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Joachim Gauck und die Umwelt – (noch) kein Thema?!

19.03.2012, von

Eben ist der Jahrestag der Fukushima-Atomkatastrophe vorüber, schon haben wir einen neuen Bundespräsidenten. Nicht, dass das Eine mit dem Anderen zusammenhinge, obwohl die Frage naheliegt: Wie grün ist er denn, der Neue? Der alte Wulff war ja, was Ökologie anging, eher zurückhaltend. Dem ging’s wohl weniger um die ökologische Sicherheit seiner Schäfchen als darum, seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Klaus Töpfer, den grünen Schwarzen, hat uns dann die F.D.P . versaut, da konnte sich Merkel nicht durchsetzen. Aber Schwamm drüber. blicken wir vorwärts: auf Gauck und die Umwelt.

Viel ist da derzeit nicht zu sagen, inhaltlich ergibt die  Recherche wenig, weder im Pressearchiv noch im Netz. Zitieren wir einen kurzen Artikel aus der „Welt“: „Dem Bündnis90 steht er vermutlich näher als den Grünen, hält Umweltschutzfragen aber für essenziell.“ Aha. Leider keine nähere Ausführung. Dafür aber die Aussage „Wo er auch geht und steht, preist er die Freiheit.“ Das zieht sich wie ein roter Faden so ziemlich durch alle Betrachtungen über Gauck und daraus ziehe ich leichtsinnigerweise den Schluss: der Mann muss auch was mit Nachhaltigkeit und Umwelt am Hut haben, das ist bisher nur noch nicht klar zum Ausdruck gekommen.

Bewahrte Schöpfung hin oder her, eins ist doch sonnenklar: Freiheit ist unteilbar. Sie meint immer auch die Freiheit der anderen. Die Bauern im südlichen Bangladesch zum Beispiel, die haben nicht mehr die Freiheit, weiterhin Reis anzubauen und in ihren Dörfern zu leben. Weil wir in den Industriestaaten uns nämlich die Freiheit nehmen und soviel CO2 in die Luft pusten, dass der Meeresspiegel steigt und immer stärker werdende Zyklone die Reisfelder im Gangesdelta mit Salzwasser fluten. Die Folge: versalzene, unfruchtbare Böden. Und Schluss ist mit der Freiheit der Bauern.

Jeden Tag gibt’s 3.000 Klimaflüchtlinge mehr in den Slums der Hauptstadt Dhaka. Da macht unsere Konsumfreiheit die Freiheit anderer platt. Ein Pastor kann sowas doch nicht gutheißen – oder? Im Internet finde ich bei den „Klimarettern“ im Artikel „Wie grün ist Joachim Gauck?“ die Formulierung: „Das Wort Klimawandel tauchte bei Gauck bislang nur dann auf, wenn er gegen die von ihm diagnostizierte Angst-Sucht der Deutschen zu Felde zog und steht dann aus seiner Perspektive auf einer Stufe mit Schweinegrippe und Ehec. Ansonsten: totale Fehlanzeige.“ Ups.

Aus seinem Umfeld erzählte mir diese Woche jemand über Joachim Gauck: „Also Umwelt, nee, das ist nicht seines.“ Wahrlich, ich sage euch, das lässt nichts Gutes ahnen. Ich aber halte es gerade deshalb genau mit diesem Ex-Pastor Gauck, der den Menschen ja auch zurief: „Fürchtet euch nicht – nehmet die Herausforderungen an“. Ja, machen wir, und dann werden mir mal sehen, wie das wird, mit der Ökologie und unserem neuen Staatsoberhaupt. Die Freiheit nehm‘ ich mir.

Kommentare zu „Joachim Gauck und die Umwelt – (noch) kein Thema?!“

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  1. Energieausweis Weyhe
    schreibt am 22. März 2012 07:29 :

    Hoffen wir, dass er uns noch positiv überrascht und doch ein Händchen zu Gunsten der Umwelt hat. Er hat schließlich DIE Chance, wirklich etwas zu bewegen. Danke für den Artikel!
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

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