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Mehr Züge, weniger Lärm am Rhein

17.10.2010, von

Zug im Rheintal - Copyright Axel Weiss
Stell‘ Dir vor, der Gotthard-Basistunnel ist fertig, aber kaum ein Zug fährt durch. Das könnte passieren. Denn wenn die Deutsche Bahn gedacht hatte, mit dem Widerstand der Rheintalbewohner gegen neue Güterzugbahnstrecken schnell fertig zu werden, kann sie sich das angesichts von Stuttgart21 knicken. Zigtausende Einwendungen sprechen eine eindeutige Sprache. Dann aber wird der Gotthard-Tunnel nicht das leisten können, wozu er gebaut wurde: Verkehrsentlastung. Weil die Verkehrsanbindung in Deutschland nicht so leistungsfähig ist wie nötig. Und der Lärm im Rheintal nimmt weiter zu.

Wird Stuttgart21 realisiert, dürfte nach derzeitigen Berechnungen das Geld aus dem Bundesverkehrswegeplan nicht auch noch für lärmgeminderte Neubaustrecken Richtung Schweiz reichen. Für die Umwelt bedeutet die derzeitige Entwicklung also nichts Gutes: noch mehr Verlagerung von Gütern auf die Straße. Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering hat daher Recht mit seiner Forderung:

„Der Bund kann sich nicht weiter mit dem Argument herausreden, dass zunächst einmal abgewartet werden müsse, inwieweit die Kapazität der vorhandenen Rheintalstrecken noch ausreiche.“

Bereits jetzt sei abzusehen, so der Minister weiter, dass diese Kapazität auf den bereits hoch ausgelasteten Strecken am Fluss weitgehend ausgereizt sei. Gerade das Mittelrheintal ist schwer lärmbelastet, aber auch weiter südlich sind die derzeitigen Bahnplanungen für viele Anwohner eine Zumutung. Aus ökologischen Gründen ist ein Ausbau aber sinnvoll. Eine Neubaustrecke soll her, fordert Hering –  find‘ ich gut. Die Finanzierung? Ein Verzicht auf Stuttgart21 in seiner derzeitigen Planung könnte da einiges beisteuern.

Quelle: Mainz: Hering hält neue Güterzugstrecke für unumgänglich – Nachrichten :: Rheinland-Pfalz | SWR.de.

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