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Zur Lage der Natur

19.05.2020, von

(C) Axel Weiss

Kühe auf der Weide. Ein selten gewordener Anblick hierzulande. Und das hat Folgen.

Die Lage der Natur in Deutschland ist beschissen. Und das ist flächenhaft durchaus wörtlich zu nehmen. Denn nach dem gerade veröffentlichten Bericht zu eben dieser Lage gibt’s vor allem in der Landwirtschaft erhebliche Mängel durch Gülle, Überdüngung umd ausgeräumte Landschaften, während andernorts durchaus auch naturschutzbedingt positive Entwicklungen zu verzeichnen sind. So heißt es heute aus dem Bundesumweltministerium:

„Mehr als die Hälfte aller FFH-Grünland-Lebensraumtypen befindet sich in Deutschland in einem ungünstig-schlechten Erhaltungszustand.

Vor allem Schmetterlinge und andere Insekten sind Mangelware geworden und das selbst in Schutzzonen wie den FFH-Gebieten. Kein Wunder angesichts der Veränderungen in den letzten Jahren. Da steht zum Beispiel kaum noch eine Kuh auf einer Wiese. Ohne Kuhfladen aber fehlen wichtige „Kleinbiotope“, in denen sich massenweise Fliegen, Käfer und andere Insekten entwickeln können, die wiederum Wiesenvögeln als Nahrung dienen. Statt dessen werden die Kuhexkrememte vielerorts in flüssiger Form derart massiv aufs Grünland ausgebracht dass dort nur noch vierschürige Vegetations-Einfalt statt Vielfalt gedeiht. Und so weiter. Ein etwaiges Umsteuern der umweltschädlichen EU-Agrarsubventionen hin zu mehr Naturverträglichkeit ist gerade erst zwei Jahre rausgezögert worden. Solange aber Bauern eine umweltschädliche Praxis gefördert bekommen müssen wir uns über negative Bestandsentwicklungen bei Arten und naturnahen Landschaften nicht wundern.

„Das Geld sollte so eingesetzt werden, dass die Landwirtinnen und Landwirte für das honoriert werden, was sie für die Gesellschaft leisten – und dazu gehört ganz zentral der Naturschutz“,

meint Umweltministerin Svenja Schulze. Tja, schön wär’s. Doch das geschieht eben seit Jahrzehnten trotz mantraartiger Wiederholung dieser Forderung nur unzureichend. Das dadurch mitverursachte Naturschutzdebakel wird durch positive Entwicklungen etwa aufgrund von Flussrenaturierungen auch nicht ausgeglichen. Wer Lust hat sich das ganze Ausmaß der Misere anzuschauen, hier der vollständige Bericht zur Lage der Natur. Er basiert auf rund 14.000 Stichproben im Zeitraum von 2013 bis 2018, die den Zustand von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen erfasst haben, welche durch die europäischen FFH- und Vogelschutzrichtlinien geschützt sind.

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