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Fukushima strahlt doppelt so stark wie gedacht

07.06.2011, von

Die geschmolzenen Reaktoren von Fukushima haben ein Sechstel der Tschernobyl-Strahlung in die Umwelt abgegeben, soviel ist jetzt klar. 770.000 Terabecquerel.

Japan’s Nuclear and Industrial Safety Agency Nisa now says 770,000 terabecquerels escaped into the atmosphere following the 11 March disaster – more than double its earlier estimate of 370,000 terabecquerels.

Und das sind die offiziellen Angaben, die nach aller Erfahrung in diesem Fall mit Vorsicht zu genießen sind und eher die allerunterste Grenze markieren. Weniger Strahlung, soviel lässt sich sagen, war es dann ganz bestimmt nicht.

Die Folgen des Reaktorenunfalls sind fatal. Und noch immer werden Evakuierungen offenbar jenseits der direkten Umgebung nur schrittchenweise vorgenommen. Ob die geschmolzenen Kerne noch weitere Mengen an Strahlung abgeben können, etwa durch eine Explosion, ist weiter offen. Das Problem des stark radioaktiven Kühlwassers ist auch noch nicht gelöst, es droht die erneute „Entsorgung“ übers Meer. Dessen Kraft übrigens viel zu gering eingeschätzt wurde: Mauerhöhe gegen Tsunamis: sechs Meter. Tsunamihöhe: 14 Meter. Wahnsinn.

via BBC News – Japan doubles Fukushima radiation leak estimate.

Kommentare zu „Fukushima strahlt doppelt so stark wie gedacht“

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Georg Hoffmann
    schreibt am 12. Juni 2011 08:22 :

    Ok. Sagen wir mal 770 PBq. Tschernobyl setzte nach UNSCEAR und einer ganzen Reihe anderer Paper folgende Mengen an Radioaktivitaet frei.

    133Xe 6500 PBq
    132Te 1150 PBq
    137J 1750 PBq
    133J 910 PBq
    239Np 400 PBq
    137Cs 85 PBq
    der ganze Rest ~500 PBq

    Total=11295

    Fukushima waeren also ca 7% von Tschernobyl nach dieser neuen Abschaetzung und nicht 1/6=17%. Nimmt man mal alles linear an (Radioaktivitaet prop zur Schaedigiung des Reaktorkerns) und nimmt man an, dass nur die Bloecke 1-3 in Fukushima Radioaktivitaet freigesetzt haben, dann hat jeder Block ein Schaedigung im 2% von Tschernobyl erfahren. Die Rechnung hinkt natuerlich, da Tschernobyl auch deutlich mehr Material geladen hatte.

    So oder so, waere ; „Neue Abschaetzung deutet auf eine Schaedigung der Fukushima Bloecke im 2% Bereich von Tschernobyl hin“ auch eine Headline gewesen?

    Ich denke, Fukushima ist sicher mehr als TMI und deutlich weniger als Tschernobyl. Eine Abstufung des Unfall von 7 auf 6 scheint mir wahrscheinlich, zumindest wenn alles so glimpflich ausgeht, wie es jetzt scheint.

  2. Wolf
    schreibt am 27. Mai 2012 18:08 :

    Erstaunlich:
    Drei Kernschmelzen sowie beschädigte Brennstäbe in beschädigten Abklingbecken setzen weniger Radioaktivität frei als in Tschernobyl? Obwohl dort ein Sarkophag gebaut wurde, während die Ruinen von Fukushima weiter strahlen? Offizielle Quellen sprechen von insgesamt 14 beschädigten Reaktoren in Japan an vier Standorten, davon alle 6 Reaktoren von Daiichi.

    Artikel mit weiteren Infos und einigen Quellen hier:
    http://statistik-dresden.de/archives/2287

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