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Klimaforscher schlagen zurück

18.11.2010, von

Vor einem Jahr geriet der Klimaschutz ins Visier von Klimaskeptikern, die Wissenschaftlern massiv Fälschungen vorwarfen. „ClimateGate“ lautete das Schlagwort. Es stellte sich zwar heraus, dass es keinen Anlass gibt, ernsthaft an den menschengemachten Klimaveränderungen zu zweifeln, nur: Das Image der Klimaforscher war und blieb angeschlagen.
Einige Forscher haben inzwischen bemerkt: es funktioniert nicht im politischen Raum, einfach „nur Wissenschaft“ zu betreiben und sich aus politischen Diskussionen und Bewertungen heraus zu halten. Dann bekommen andere die Deutungshoheit über die Erkenntnisse.
Die Folgen, so Prof. John Abraham von der US-amerikanischen Universität St. Thomas: Die Lücke zwischen dem Stand der Wissenschaft und der öffentlichen Meinung wird größer. Wissenschaftler sind sich weitgehend einig über die Bewertung der Veränderungen, die Öffentlichkeit dagegen keinesfalls.

There’s a huge disconnect between what is known in the science community and what is understood in the general public. There’s a real strong consensus among scientists and a lack of consensus in the general public.

Der Ingenieur Abraham ist einer der Gründer des „Climate Science Rapid Response Teams“ aus 40 Wissenschaftlern. Sie wollen mehr Wissen über den Klimawandel in die US-amerikanische Öffentlichkeit bringen und künftig auch als Mittler zwischen Wissenschaft und Medien agieren, wenn wieder einmal die Klimaforschung von interessierten Lobbygruppen unter Beschuss genommen wird.
Das könnte bald schon nötig sein: die nächste UN-Klimaversammlung in Cancún in Mexico steht in zwei Wochen bevor. Ein willkommener Anlass für manche, das dicke Märchenbuch der Klimaskeptiker wieder aus dem Bücherregal zu ziehen.
Wir empfehlen: Lieber im Klimablog oder bei Twitter lesen, was auf der Weltklimakonferenz in Cancun passiert, Werner Eckert ist ab Ende November zwei Wochen vor Ort.

Quelle: Climate Scientists Strike Back | Mother Jones.

Kommentare zu „Klimaforscher schlagen zurück“

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Werner
    schreibt am 18. November 2010 14:26 :

    Ein Drittel der Führungskräfte in Deutschland hält den Klimawandel mittlerweile für ein natürliches Phänomen. (32%-vor drei Jahren waren es nur 27%, die so dachten.
    (Allensbach-Umfrage zitiert nach epd)

  2. angelina verkerk
    schreibt am 18. November 2010 23:47 :

    Schaut euch hierzu auch gerne mal die Aktionen des Künstlers Hermann Josef Hack unter http://www.hermann-josef-hack.de an.

    Ihm geht es schon seit vielen Jahren um das Sichtbarmachen der sozialen Auswirkungen des Klimawandels. Mit seinem World Climate Refugee Camp bringt er diejenigen, die schon jetzt unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden, ins Sichtfeld der Konsumenten in ihren Alltag, auf die Marktplätze und in die Fußgängerzonen europäischer Großstädte.

    Gleichzeitig wendet er sich mit seinem „Malbuch für Flüchtlingskinder“ an die ganz jungen Menschen, welche in Zukunft mit den Folgen unseres Versagens umgehen müssen.

    Seine Bilder auf Zeltplanen, die er auch im öffentlichen Raum zeigt, findet man ebenfalls auf der Homepage.

    Gruß Angelina

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