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Die Region. Der Liter. Der neue Golf. Lauter Missverständnisse.

07.09.2012, von

Wir müssen mal zwei Missverständnisse klipp und klar ausräumen. Das mit der Region und die Sache mit dem Liter. Zunächst zur Region. Unter Region versteht ein globaler Nahrungsmittelkonzern etwas anderes als ein kleiner Biobauer etwa auf der Alb. Für den reicht die Region von, sagen wir: Upflamör bis Tigerfeld und vielleicht noch bis Münsingen aber auch wirklich nur vielleicht. Reutlingen ist schon klar Ausland. Tübingen sowieso, das ist evangelisch.

Für den Konzern dagegen ist der blaue Heimatplanet schon Region genug, also: die festkochenden Kartoffeln aus der Region können auch aus Chile stammen. Wir mündigen Verbraucher lassen uns natürlich nichts vormachen, wir erkennen die Unterschiede zwischen Region und Region sofort intuitiv beim Einkaufen, gesetzliche Regelungen für sowas brauchen eh nur Weicheicher oder Sozialisten. Aber keine Sorge: solange unsere Bundesregierung auch nur ein bisschen Gelb angepinselt ist, gilt: freie Fahrt für freie Regionen und jeder darf darunter verstehen, was er will. Das nennt sich dann Marktliberalismus.

Das zweite Missverständnis über das wir hier reden müssen, ist die Sache mit den Litern. Wenn also zum Beispiel Greenpeace vor Einführung des neuen Golf VII fordert, das müsse jetzt aber endlich ein Drei-Liter-Auto werden, dann denken die an den Spritverbrauch. Wenn Europas größter Autokonzern VW dagegen an Drei-Liter-Autos denkt, dann fällt denen natürlich vor allem der Hubraum ein.

Und wenn jetzt Greenpeace meckert und beklagt, der neue, gerade vorgestellte Golf wäre ein Fünf-Liter-Auto und das sei ja einfach nur kläglich versagt im Klimaschutz, dann sagen die sich bei VW: Was haben die nur, diese Umweltschützer, kriegen den Hals nicht voll, da bauen wir schon ein Sparmotörchen mit nur 1,2 Liter Hubraum rein und dann behaupten die einfach, es wären fünf Liter. Soviel hat doch nur unser Phaeton. Aber der ist so teuer, den kann sich ausser unserem Vorstand kaum einer leisten.

Ja, das ist echter Klimaschutz bei VW, Porsche und Co.: Hohe Preise, wenig Kunden, wenig CO2-Emissionen. Dicke Klasse statt Masse. Nicht wie die von Peugeot-Citroen PSA. Die behaupten, sie wären mit 124,5 Gramm CO2 pro Kilometer jetzt die Nummer Eins in Europa in Sachen Klimaschutz. Als ob sich jemand für den Flottenverbrauch interessieren würde. Das wäre dann wohl das nächste Missverständnis. Aber das soll ein ander Mal geklärt werden.

Kommentare zu „Die Region. Der Liter. Der neue Golf. Lauter Missverständnisse.“

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Peter
    schreibt am 7. September 2012 15:05 :

    Polemischer Kinderkram. Das Anliegen ist sicher fromm, doch seriöse Artikel schreibt man anders. Wenn ich eines nicht mag, dann ist es diese giftige Lager-Schreibe.

  2. Klaas Friedel
    schreibt am 24. Januar 2017 15:39 :

    Im Zuge der Abgasmanipulation wirkt dieser Beitrag mittlerweile fast prophetisch – leider 🙁

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