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Trendy: Zeit statt Zeug schenken

23.11.2013, von

Lange ist es ja nicht mehr hin, das sogenannte Fest der Liebe nähert sich mit untrüglicher Sicherheit. Seit September schreien einen die Nikoläuse in den Supermärkten an: Hallo, bald ist Weihnachten. Tja, und so kurz vor dem 1. Advent stellt sich also wieder die übliche Dezemberfrage: Was darfs denn sein für die Lieben, den Lieben, die Liebste?
Gut, ein schlendernder Gang durch die nächste City kann mit prall gefülltem Geldbeutel ein wenig weiterhelfen, spätestens auf dem weihrauchgeschwängerten Weihnachtsmarkt wird einem nach dem dritten Glühweinglas aber klar: Wir haben da ein Problem.
Denn: sie sind ja nett, die böhmischen Glastierchen, leider sind sie in Wirklichkeit aus Asien und Mama hat schon dreiundvierzig davon. So wie das Enkelchen bereits im Besitz von dreiundzwanzig Stofftieren ist, Opa verträgt leider keinen Wein mehr und außerdem ist sein Keller bereits rappelvoll mit ausgesuchten Bordeaux zu einem lausigen Preis.
Handgestrickte Pullover nutzen sich auch bei weitem nicht so schnell ab wie nötig wäre, um sie alle fünf Jahre wieder an sagen wir: Catharina zu verschenken. Und von neuen Kochbüchern reden wir im Zeitalter von chefkoch.de lieber gar nicht erst. Kurz: die Lage ist ernst.
Denn wer sich nicht rechtzeitig kümmert, rennt dann an Heilig Abend an die Tanke, aber, Leute, wie die dort gekauften Blumen aussehen ist inzwischen allgemein bekannt. Wer sowas schenkt wird gedisst. Das ist keine Alternative. Dabei gibt’s längst eine.
Warum zum Teufel schenken wir denen, die wir lieben, überhaupt DINGE? Den fünften Schal, das zehnte Parfüm? Das ist doch so quatschig wie umweltschädlich hat sich eine Initiative gedacht. Eine Milliarde Euro lassen wir uns jährlich Parfüms kosten, von denen ein Viertel nie zum Einsatz kommt. Dann lieber Zeit schenken.
Ideen gibt’s auf www.zeit-statt-zeug.de. Vorlesen statt Buch. Fotos gucken statt Fotoapparat. Stricken beibringen statt Stricken oder Nackemassage statt Schal. Zoobesuch statt Stofftier oder Kochabend statt Kochbuch. Das fördert zwar nicht das Bruttosozialprodukt, aber hartnäckige Gerüchte besagen, materieller Konsum sei ja auch gar nicht der eigentlich Zweck des Weihnachtsfestes gewesen.

Kommentare zu „Trendy: Zeit statt Zeug schenken“

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  1. Michael
    schreibt am 29. November 2013 20:55 :

    Lieber Axel,

    super Hinweis auf eine tolle Aktion! Der Link geht aber nicht…. (muss http:// im WordPress an den Anfang des Links)

    lg,

    Michael

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