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Keine Panik unter Kräuterfreunden

30.04.2011, von

Dieser Tage landeten auch bei mir einige Mails mit fast schon panikartig geäußerten Hinweisen darauf, dass das Böse sich jetzt definitiv die Welt der guten Heilkräuter krallen würde: Ab 1. Mai würde der Anbau von Heilkräutern verboten, danach gibt’s dann nur noch Pharmahämmer von Monsanto. Oder so ähnlich. Mir kam das spanisch vor, da ich noch im Kopf hatte, dass vor gar nicht langer Zeit schon mal ähnliche Meldungen grassierten, an denen dann nichts dran war.

Leider fiel die geplante Recherche dem Reaktorunfall und seinen umfassenden Folgen für meinen Arbeitsalltag in den letzten Wochen zum Opfer. Aber was lese ich heute erst bei Twitter, dann im Blog bei Michael Hartl: eine Analyse, die mir sehr plausibel vorkommt, wenn ich an unsere Recherchen vom letzten Mal denke, als das Thema hochkochte. Danach sind die Änderungen des Codex Alimentarius ab 1.5.11  kein Grund zur Panik, aber es ist auch wenig nett für kleine Betriebe und Verbraucher, wie die EU mit dem Lebensmittelrecht umgeht.

Die Holzhammermethode in vielen Gesetzen, die kleine Betriebe und kleine Landwirtschaften generell benachteiligt, ist für mich ein echter Kritikpunkt an solchen Reglungen. Daher ist für mich auch klar, dass der Codex Alimentarius aus anderen Gründen durchaus kritisch beobachtet werden sollte als jenen, die derzeit durch E-Mail-Verteiler jagen: Weil er immer stärker auf die Interessen einer industrialisierten Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ausgerichtet wird. Oder weil über die WTO zukünftige Richtlinien des Codex Alimentarius zur Erhöhung von bereits geltenden Grenzwerten in Europa führen könnten. Oder zur Abschaffung der Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel.

viaCodex Alimentarius verbietet Anbau und Handel von Kräutern | Experiment Selbstversorgung.

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