische Nachhaltigkeitsmesse. Sie startet heute am 12. März in Sao Paulo, dauert drei Tage und hat ihren Schwerpunkt auf innovativen technologischen Lösungen und nachhaltigen Unternehmensmodellen. Die Messe will den Handel zwischen Brasilien, Deutschland und den südamerikanischen Mercosul-Staaten fördern. Wir wünschen von hier aus gute Geschäfte. Schön, dass es noch andere Exportprodukte in Brasilien gibt als Rohstoffe und tote Piranhas.

Durante a feira, ocorrerá também o Congresso de Sustentabilidade, com foco em soluções tecnológicas inovadoras e sustentáveis, novos modelos empresariais e oportunidades de negócios entre Brasil, Alemanha e o bloco econômico do Mercosul.

Quelle: WWF – WWF-Brasil participa da Ecogerma 2009.

Wieder 26 Arten weniger

18.02.2009, von

Die Rodungen in Amazonien haben 26 Tierarten das Aus gebracht, berichtet die Zeitung Folha de Sao Paulo unter Berufung auf die UN. 26 Arten – weg, ausgerottet. Und: Das Ausmaß der weltweiten Entwaldung ist  auch ganz beachtlich. Über 850.000 Quadratkilometer laut UN bis 2005. Zum Vergleich: die Fläche Deutschlands beträgt ca. 357.000 Quadratkilometer. Zack, gerodet, abgefackelt, weg, wir fahren von Flensburg nach Barcelona durch Rauch. Wofür, bitte, war das nötig?

O relatório do Pnuma afirma que até 2005 a Amazônia acumulou uma perda de 17% da sua vegetação total nos nove países que possuem trechos da floresta tropical. A área total desmatada foi de 857.666 km2.

Quelle: Folha Online – BBC Brasil – Desmatamento na Amazônia extingue 26 espécies e ameaça 644, diz ONU – 18/02/2009.

Der Urwald ruft wieder

06.02.2009, von

Baumriesen in Amazonien - Copyright Axel Weiss/SWR
Heute rief mich Dr. Radtke aus Brasilien an. Mit dem Tübinger Biologen, einer Reihe von Wissenschaftlern und Studenten war ich vor etwa einem Jahr mehrere Wochen in Brasilien unterwegs. Wieder wird es einen Fieldtrip geben, Dr. Radtke bereitet ihn gerade vor. Diesmal freilich werde ich nicht dabei sein können. Das ist schade, denn es war spannend, der Natur (und ihrer Zerstörung) auf der Spur zu sein und die zwei Dutzend Leute in der Wildnis zu begleiten. Vielleicht lässt sich ja nächstes Jahr wieder ein journalistischer Faden nach Brasilien spinnen, mal sehen. Umso mehr hat mich aber gefreut, dass jetzt einer der mitreisenden Studenten das Bloggen übernimmt – und der Anfang sieht ziemlich gut aus.
Wenn’s Felix gelingt im Urwald eine der wenigen Satellitenverbindungen zum Rest der Welt zu entdecken oder im Hinterzimmer einer einsamen Farm im Pantanal spät abends noch die Telefonleitung zum Bloggen zu nutzen, dann könnten die nächsten Wochen recht kurzweilig werden. Ich freue mich jedenfalls schon drauf zu erfahren, wie es diesmal läuft, was zu entdecken ist und unter welchen Bedingungen die strapaziöse Tour verläuft.
Der Blog von Felix verlinkt übrigens auch auf die Seiten des Baden-Württembergischen Brasilien-Zentrums der Universität Tübingen und dort auf „Exkursion 2008“ und dahinter stecken meine gesammelten Blogeinträge samt Fotos vom vergangenen Jahr als PDF-Dokument. Immerhin 38 Seiten Dschungelexpedition zum Nachlesen.

Hugo, Che und das Sozialforum

03.02.2009, von

Am Amazonas tagten sie bis gerade auf dem 9. Weltsozialforum über Regenwaldzerstörung, Artenvielfalt und die Rechte indigener Völker. Und gesungen wurde dort auch, durchaus auch von Staatspräsidenten. Zum Beispiel links-nostalgisches Liedgut, dargeboten von Hugo Chavez  persönlich, dem venezuelanischen Populisten und Regierungschef. Che Guevara dürfte sich im Grab die Ohren zugehalten haben.

A Belém, où se tient la neuvième édition du Forum social mondial, on a parlé de la biodiversité, des droits des peuples indigènes, et de l’Amazonie dévastée.

Quelle: Mediapart.

Hörbar vom Weltsozialforum

27.01.2009, von

In Belém am Amazonas startet das Weltsozialforum. Mit dabei unter anderem der bloggende Pfarrer Detlev Knoche und der bloggende Evangelische Entwicklungsdienst EED. Was Wilfried Steen vom EED meiner Kollegin Sabine Gronau gerade am Telefon erzählt hat fand ich so interessant, dass ich das Interview zum Anhören in den Blog stelle. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mal wieder auf unsere tägliche Umweltsendung auf SWR cont.ra hinweisen, in der das Interview auch On-air gesendet wird. Auf der Seite gibt’s aber eben nicht nur die Sendung zu hören. Dort lässt sich auch der Podcast abonnieren und täglich neue Audios anhören.

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