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Naturvision-Filmfestival zwischen Hochglanz und Engagement

12.07.2013, von

Tiere, Kinder und Sex gehen immer, wissen Filmemacher. Bleiben wir heute beim spannendsten dieser drei Themen: den Tieren. Am Donnerstag 18.7. eröffnet in Ludwigsburg das Natur-Visions-Filmfestival und bis zu Sonntag sind dort hundert Natur-, Tier- und Umweltfilme zu sehen.
Es ist schon erstaunlich, was für eine Entwicklung das Genre über die Jahre genommen hat. Da reicht’s ja heute nicht mehr aus, wie zu Grzimeks Zeiten mit einem mit Zebrastreifen angepinselten Kleinflugzeug über eine Gnukuhherde zu fliegen oder wütende Elefantenhorden beim wilden Trab durch die Savanne zu drehen.
Heute ist Hochglanz gefragt und Hightech, staunen müssen die Leute über Makroaufnahmen von Waldpilzen im Gegenlicht und natürlich reicht es nicht, diese Pilze porentief zu dokumentieren, sondern selbstverständlich muss das im Zeitraffer passieren, müssen Wochen zu Sekunden verdichtet werden, denn wer hat schon Zeit, Pilzen beim Wachsen zu zu gucken? Ok, ich ja auch nicht.
Erstmals gibt’s bei Natur-Vision auch Animationsfilme zu sehen, Zeichentrick haben wir das früher mal genannt, aber auch dieses Genre ist inzwischen technisch gepimpt, dass es eine Freude ist und da red‘ ich noch nicht von 3D-Darstellungen. Obwohl: Schon 1908 hat der in Frankreich und Russland lebende Pole Ladislaw Starewicz den Kampf zwischen zwei Hirschkäfern als Stop Motion Film gedreht, das war wohl mit der erste tierische Animationsfilms und das schon vor über hundert Jahren.
Es war dann ein weiter Weg bis zu einem modernen Klassiker von 2010 wie „Konferenz der Tiere“, der auch in Ludwigsburg gezeigt wird, wo die Tiere in der Savanne einen plötzlichen Wassermangel erkunden und dann prompt den Menschen und ihrer wasserklauenden Staumauer einen Denkzettel verpassen wollen. Ja, der Tierfilm entwickelt sich weiter, entweder eben zu Hochglanz-Extrem, mit Supermakro und spektakulären Luftaufnahmen aus teuren Hubschrauber-Drohnen, die (zum Glück nur) spektakuläre Bilder schießen. Oder aber auch in Richtung engagiertem Umweltfilm. Da mischen sich dann wie bei „Der letzte Fang“ Unterwasserbilder von der beeindruckenden Schönheit von Schwärmen des Blauen Thunfischs mit blutroten Details aus den Massakern, wenn die Fische ihr Leben für Sushi-Feinschmecker lassen müssen, verbunden mit der differenzierten Darstellung der wirtschaftlichen Abhängigkeiten der Fischer.
Eins zeigt so ein Natur-, Tier- und Umweltfilmfestival wie Naturvision deutlich: dieser Planet ist herrlich, aber: es läuft eine Menge schief mit der Natur. Nur was man kennt, kann man schützen, sagen Naturschützer, deshalb noch mal der Hinweis: von Donnerstag 18.7. bis Sonntag 21.7.: Naturvision-Filmfestival in Ludwigsburg, Details im Internet unter www.natur-vision de. Der „Kommissar im Kühlschrank“ aus dem SWR-Fernsehen, Schauspieler Andreas Hoppe, kommt übrigens auch.

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