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Sonnensteuer – und als nächstes die Atemluft?

12.06.2014, von

Ein energiepolitischer Offenbarungseid, die Erzeugung von eigenem Strom mit einer vierzigprozentigen Umlage belegen zu wollen, wie unsere Koalition das plant. Von wegen Reform des EEG: ein Murks ist das. Kraft-Wärme-Kopplung und weiterer Ausbau der Solarenergie werden damit absehbar massiv vermindert. Als jemand, der in Bangladesh gesehen hat, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Ärmsten dieses Planeten hat, die schlichtweg absaufen oder von Wirbelstürmen erschlagen werden, gegen die die jüngsten Unwetter in NRW vernachlässigbar harmlos sind, geht mir das Messer in der Tasche auf.

Unsere Realpolitik hofiert nach wie vor die Kohlewirtschaft und be- und verhindert dezentrale innovative Ansätze. Und hab‘ ich das richtig gelesen: auch für Hausdachanlagen unter 10kW soll künftig Sonnensteuer anfallen? Ich hör‘ den Amtsschimmel wiehern und die NSA freut sich über neue Daten von den Kontrolleuren auf Hausbesuch („Soso, Sie haben also 6000 kW verbraucht mit vier Personen, das ist aber ein bischen viel im Jahr, finden Sie nicht? Lassen Sie mal schauen, was machen Sie denn so?“)

Als nächstes wird dann das Gemüse aus dem Hausgarten bei Verzehr mehrwertsteuerpflichtig oder wie wär’s mit einer kleinen Atem-Steuer? Jeder hat jeden Tag 1.000 Atemzüge frei, danach fällt Steuer an. Und wer nicht zahlen kann, tja, dann…

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