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Klimawandel und das Ende Roms

16.01.2011, von

Das Ende des Römischen Reiches wurde maßgeblich durch den Klimawandel im Lauf des vierten und fünften Jahrhunderts beeinflusst. Diese an sich nicht neue Theorie wird jetzt durch eine große aktuelle Studie untermauert, die anhand des Wachstums von Eichen und Kiefern in Mitteleuropa auf die klimatischen Bedingungen vor vielen hundert  Jahren schließt.

Das feucht-warme und stabile Klima der Römerzeit wurde ab 250 n.Chr. für drei Jahrhunderte kälter und instabiler. Kurz darauf zerbrach das Weströmische Reich und eine gigantische Völkerwanderung veränderte Europa und Asien eindrücklich. Erst der Klimawandel sorgte für ein Ende des Chaos:

Zunehmende Temperaturen und Niederschläge ab dem siebten Jahrhundert begünstigten wahrscheinlich den kulturellen Aufstieg des Mittelalters.

Vielen Historikern gilt übrigens das gigantische soziale Gefälle im Römischen Reich als ein weiterer Grund für den Niedergang. Auch wenn die Wissenschaftler der gerade in Science online publizierten Studie vor voreiligen Schlüssen warnen – es klingt schon danach als könnten wir mal wieder darüber nachdenken, ob unser westkapitalistisches Reich nicht ähnlich ins Schleudern kommen könnte wie damals das Imperium Romanum: Die Arm-Reich-Schere klafft weltweit immer weiter auseinander, auch bei uns, und der Klimawandel führt ingesamt zu einer erhöhten Instabilität in der Versorgungslage.

Kommentare zu „Klimawandel und das Ende Roms“

Es sind 5 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Matthias Möser
    schreibt am 16. Januar 2011 14:06 :

    das gigantische soziale Gefälle im Römischen Reich läßt sich unter Hinzunahme der klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten Erde durchaus mit den heutigen Verhältnissen z.B in Europa vergleichen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft bei uns immer weiter auseinanden und ist bei fortschreibender Tendenz ein Punkt für Instabilität, soziale Unruhen und Wanderungstendenzen ganzer Völker wie z.B aus den afrikanischen Staaten nach Europa.Das Imperium Romanum ist durch Größenwahnsinn und immensen Ressourcenverbrauch niedergegangen, man nehme nur den gewaltigen Holzverbrauch in dieser Zeit. Der Kampf ums Lebenselixier Wasser wird die größte Herausforderung der Bevölkerungsexplosion auf der Erde sein!

  2. Gerdi
    schreibt am 31. Januar 2011 11:47 :

    Sehr interessante Informationen – gut zu lesen. Vielen Dank dafür.

  3. Didi
    schreibt am 7. Februar 2011 10:37 :

    Viele meinen: Das Ende ist nahe!“ Wenn man anschaut wie wir Menschen mit den Ressorcen der Natur umgehen, braucht man sich nicht zu wundern wenn sich das rächt.

  4. steffie
    schreibt am 15. Februar 2011 07:43 :

    Vielleicht gibt es in 2000 Jahren die Schlagzeile „Klimawandel und das Ende des westlichen Abendlandes“..

  5. Dennis Strominger
    schreibt am 19. Februar 2011 15:12 :

    Wie Didi oben schon sagt. Wenn man sieht was Menschen alles Anrichten ist es wohl weniger verwunderlich wenn alles auf einen zurück kommt. Man sieht ja jetzt schon nur noch Chaos auf der Welt… Schauen wir mal wo das noch hinführt!!…

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