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Public Eye Awards: übelstes Unternehmen der Welt gesucht

29.11.2013, von

Eins ist klar: wer an der Spitze von internationalen Konzernen steht, muss immer wieder in kurzer Zeit Entscheidungen treffen, die erhebliche Auswirkungen haben können. Und immer wieder fallen solche Entscheidungen dann gegen die Natur aus, gegen Menschen- und Arbeitsrechte, für Korruption, für Umweltzerstörung. Das mag aus Sicht der jeweiligen Konzernlenker unvermeidlich sein und als Kollateralschaden einer erfolgreich gewinnorientierten Unternehmensbilanz verbucht werden.

Aus Sicht der Weltöffentlichkeit freilich stellt sich die Lage etwas anders dar. Da nennt sich sowas verantwortungslos. Dank Internet ist es inzwischen möglich, einschlägige Kritik an einzelnen Unternehmen weltweit zur Abstimmung zu stellen. Immer wieder beliebt und gerade frisch in die nächste Runde gegangen: die Public Eye Awards. Das sind zwei Schmähpreise für die übelsten Unternehmen der Welt. Einen bestimmt eine Jury aus Wirtschaftsethikern, Menschenrechts- und Umweltexperten, während der Publikumspreis von der Öffentlichkeit festgelegt wird.
In der Hall of Shame finden sich illustre Namen wie Shell, Novartis, Goldman Sachs oder auch Walt Disney. Public eye, also wörtlich im Englischen öffentliches Auge heisst auf gut Deutsch: Im Licht der Öffentlichkeit. Und unter publiceye.ch – finden sich die Kandidaten für die diesjährige Preisrunde. Eine illustre Runde mehr oder weniger bekannter internationaler Unternehmen und Organisationen.
Da ist zum Beispiel Marine Harvest, der weltweit grösste Lachszüchter. Der, so der Vorwurf, zerstöre in Chile durch seine Abfälle, durch Antibiotikaeinsatz die Fjorde, lasse ökologische Friedhöfe zurück. Oder die Fifa, ja, der Weltfussballverband, dem jeder Sinn für Verantwortung für Menschenrechte abgeht, so die Organisatoren der Public Eye Awards, die da sind Greenpeace und die Schweizer Erklärung von Bern, eine kritische DritteWelt-NGO.
Inzwischen sind schon mehr als 36.000 Stimmen abgegeben, fast die Hälfte davon geht an Gazprom für zahlreiche Öllecks, allein 206 davon in Russland. Und natürlich für sein Vorhaben, jetzt im Dezember in der empfindlichen Arktis Öl zu fördern. Der Protest dagegen hat 30 Greenpeace-Aktivisten zwei Monate russischen Knast eingebracht, wenn nicht noch schlimmeres folgt. Tja, den einen Knast, den anderen Geld: 25 Millionen Dollar bekommt Gazprom-Chef Alexey Miller Jahresgehalt angeblich.
Die Abstimmung im Internet auf publiceye.ch läuft übrigens noch bis in den Januar. Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos werden die Preise dann verliehen.

Kommentare zu „Public Eye Awards: übelstes Unternehmen der Welt gesucht“

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  1. Rene
    schreibt am 3. Dezember 2013 09:16 :

    Ich kannte diesen Award noch gar nicht. Aber schön, dass sich auch dafür eingesetzt wird. Leider verschwinden aus den Medien diese Themen immer rasend schnell. Da ist eine Fabrik abgebrannt, dort sind Menschen ums Leben gekommen… Ein paar Tage später ist wieder vergessen, wie die teuren Klamotten, die bei uns in den Läden hängen, hergestellt worden sind.

    Traurig, traurig…

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