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EnBW – ErNeuerbares Baden-Württemberg?

06.12.2010, von

Der Rückzug der atomkraftfixierten Franzosen aus dem baden-württembergischen Energieversorger EnBW eröffnet die Möglichkeit für das Land Baden-Württemberg, eine moderne Energiepolitik auf Basis von Photovoltaik, Windkraft und Co. viel stärker voran zu bringen als das mit der Electricité de France EdF im Genick überhaupt möglich gewesen wäre. Fast 60 Kernkraftwerken erzeugen bei der EdF drei Viertel des Stroms. 2001 ist der französische Staatskonzern bei der EnBW eingestiegen.
Durch den heute verkündeten Rückzug dieser Atommacht könnte die EnBW als drittgrößter deutscher Energieversorger zu einem Vorzeigekonzern für Erneuerbare Energien werden.
Das Land hat eine Riesenchance und sollte sie nutzen: Raus aus Neckarwestheim und Philippsburg, rein in die Wind- und Wasserkraft, da könnte eine Menge gehen. Vorbild EdF: da hält der französische Staat vier Fünftel der Anteile – und bestimmt den Kurs des Unternehmens. Nur dass statt Atomkraftwerken die Erneuerbaren Energien künftig den Schwerpunkt der Aktivitäten des südwestdeutschen Energieriesen bilden könnten. Da bekäme das Wort EnBW gleich eine ganz andere Bedeutung: EnBW – ErNeuerbares Baden-Württemberg.

Aber bleiben wir auf dem Teppich: die derzeitige Landesregierung fährt einen Pro-Atom-Kurs und wird davon auch nicht abweichen. Die EnBW soll zu großen Teilen an die Börse, das will auch die FDP.

Mittelfristig wolle Baden-Württemberg die Aktien in erheblichen Teilen oder komplett an die Börse bringen, so Mappus weiter. Ziel sei es, dass die EnBW nach Daimler, HeidelbergCement und SAP der vierte Dax-Konzern in Baden-Württemberg werde. Das sei eine außerordentliche Perspektive für die EnBW und ihre Mitarbeiter.

Es geht also wieder mal nur ums Geld, scheint mir. Angesichts der derzeitigen politischen Meinungsverhältnisse im Ländle und der bevorstehenden Landtagswahlen wäre es allerdings ein Affront gegen die Wähler, jetzt Fakten zu schaffen, die einen Umbau der EnBW zu mehr Nachhaltigkeit verhindern würden. Ein Börsengang darf deshalb nicht vor dem 27. März eingetütet werden. Die Landtagswahlen sind heute weiter umweltpolitisch aufgeladen worden: neben Stuttgart21 steht jetzt auch noch der Umbau der Energieversorgung mit zur Abstimmung.

Mittelfristig wolle Baden-Württemberg die Aktien in erheblichen Teilen oder komplett an die Börse bringen, so Mappus weiter. Ziel sei es, dass die EnBW nach Daimler, HeidelbergCement und SAP der vierte Dax-Konzern in Baden-Württemberg werde. Das sei eine außerordentliche Perspektive für die EnBW und ihre Mitarbeiter.

Die Nachricht: Baden-Württemberg kauft EdF-Anteil an EnBW.

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