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Insektensterben hausgemacht – Tod den Distelfaltern

11.07.2019, von

Was hatte ich mich über die derzeitige Invasion wärmeliebender Distelfalter aus dem Mittelmeerraum gefreut. Endlich mal wieder bunte große Falter in unserer weitgehend ausgeräumten Landschaft. Ein großer Lindenbaum im Donautal vor zwei Wochen mit Dutzenden Schmetterlingen ist mir noch als Hoffnungszeichen gegen das Insektensterben in lebhafter Erinnerung. Und ich bin nicht der einzige, der sich über das Naturschauspiel freut bzw. gefreut hat. Aber es gibt Menschen, die betrachten Distelfalter als Schädlinge. Sojabauern zum Beispiel, entnehme ich der Bauernzeitung BWagrar. Mehr als 20 Raupen pro laufender Meter bzw. eins, zwei Raupenbefallsherde pro 100 Quadratmeter gelten als „Schadschwelle“ – und dann wird gespritzt. Übrigens auch im Bioanbau, da sind Bacillus Thuringiensis Produkte zugelassen. Irgendwie verständlich: Wäre ich Sojabauer, ich hätte auch keine Lust mir mein Feld kahlfressen zu lassen. Dennoch bleibt mehr als ein Unbehagen. Da ist es auf der einen Seite gut, heimischen Anbau zu fördern und keine südamerikanischen Sojabohnen zu importieren – aber dann solche Folgen. Und das im Zeitalter des Insektensterbens. Krass, oder? Ich würde für Entschädigungen plädieren, ähnlich wie bei Gänsefraß.

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