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Jetzt vernetzen Sie mich endlich! Los jetzt!

17.02.2012, von

Ich habe eine Email bekommen.

Sehr geehrter Herr Weiß, sehr geehrtes Team, seit einiger Zeit haben wir Ihren Link in unserer Blogroll aufgeführt. Leider konnten wir bei Ihnen noch keinen Verweis auf den LichtBlickBlog finden. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie dies nachholen würden. Herzlichen Dank! Mit besten Grüßen aus Hamburg, Laura Welle, Unternehmenskommunikation.

Also liebe Frau Welle, da muss ich schon sagen: Hut ab, Sie haben verstanden, wie die Sozialen Netzwerke funktionieren. Vernetz‘ ich Dich, vernetzt Du mich. Habe ich einen Blog und will, dass er bekannt wird, dann muss ich interessante Inhalte absondern, aber auch den alten Marketingspruch beherzigen: Tu Gutes und rede darüber. Im Fall von Blogs heißt das: Alles vernetzen, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Das heißt in der Praxis: bei anderen Blogs kommentieren und damit eine virtuelle Duftmarke hinterlassen samt Link auf den eigenen Blog.

Und dann gibt’s die Blogroll. Das ist im Grund einfach eine Linkliste. In meinem Umweltblog sind zum Beispiel als Blogroll in der rechten Spalte Links zu anderen Umweltseiten und Blogs aufgelistet, die ich spannend finde. Das Spektrum reicht von 123wir, einer Aktionsseite der Welthungerhilfe, bis zum Waldportal mit vielen Infos rund um Wälder weltweit, die ein rühriger Biologe pflegt. Dann gibt’s da einen Kollegen, der unter umwelthaushalt.de schreibt, wie nachhaltig eine ganz normale Familie leben kann.

Ganz anders der Ökojagdblog. Hier bloggen die rheinland-pfälzischen Ökojäger, ja sowas gibt es, neue Artikel sind in letzter Zeit allerdings eher selten. Dafür enthalten sie dann zum Amüsement aller Nichtjagenden Formulierungen wie „Die Rammlerin will mir nicht aus dem Kopf“. Sehr schön. Weil gerade die Zeit der Biofach-Messe in Nürnberg, dazu passen dann Blogs wie Grüne Mode mit Themen wie „Muss denn Seide Sünde sein“. Oder auch karmakonsum.de, die nachhaltigen Konsum fördern möchten und dazu auch jährlich eine mittelgroße Konferenz in Frankfurt abhalten.

Auf solchen grünen Blogs gibt es, wenn sie erfolgreich sind, auch etwas Werbung und jetzt komme ich wieder auf Frau Welle zurück, die findet, ich hätte etwas nachzuholen. Nicht böse sein, wenn ich ihren Unternehmensblog weiterhin nicht in meine Blogroll aufnehme, nur weil Sie das mit meinem getan haben, was mich sehr freut. Ich darf es als öffentlich-rechtlicher Blogger schlichtweg nicht.

Ist ein bisschen Werbung drauf, ok, aber Verlinkung auf reinen Kommerz, auf Webshops und Unternehmensblogs ist bei uns out und wenn das Ganze noch so nachhaltig sein sollte. Das sind die derzeitigen Spielregeln. Und jetzt bin ich natürlich mal gespannt, ob ich in Ihrer Blogroll bleibe oder nicht. 😉

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