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Stille Tage im Atomlager Aarau

16.11.2010, von

Während bei uns in Deutschland jüngst die Proteste gegen die Castor-Transporte im Wendland hochkochten, blieb’s bei unserem südlichen Nachbarn ruhig. Kein Protest in der Schweiz gegen Atommülltransporte, nirgends. Dabei werden seit Jahren, wie die Wochenzeitung WOZ bemerkt, abgebrannte Brennelemente aus La Hague in die Schweiz ins Zwischenlager im Kanton Aargau gefahren. Im Grunde ein ähnliches Vorgehen wie der Umgang mit Atommüll in Deutschland.
In beiden Fällen ist die Wiederaufbereitung das ökologisch schlechtere Vorgehen, selbst wenn man die zivile Kernkraftnutzung  nicht grundsätzlich ablehnen würde:

Das Verfahren wurde ursprünglich entwickelt, um Material für Atombomben zu gewinnen. Es belastet die Umwelt massiv mit radioaktiven Stoffen und vergrössert die Abfallmenge enorm. Besser wäre es, die Brennstäbe direkt endzulagern.

Die zivile Nutzung der Kernenergie lässt sich von strategischen Überlegungen nicht völlig abtrennen, vermute ich, auch wenn das natürlich massiv bestritten wird. (Irgendwoher muss das Plutonium ja kommen.)
Davon abgesehen finde ich nicht nachvollziehbar, dass gegen die Castoren-Rücktransporte in der Schweiz mit der Begründung nicht (mehr) protestiert wird: Wer Müll erzeugt, soll ihn auch selbst entsorgen müssen. Ja, das ist im Grundsatz schon richtig, aber dann bitte auch aussteigen aus dieser Risikotechnik wie das bei uns mal mit der Atomindustrie vereinbart worden war. Genau das passiert aber nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Die Schweizer stehen kurz davor, noch mehr Atommüll zu produzieren: drei neue AKW sind im Genehmigungsverfahren.  Nur: Ein sicheres Endlager, das gibt’s dort bislang genauso wenig wie in Deutschland oder sonstwo in Mitteleuropa.

Quelle: WOZ – Schweiz – Die stillen Schweizer Castor-Transporte: Wo ist unser Gorleben?.

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