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Nanu? Nano! Nanu!

01.02.2011, von

Wenn am Mittwoch die Nanokommission nach mehreren Jahren intensiver Arbeit ihre Abschlußkonferenz begeht, wäre es schön, wenn wir erfahren würden: Ist Nanotechnologie schädlich und falls ja, in welchem Umfang? Schließlich verwenden wir inzwischen zahlreiche Produkte, in denen Nanoteilchen enthalten sind, Schuhspray etwa. Was freilich ausführlich im Abschlußbericht des Nanodialogs zu lesen ist beantwortet Verbraucherfragen keineswegs befriedigend. Allerdings, und das ist auch eine Antwort: Es wird sehr deutlich, wieviele offene, gesundheitlich relevante Fragen im Zusammenhang mit der Nanotechnologie nicht beantwortet sind. Immer noch nicht beantwortet sind, übrigens, denn der Bedarf an besserer Datenlage, an mehr Forschung wurde bereits im ersten Teil des Abschlußberichts 2008 des Nanodialogs klar benannt. Sicher, erst mal machen und dann die Auswirkungen untersuchen, das hat schon auch eine Berechtigung, sonst wäre technische Innovation nicht möglich. Aber im Fall der Nanotechnologie geht diese Phase inzwischen sehr lang. Zu lang, meine ich.
Die Frage, ob wir eine Nanotoxikologie brauchen, sollten wir eigentlich längst beantwortet haben können. Immer nur auf den Einzelfall zu verweisen ist auch schwierig, denn mit dem Chemikalienbewertungsprogramm REACH wird wohl nur ein Teil der betroffenen Produkte auf seine gesundheitlichen Wirkungen überprüft.
Hoffen wir also, dass es uns mit Nano nicht ergeht wie mit der Radioaktivität oder dem Asbest: als die hohe Gefährlichkeit ermittelt war, kam das für viele zu spät. Ich finde, angesichts unserer inzwischen umfangreichen Vorerfahrungen mit neuen Technologien sollte das gesellschaftliche Risikomanagement früher ansetzen.

Kommentare zu „Nanu? Nano! Nanu!“

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. schwarzwälder
    schreibt am 2. Februar 2011 02:03 :

    es ist doch wieder wie so oft in der wirtschaft:
    die folgen lassen sich auch mangels schwer finanzierbarer gegenstudien immer schön im lichte der lobbygesteuerten konzern-interessen betrachten!
    die schäden ergeben nach nüchterner rechnung immer noch ein plus in der bruttosozialstatistik.
    ach ja, menschen, die früher sterben kosten sicherlich auch die rentensysteme weniger, das dann mehr belastete gesundheitswesen wird ja den krankenkassen zugerechnet und im ernstfall, tja, muss eben der kranke selbst in die tasche greifen – „tut uns leid…“ 😉

  2. Lin80
    schreibt am 3. Februar 2011 07:08 :

    Die genaue Betrachtung und Untersuchung der Nanotechnologie ist sicherlich wesentlich aufwendiger als die Untersuchung von beispielsweise Asbest. Denn hierbei handelt es sich um eine Technologie, die viele verschiedene Ausprägungen und vielfältige Anwendungsfälle besitzt und nicht um einen einzelnen Stoff oder ein einziges Material..

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