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Abschalten – das Ende der Risikogesellschaft beschleunigen

17.03.2011, von

Was ich von Kernkraft halte? Ich würde diese Technik begrüßen, wenn sie sicher funktionieren würde und wir eine sichere Endlagerung über 100.00 Jahre gewährleisten könnten. Nicht erst die Ereignisse in Japan zeigen: es ist leider anders. Daher auch mein Standpunkt: Abschalten so schnell wie möglich. Ich bin gegen einen sofortigen Komplettausstieg, weil ich glaube, dass wir einen geordneten Ausstieg noch vertretbar risikieren können. Aber keine Restlaufzeitübertragungen, Laufzeitverlängerungen und ähnliche Späße mehr. Neun AKW könnten laut Umweltbundesamt sofort abgeschaltet werden, insgesamt 15 der 17 AKW wären nach einer Studie der Grünen verzichtbar. Vor allem, wenn das Stichwort Energiesparen und Energieeffizienz mal Ernst genommen würde. Davon wird derzeit viel zu wenig geredet. Und die Mehrkosten, die uns jetzt die Stromkonzerne absehbar aufs Auge drücken wollen, die mögen bitte diejenigen Parteien aus ihren eigenen Kassen zahlen, die uns den Ausstieg aus dem Ausstieg mit einer Gesetzesänderung gerade erst eingebrockt haben.
Ansonsten bitte ich euch um Verständnis, dass ich in den letzten Tagen hier im Blog seltener aktiv war als zuvor. Wir sind als Umweltredaktion seit Tagen ohne Pause im Dauereinsatz für die Hörfunk- und Fernsehprogramme – und ich fürchte, dieser Zustand wird noch eine Weile dauern. Aktuelle und hintergründige Infos zum Super-GAU in Fukushima findet ihr auch unter www.swr.de/umwelt, unserer Umweltseite, sowie bei www.tagesschau.de.
Ganz bitter finde ich übrigens im Zusammenhang mit der Katastrophe von Fukushima, dass Japan bereits vor acht Jahren mit der Studie „Energy Rich Japan“ im Grunde ein Szenario für einen Ausstieg aus der Atomkraft vorgelegen hat, erstellt in Zusammenarbeit von japanischen Fachmenschen mit dem Wuppertal-Institut.

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