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Klimaschutz – nur eine Geldquelle?

21.10.2010, von

Klimaschutz praktisch: Waldschutz und Aufforstung gegen Geld. So hatten sich die Vereinten Nationen das gedacht und den sogenannten Clean Development Mechanismus (CDM) entwickelt. Aber mit Marktmechanismen nachhaltige Entwicklung fördern, das funktioniert in der Praxis nicht wirklich erfolgreich. Immer wieder gibt es Zweifel an der Wirksamkeit. Häufig sieht die Wirklichkeit der mehr als 2000 Projekte weltweit ziemlich trübe aus. Trotz erheblicher Geldmittel, die dafür eingesetzt werden. Auch in Brasilien. Das zeigt eine neue wissenschaftliche Untersuchung des Wuppertal-Instituts am Beispiel von zwei Eukalyptusplantagen:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nach der vorangegangenen Analyse zumindest erste Zweifel daran bestehen, dass der Clean Development Mechanismus seinem Ziel, zur nachhaltigen Entwicklung Brasiliens beizutragen, gerecht wird.

Der Begriff der Nachhaltigkeit ist schwer zu definieren und in die Praxis umzusetzen, das ist eine der Hauptschwierigkeiten. Da eine allgemein gültige Definition nicht möglich ist, stehen Staaten wie Brasilien vor dem Dilemma, etwas garantieren zu müssen was unklar definiert ist. Das kann nicht funktionieren, vermutet Bea Wittger, Autorin der Studie.

Möglicherweise muss auch mehr Geld fließen, damit sich der Nachhaltigkeitsnutzen derartiger Projekte besser rechnet. Es könnte aber auch sein, dass viele Projekte nur auf dem Papier „nachhaltig“ sind – denn ob eine Überprüfung vor Ort stattfindet, darf bezweifelt werden. Und Kritik an Projekten – gerade im Fall der Eukalyptusplantagen deutlich geäußert – landet nicht dort, wo sie hingehört: bei den Entscheidern.

Mich wundert zwar nicht, was bei dieser Studie rausgekommen ist. Aber es ist schade. Denn im Grunde ist der Versuch sinnvoll, den Drittweltstaaten einen Ausgleich dafür zu geben, dass sie schonender mit ihren natürlich Ressourcen umgehen. Für die Verhandlungen derzeit bei der UN-Naturschutzkonferenz in Japan über einen „gerechten Ausgleich“ für die Nutzung genetischer Ressourcen sind solche Erfahrungen nicht gerade eine Ermutigung.

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