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Was folgt der Autoindustrie?

11.11.2010, von

Wohin geht die Fahrt der Autoindustrie? - Copyright Axel Weiss

In Deutschland hängt jeder fünfte Arbeitsplatz mit der Autoindustrie zusammen. Der individuelle Autoverkehr ist derzeit einer der Motoren der Weltwirtschaft. Nachhaltig ist das nicht und auch kein übertragbares Modell für sechs bis neun Milliarden Menschen. Aber, frei nach Lenin, was tun? Was soll aus dieser gigantischen Industrie werden, wenn sie keine Autos produzieren soll?

Wie soll eine Konversion ohne Beschäftigungsverlust vonstattengehen? Welche neuen Produktfelder bieten sich an? Wer setzt den hochkomplexen Prozess in Gang? Und wen interessiert das überhaupt?

Dazu gab’s dieser Tage in Stuttgart einen spannenden Kongress. Welche Antworten auf der Tagung gegeben wurden hat die Schweizer Wochenzeitung WOZ zusammengefaßt. Da wurde zum Beispiel deutlich, dass das Elektroauto keine Alternative darstellt:

Es gibt technische Probleme (Batteriespeicherkapazitäten), logistische Schwierigkeiten (wo tankt man den Strom, und kommt der aus einem AKW?), beschäftigungspolitische Nachteile (ein Verbrennungsantrieb besteht aus 1400 Teilen, ein Elektroantrieb aus 210).

Ausserdem entstehe ein Drittel des CO2-Ausstosses eines Fahrzeugs bereits bei der Produktion. Solarzellen herstellen wie Bosch? Zuviel Konkurrenz. Und ob die Belegschaften mitziehen? Auch da gibt’s Zweifel.

Überall sind die Belegschaften so sehr auf Standort­erhalt und Konkurrenz fixiert, dass sie sich keine Gedanken über ein gemeinsames Vorgehen machen – schon gar nicht im internationalen Rahmen.

Einfache Lösungen wird’s nicht geben, das macht der Artikel deutlich. Dringende Leseempfehlung, spannendes Thema.

Mehr dazu: WOZ  – Was könnte die Autoindustrie produzieren, wenn dereinst alle Velo fahren müssen?

Kommentare zu „Was folgt der Autoindustrie?“

Es sind 4 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Energiefox
    schreibt am 11. November 2010 17:52 :

    Ich frage mich immer warum müssen wir überhaupt so viel produzieren. Die Natur kennt genug ist genug.
    Wenn wir nicht von der Natur lernen wie die es macht, wird sie und dazu zwingen, schlicht und einfach weil wir dann aussterben. Man kann die Naturgesetze nicht überlisten.
    In Kreisläufe denken ist angesagt und nicht immer mehr Müll erzeugen, der schlecht bis gar nicht mehr zu verwerten ist. Ich denke da ein sehr schlimmes Beispiel, nämlich an radioaktiven Müll.
    Zum Thema Auto würde ich sagen es zeugt nicht gerade von viel Intelligenz, so ein uneffektives Produkt, mit so großer Zerstörungskraft, in so unglaublich hoher Zahl zu produzieren.
    Gruß Fox

    Gruß Fox

  2. Jo
    schreibt am 12. November 2010 09:33 :

    http://www.vcd-blog.de/2010-11-11-jeder-x-te-arbeitsplatz-hangt-an-der-autoindustrie/

  3. shadaik
    schreibt am 12. November 2010 13:51 :

    „In Deutschland hängt jeder fünfte Arbeitsplatz mit der Autoindustrie zusammen“
    Ihr tut so, als würde diese Behauptung der Autoindustrie stimmen. Dabei ist sie offensichtlicher Unfug: Jeder fünfte Job! das ist im Grunde völlig unmöglich.
    Wobei natürlich offen bleibt, was genau „hängt zusammen“ überhaupt heissen soll.

    • Axel
      schreibt am 13. November 2010 15:17 :

      Danke für den Hinweis, da haben wir uns wirklich vertan: Tatsächlich ist es jeder zwanzigste Arbeitsplatz, ca. 1,76 Millionen, die in Deutschland direkt oder indirekt vom Auto abhängen. An der klimaschützerischen Frage ändert das freilich nichts, wie die 750.000 Arbeitsplätze umgebaut werden könnten, die direkt in der Automobilindustrie und ihren Zulieferern existieren.

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