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Wollen wir wirklich die Landschaft mit Photozellen zumüllen?

20.12.2011, von

Erneuerbare Energien, gern. Unbedingt. Aber nicht bedingungslos. Ich bin einfach nicht entzückt, wenn ich lese, dass 62 Hektar mit Unterkonstruktionen, Solarmodulen und Wechselrichtern bebaut werden. 62 Hektar. Klar, es geht um  einen alten Militärflugplatz in Brandenburg, den die Firma Gehrlicher Solar jetzt mit der größten Solaranlage ihrer Firmengeschichte zubaut. Aber kann man darauf wirklich stolz sein? Von einem Rückbau der Millitäranlage lese ich nichts, das wäre ja noch nachvollziehbar: Solarenergie liefert das nötige Geld für den Rückbau. Ich lese: „Großprojekt“. Ich hätte aber gern viele kleinere, angepaßte Anlagen. In Lärmschutzwände. In Häuserwände. In und auf Dächer. Und das an ganz, ganz vielen Stellen im Land. Keine ganz winzigen Photovoltaikanlagen, die sind unrentabel, klar. Aber angepaßte an bestehende Baustrukturen. Die alte „Viel hilft viel“-Ideologie dagegen mitsamt ihrem Größenwahn (der vor allem die Honorare der Erbauer treibt) überlassen wir doch lieber den Anhängern von Steinzeittechnologien wie der Atom- oder Kohlekraft, oder?

Kommentare zu „Wollen wir wirklich die Landschaft mit Photozellen zumüllen?“

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  1. Nenad
    schreibt am 19. Oktober 2012 06:10 :

    Die Wirtschatflichkeit muss stimmen. In diesem Fall würde sich das nur lohnen, wenn man die Energie bei hohen Spitzen speichern könnte in einer riesigen Batterie oder Speichersee.
    Ansonsten sind die Kosten „heute“ sowieso zu hoch um eine Anständige rückvergütung zu bekommen.

    Das einzige was sich bei deinen Ideen wirtschaftlich lohnt, ist die Anlage auf dem Dach. Die anderen in Hauswänden, Lärmschutzwänden oder im Dach integriert, erzeugen zuviel Wärme und haben einen schlechten Wirkungsgrad. Ich denke mal das die Firma Gehrlicher Solar, dass grosse Projekt wahrscheinlich überteuert macht, wie die meisten Solarinstallateure.

    Die Kosten müssen bei so grossen Anlagen unter 4 €/Watt liegen… Und bei 62 Hektar -> 620000 m^2 -> ~ 130 Wp/m^2 -> 80.6 MWp -> ~300 Mio €
    Aber bei so riesigen projekten, muss das günstiger sein.
    Bei etwa einer Laufzeit von 25 Jahren und etwa 950 Nennbetriebsstunden pro Jahr
    ergäbe das 76.6 GWh/a -> 1532 GWh in 20 Jahren ->
    Durch Jährliche Leistungsabnahme 1460 GWh
    Dann müsste der Stromvergütungspreis nur für um die Startinvestition zu decken: 21 Cent/kWh betragen…
    Jetzt muss man noch weitere Abgaben miteinbeziehen, wie Wartungen, Monitoring, Steuern etc…

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